Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 302
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seiii liild keiue leicht entMldlicheii tN'gciiftände sich iu der Mhe dciiiideii. TieKamiii-
putzihiilchell »liisscil verschlosse» sei». licber iilie dieje Piiiiklc i! tzis 3) hirl sich der
Mcister vor Bcsii»» der Ardeit geilmi z» verläjsigen.

4. Die Zeit fiir dcrs Ailsdreiiiie» ist so z» ivähleii, das; diu, OjZchäst dis späle-
sieiis zwei Uhr »achmittlrgs beciidet ist. Dirs Alishreiilieli dnrs »» leiiiem stürmischeri
Tage liild weder bei grofter Kälte »och bci »iihnltcnder Hitze geschche».

I» Gebällde» mit Stroh- odcr Schiiidelbedcrchiiilg soll d»s Aiisbreiliic» niir i»
deir Monaten Aovember bis April vorgenomiiieii werde».

5. Vor dciil Begin» deSselbc» sind die »öligcil BorsichtSmaftregelii z» lresten,
»iii dem hiiiailsschlagcildeli oder ilberhaiidiichnieilde» Fener durch Berschlus; der Leff-
mrng des Kamiiis mit Platte» oder eiseriic» Deckel» u. dcrgl. sogleich mit Enolg
begegneii z» köiiiie» Auch ist vom Hansbesiver ci» zureichcnder Wasservorrat in das
Hans lind insbesoiidcrc i» die Mhe des .Uauniis z» schaffe». Anf dem Dache ist eine
Ucberwachuiig der Ua»liila»smii»dli»g dnrch eiuen Olehilfen »ölig, nnd i» den Zwi-
schenstockwerkeii das Kaliiiil durch eiue zuverlässige Person z» bcobachten. In beson-
ders gesährlichen Fällen, wie insbesondere anch beim Ausbrennen i» Olebäuden mil
Stroh- oder Schindelbedachnng, ist fnr Bereithainiiig einer Sprine sowie fi'rr den
Beizug von Hilssinannschaft Sorge z» tragen.

Ist in eineiil Äebände mit Slroh- oder Schindelbcdachung das Aiisbrennen aus-
nahmsweise (s. Ziff. 4 a. E.> i» der Sommerszeit vorzuilehmcn, so miisscil aufterdem
rrasse Tücher i» die llkähe des Kamius austerhalb dcs Daches anfgelegt und dieselben
sortgesetzt mittelst einer Handspritze bespritzt wcrdeu.

6. Zst ein ziamin in das andere gefnhrt, so inuß zunächst das obere nnd dann
das nilterc ausgebrannt werde». Ebenso ist bei mehr als dreistöckigcn Hänsem zuerst
im oberen Stock nrit Dachraum ausznbrcnneu nnd dann erst in dem untereu Stock-
werkc. Bei »ebelleillanderliegeuden Kattlinen ist durch sorgfältigen Abschlus; Fnrsorge
zn treffen, das; sich nicht beide gleichzeitig eiltziiuden.

7. Nach dem Ansbrentteil ist das Kamiu mit Kugel n»d Bürste zu durchziehen.
Auch ist vom Kaiilinfeger dafür zu sorgen, daff das K'amin nach beendigtenr Geschäfte
nocli einige Zeit durch eine vom Hansbesitzer bestellte znverlässige Person beobachtet
wird.

8. Das zum Altsbrenneil erforderliche Material hat der Kaminfeger anf cigene
Kosten zn stellen, woranf bei Festsetznttg der Taxe fiir das tücschäfl Aücksicht zn
nehmen ist.

8 15 Ueber die Zeit der Neinigungen wird bestimmt:

1. Kiicheilkaininc sind alle drei Monate, wenn sie aber den llkauch von drei oder
mehr Osenröhren - gleichviel in welchc» Stockwerken — aufnchiiieu, während der
OfcnfeneruiigSzeit alle zwei Monatc zu reinigeu.

2. Kamme, welche ausschließlich zn Oefen »nd andcren nnr im Winter gebranch-
teu Feiieruttgs-Anlagen gehören, sind während der Ofcnfeueruiigszeit alle 2 Monate
zu reiiiigen. Bei Kamiuen von DOift-, Dampf-, Warm- und Heißwasserhkizunge» hat
währeiid der Benützuiigszeit die Neinigung alle Monate stattziisinde».

3. Monatlich müssen gereinigt lverden:

Die Kamine der Bäcker nnd Wurstler, die Küchcnkamine bei Oiastwirlen nnd
ähnlichen Gewerben, die Kamine der Bierbraner während der Branzeit, der Brenne-
reien, Trocken- oder Dörranstaltcn während der (Kebrauchszeit. Alle zwei Nkonate
sind die Kamine dcr ^chreinerwerkstätteu zn rcinigen. Die Kamiiie dcr Schlosser- nnd
Schmiedewerkstätten, sowie die Kaniliie sonstiger Feucrarbeiter sind einmal jähr-
lich zn reinigen (Gcs.-Blatt 1889 S. 104).

Euge, sogen. rnssische Kamine unterlicgeu hiusichtlich der Zahl der Neinigllngen
den allgemeineil Bestimittttttgen.

5. Kainine, welche auSschlicßlich für Badczimmer oder lvelche für Wasch- und
Backöfen dienen, die nnr zeitweise benützt werden, sind jährlich zwcimal zu reinigcn.

6. Fabrikkamine, welche umbaut fiud oder in der Nähe von lKebäuden stehen,
sind zweiillal, freistehende Fabrikkame jährlich einmal zu reinigeu.

Wenn die Vorilahme der Neinigung eine besondere Störnng deS Fabrikbetriebes
vernrsacht nnd nachgewiesen wird, daß sich bei dem sehr starken Zugc des Kamjllö kein
Nuß, noch lveniger Giaiizrlib ansetzt, kann daS Bezirksamt die Zam dcr Ncinigttngen
noch weiter berabsetzen oder bei aut erhaltenen, ganz sreistehenden Kaminen auch dem
Eigentiimer oie Besorgniig der Neiiligung überlasscn.
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