Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 346
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1895/0374
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
346

mehrere Halteplätze genannt sind, kann die Aufenthaltszeit auch auf einen Halteplatz
vereinigt werden. Bei längereiu Anfenthalte sind fnr jcdc angefangcne Vicrtclstunde
50 ^ weiter zu entrichren.

Jn der Zeit von 10 Uhr abends bis 6 Uhr morgens erhöhcn sich die obengenann-
ten Taxen vorbehaltlich der Besliminungen in § 23 Abs. III Droschkenordnnng, welche
auch hier sinngemäße Anwcndung sindeii, uin die Hülfte.

VI. Alle übrigcn Fahrten werden nach der Länge dcr Zeit bczahlt, und zwar:

1 Person 2 Personcn 3 Personen 4 Personen
iZ Stunde ^ - 60 ^ - 90 cF 1.05 1.20

1

k,

1 Person
1 —

2 Personen
1.40
„ 1.80
.. 2.20

3 und 4 Personen
1.70


2. 20
2.60

Jede wcitere Vicrtelstunde kostet:

für 1 und 2 Personen znsamrnen .... 50 ^

fnr 3 „ 4 „ „ .... 6,i „

Bei Zeitfahrten außerhalb der Stadt, und zwar weiter als cine Biertelttnndc
von dersclben entfernt, inuß, wciin die Troschkc leer znrückgehl, die Hälste dcr Taxe
vergiitet werden.

.ck Dienstmanns-Ordnuntt.

Ortspolizeiliche Vorschrift voin 21. April bezw. 21. Noveinbcr 1872.

§ 1. Wer als Lohndiener, Dienstiiiann u. dgl., sei es selbstständig, fiir eigene
Ncchnung oder als Gehilfe eincs solchen, oder als Angestclltcr, odcr als Teilhaber
eines sog. Dienstinanns-Znstiluts seine Arbeiten und Leistnirgen ans össentlichen
Plätzcn und Straßen anbicten will, hat hiervon dem Bczirksamle Anzeigc zu crstatten
(8 3 der V.-V. zur G.-O.)

Znlassung zum Gewerbcbetricb ist allen dcnjenigcn zu versagen, in dcren Ver-
halten und persönlicheii Verhältnissen begründctc Besorgnis zn finden ist, daß sie diesen
Gcwcrbebetrieb zur Gefährdnng dcr öffentlichcn Sicherheil und Ordnung mißbrailchen
werden (8 4 Abs. 2 der V.-V. zur G.-O.)

Die Lohndiencr sFrcmdensührer) haben sich auch übcr ihre Besühigung aiiszn-
weisen, insbesonderc ist auf ciuige liienntnis der französischen Sprache zu sehen.

8 2. Wer das Dieiistmailüs- oder Lohndiener-Gewerbe rc. selbst und für eigcne
Rcchnung betreiben will, hat ziigleich durch bare Einlegung in die hiesige Sparkasse
und Hinterlegung des Sparkasscnbuchcs in der Gemeinde-Depositur eiuc Kantion von
200 fl?) zu stellcn.

Dic Unternehmcr eines Jnstituts haben ebenfalls einc Kaution zu cutrichtcn,
deren Größe jcweils nach Anhörung des Stadtrates vom Bczirksamte bcstimmt wird.

Dieselben haben mit der Kaiitioitsbcstelliliig znglcich cine Urkiinde ausznsiellen,
in welcher sie für allen Schaden, welchen ihre Gehilfcn, Angestellten oder Tcilhabcr
verursachen und für welchen nach dem Gcsetze die letztcren zn hasten habcn, sich per-
sönlich haftbar erklären.

8 3. Wer das Gcwerbe eincs Dienftmaniis oder Lohndieners in Person bctreibt,
crhält vom Bezirksamte eine Nummer angewieseil und hat eincn damit vcrschenen
Metallschild auf der linken Scite dcr Brust zu tragcn.

Zugleich ist uach näherer Vorschrift des Bezirksamts an der Kopfbcdccknng
die Bczcichttung „Dienstmann" bczw. „Lohndiener" anznbringen.

Ten Dienstmanns-Jnstituten kann von dem Bezirksamt der ausschließliche Ge-
brauch besonderer, nüher zn bestimmender Abzeichcn gcstattet werden, und ist dann das
Tragen derselben allen Dienstmännern, welche nicht zu dem Jnstitiit gehören,
untersagt.

8 4. Tie Dieiistmäniier ec. haben sich gegen das Publikum willig nud anständig
zu benehmen und sich jeder Zudringlichkeit zü enthalten.

8 5. Den Dienstmällnern ec., bezlv. ihren Vorstehern, ist im allgemeincn die Wahl
des Standortes frcigestellt, vorbehaltlich der Besuguis der Polizeibehördc, ihncn die
znr Verhütuilg von Kollisionen und Störullgen erforderllchen Weisungen zn erteilen,
welchen sre unweigerlich Folge zu leisten haben.

*) jetzt Mark.
loading ...