Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 353
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i». Die Sonntagsrnhe inr Randelsgewerbe.

Bezirksamtliche Anordnungen für den Amtsbezirk vom 24. Mai 1893.

I.

Jm Handelsgewcrbe dürfen an Sonn- und Festtagcn (vergl. Ziffer V)
Gehilfcn, Lehrlinge ünd Arbeiter vorbehaltlich dcr nachstehend verzeichneten Aus-
nahmen nur während höchstens sünf Stunden beschäftigt werdcn, uud zwar:

1) Jn den Städlen Heidelberg. Reckargemünd uud Schönau:

L. Jlll Gcwerbebetrieb der Kolonialwareu-, Delikatessen-, Wildpret-
uud Gefliigelhändler

während der Monate März bis einschliefflich Oktobcr
von 7—9 Uhr Vormittags und von 11—2 Uhr Nachmittags,
während der Monate lltovember bis Februar
von 8—9 Uhr Vormittags und von 11—3 Uhr Nachmittags,

b. in den andern handelsgewerblichen Betrieben während des ganzen Zahrcs
von 8—9 Uhr Vormittags und von 11—3 Uhr Nachmittags.

2) Jn allen übrigeu Gemeinden des Amtsbezirks allgemein von
7—8 Uhr Bormittags und von 11—3 Uhr Nachmittags.

U. Ausnahme»

hievon werden auf Grund des 8 105 b Gewerbe-Ordnung insofern hiermit
zugelassen, als die Beschäftigung von Gehilfen, Lehrlingen und Arbeitern im
Handelsgewerbe

von 7—9 Uhr Vormittags und 11—7 Uhr Abends
gestattet wird,

1) in den Städten Heidelberg (ausschlieszlich Schlierbach und Neuenheim)
uud Neckargemünd:

a. an den Meß- bezw. Marktsonntageu,

b. an dcn vier letzten Sonntagen vor Weihuachten,

c. am Sonutag vor Ostern;

2) Zn allen nbrigen Gemeinden des Amtsbezirks (eiuschließlich Schlier-
bach und Neuenheiin):

a. an den Kirchweihsonutagen,

d. an dcn vier letzten Sonutagen vor Wcihnachten,

o. am Sountag vor Ostern;

II.

Der Gewcrbebetricb irn Umherzicheu, soweit er untcr H 55 Abs. 1 Z. 1—3
Gew.-Ord. fällt, sowie der Gewerbebetriev der in tz 42b (tzew.-Ord. bezeichneten
Personen an Sonu- und Festtagen ist verbotcn.

L. Ausnahmen.

1) Es dürfen in sämtlichen Gemeinden des Amtsbczirks an allen Sonn- und
Festtagen (mit Ausnahme dcs ersten Oster-, Psingst- und Weihnachtsfeiertags)
auf öffentlichen Straßen und Plätzen (nicht aber an anderu öffentlichen
Orten oder von Haus zu Haus) feilgeboten und verkauft werden:

a. Brod, Brctzeln uud andere Packwaren, Obst, Eis und Blumen
vom Schluß des vormittägigen Hauptgottesdienstes an bis abends 7 Uhr,

b. geröstete Kastünien und Mineral wasser vom Schluß des vormit-
tägigeu Hauptgottesdienstes an bis abeuds 10 Uhr.

2) Jn der Stadt Heidelberg dürfen überdics

a. die sog. Trinkhallen auch am Pfiugstsonmag vom Schluß des vormittägigen
Hauptgottcsdicnstes ab bis abcuds 10 Uhr offen gehalteu und darin Miueralwasser zu
uniuittelbarem Genuß an das Publikum abgcgebcn,

b. photographische uud sonstige Ansichten von Heidclberg und Umgcbung an allen
Sonn- und Festtagcn dcr Monate Mai bis einschlicßlich Oktober auf Straßen und
öffcntlichcn Plätzcn vom Schluß des vormittägigen Hauptgottesdieustes bis abends
10 Uhr feilgehalteu und verkauft werden.

3) Der Verkauf von Zeitungen und Büchern am Hauptbahnhof der Stadt Heidel-
berg unterlicgt keinerlei Beschränkungen.

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