Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1895 — Heidelberg, 1895

Seite: 376
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Die Kiäbcr cmf de» nllgemcinen Leichenfcldern dürfen nnr mit nicdrigcn Blnmen
und Kesträuchein wclche die Höhe von 1m nicht überschreiten nnd die Grundflüche des
Grndes nicht üderhnngen, dcpflnnzt iverden; dnsselde gilt sür die Fnnüliciigrnber in
den vordercn Neihcn; in den hinteren Reihen und >vo nnr eine Neihe vorhnndcn nt,
dürfen nüt üienehmignng dcr FricdhofS-Komnüssion nnch höhere Pftnnzen eingcsetzt
werden.

Die Anpflnnznng von Bnnmen oder Gestrnuchen, wclche geniestdnre Frnchte
tragen, ist untersngt nnd es ist ferner untersngt, Bnumc oder Strnncher nuherhnlb der
Grndstntten zn pflnnzen, zn versetzen nnd zu cntfernen.

Bnnke oder Stühle dürfen dauernd nnr auf dem zn Fnnüliengrndern gehorigen
Gelnnde nusgestellt werden.

8 30. Gs ist gestaitet, die Gräber nnf den allgeineinen Leichenseldern nüt hölzer-
nen Krenzen, dcren Breite jedoch dicjenige des tllrndes nicht überschreiten dnrf, zn
versedcn; dieselben müssen dnrch den Friedhofanfseher gegen die hiefür vorgesehene
(flebühr gcsevt werden.

Ginfassnngen dürfen nur nus Steinen und nnr innerhald dcr (strnndslnche detz
Grndcs hergestellt werden.

Gdendäseldst dürfen nüt (tzenehmigung der F'riedhofs-Kommission - siehe ^ 33
— Denkmnle von Stein odcr Metall gegen Gntrichtnng einer desonderen Tarc nus-
gei'telll iverden; dic Breite derselden dnrf jedoch die (tzrundftäche dcs Gradcs ebeiisalls
njcht üderschreiten. Iedes Denkmnl ninß eine llnterlage von starken Schwellcn ans
Eichenholz nnd einer Steinplatte erhalicn; gemanerte Fnndanicnte sind untersagt.

Die Ieit der Bornnhme dieser Ardeiten ist dem Friedhofnnfseher vorhcr nnzn-
zeigcn. Scchs Wochen vor Inangriffnahme dcr Umgradniig cines Lcichenseldes wer-
deii die (5'igenlüincr der dort defindlichen Graditeinc wicderholt öffentlich ansgesordert,
dieselden zu entfernen; Grabsteine, welche innerhalb dicser Frist nicht entsernt sind,
fallen dcr Stadt nnheim.

tz 31. An den von der Friedhofs-Kommission bei'timmten Plützen wcrde» soivohl
einzelne als nuch Fauüliengradstätten, disher sogen. Kanfgräbcr, gegen die festgesetztc
Tnxe iittd unter dcn in der Anlage enthaltenen Bedingungen abgegeben.

Die Fläche cincr solchen Gradstätte ist 2,40m lang nnd 1,20m breit.

Der Friedhosausseher hat üder die Grabstätten jede Anskunft zu ertcileii, nnter
thnnlichster Rücksichtnahme nuf die Wünsche der Beteiligten die Plätze anzuwcisen, die
Llufträge entgegenznnehmen und dieselben dehnfs weiterer Behandluiig der Friedhofs-
Komnüsston zn üdernütteln.

tz 32. Die Familiengräber diirfen nnsnahmsweise auch als Grnsten hergerichtet
werden. Bczüglich derselben wird destimmt:

t. Sie dürsen nur mit Genehmigung der Friedhofs-Komnüssion nach Nnhörung
des Stadtbnnamtes errichtet werden.

Die erforderlichen Pläne sind znr Geiichmigiing vor Ilinngriffnnhmc der Nrbeit
der Friedhofs-Kommission vorznlegen.

Die Umfaffnngswünde der Grniten sind ans hnrtgebranntcn Bncksteinen in der
Stärke von mindestcns 1'/2 tllorinnlsteiiien — 38cm und nüt Cemcnt gcmanert her-
znstellen.

Dns nbschließende Gewölbe ist ebenfnlls aus hartgkbraniiten Backsteinen in der
Stärke cines gestrecktcn Steines — 25cm nüt Cement nusznführen.

Behnfs Verhinderung des Cindringens von Wasser ist dns Gewölbe mit Asphalt
abzndeckeu.

Der Bodcn der Grnft ist aus Cementboden von 20cm Stärke herznstcllcn und
ebensnlls mit einer Lage Asphalt abzudecken.

Das Gewölbe, sowie dic Umsassiliigswände dcs Jiinern sind nüt 2 cm stnrkem
Verpmz vou Cement zu versehen.

Der Verschlnß dcr (tzruft hat mittelst einer 12cm stnrkcn Steinplatte, welche
in einer Umrahmung nüt Fnlz liegt, zu geschchen Diese Steinplntte il't nüt zwei
eiserneu Ringen zu versehen und nach jeder Beisetznng wieder gut in Cemcnt zu
verlegeu.

2. Grnften müssen nach jeder Beisetzung ciner Leiche wieder vollständig dicht
verschlossen und dürfen nur zur Bcisetzung einer weiteren Leiche wieder geöffnet
werden.
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