Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 303
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In letztcrcm Fnlle sieililsit cittc jatzrlich eiiimal vürzimehmettde tttttcrsuchimst des
üamitts durch deu Feucrschalter lmter Mitwirlltna des UattlillfeyerS.

Die Neillisillllsi ist ill der ,'jeit vom 1. Oktover bis 1. Apnl üon morgetls 7 bis
abellds 5 tthr, m den ubrigett Monaten bon 6 Uhr morgcns bis 7 tthr abends oorzu-
nehmen.

8. Mit Riicksicht auf den starken Gebrarlch. anf die Vertvendnng stark rnbeilden
Bremlmaterials und auf die baulichc Anlage der Kaminc kann durch orts- oder bezirks-
polizeiliche Vorschrift die Vornahme einer größercn Zahl bon Reinigungen angeordnet
und könneil die in Ziffer 7 festgcsetzten Tagesstnnden anders bestimmt »vcrdcn.

9. Der Kammfeger ist vcrpflichtet, auf ansdrlickliches Verlangen des
Gebätzdebesitzers odcr dessen Stellbertreters die Kaminc a»tch öfter, als vorgeschrieben,
zu reinigen.

8 16. Bei Karninen, wclche iricht beniitzt tverden, ist, solange dies der Fall ist,
eine regclmästige Reinigung nicht gcboten; dieselben sind iibrigens dann, tvenn sie nicht
ganz uubrauchbar aemacht, oder die betrcffendcn Gcbäude nicht ganz außer Gebrauch
gesetzt sind, jedenfans einmal des Iahres durch den Kaminfeger genau zu nntersuchen.

tz 17. Den Beginn der vorschriftsmästigen Reinigung hat der Kaminfeger den
Hausbewohnern so zeitig anznknndigen, dast diese ihre häuslichcn Geschäfte darnach
einrichten können.

An dem Bollzng des Reinigungsaeschiifts darf der Kaminfeger
ohne ganz dringende Griinde von den HauSbewohnern nicht gehindert
werden.

tz 18. Bci vollständiger Neuaufführlmg von Kaminen, sotvie bei Ausbesserung
und teiltveiser Grneueruna der Kamine unter Dach hat der Kaminfeger dieselben, bevor
fie verputzt werden, auf Veranlassung der Ortspolizcibehörde nach Mastgabe der hier-
uber bestehenden beionderen Jnstruktwn einer sorgfältigen Prüfung zu unterziehen.
Ueber den Erfund yat der Kaminfeger der Ortspoltzeibehörde Anzeigc zu erstatten.

tz 19. Dcr Kaminfeyer hat ein Taaebuch zu filhren, ans tvelchem der ordnungs-
gemäne Fortgang des Relniaungsgeschästs, die Personen, welche dasselbe vorgeuom-
men haben, sowie ettva voraefundene feuerpolizeiliche Mängel ersichtlich sind. Dasselbe
ist von den OrtSpolizeibehörden bezüglich Beginns und Fortgangs des Neinigungs-
geschäfts zn beurkunden. Der Kaminfeger hat zu diesem Aveck von Beidem rechtzeitig
Anzeige zu erstatten. Die Bezirksämtcr haben von dem Tagebuch zum 1. Juni jeden
Iahres Einsicht zu nehmen.

tz 20. Die Taxen für die Verrichtungen des Kaminfegers (tztz 8,14,15,16, l8)
werden, sofern der Kehrbezirk nicht über die Grenzen einer Gemarknng hinausgeht,
durch ortspolizeiliche, in den übrigen Fällen durch bezirkspolizeiliche Vorschrift bc-
stimmt.

Der Kaminseger hat die Fordernng für die geleistcte Arbeit stets an den Haus-
besitzer oder dessen Stellvertreter zu richten.

Das Anfordern von Trinkgeldern ist nnbedingt untersagt.

tz 21. Bei ausbrechcndem Brand hat der Kaminfeger des betreffenden Bezirks
sich so schnell wie möglich in Beglcitung seincr Gehilfen und mit Leitern versehen
nach der Brandstätte zu begeben und sich bei der Löschdirektion auzmnelden. Jm Ver-
hinderungsfalle hat er jedenfalls seine Gehilfen nach der Brandstätte abzusenden.

tz 22. Diese Verordnung tritt am 1. April 1888 in Wirksamkeit.

S. Kaminfegerordnung.

Bezirkspolizeil. Vorschrist vom 10. März 1888 in der Fassung vom 9. März 1889.

tz 1. Ieder Schornstein, der zu einer gewöhnlichen Heizungseinrichtung gehört,
muß vier Mal in gleichen Zeitabständen vom 1. September bis 30. April gereinigt
werden. Alle Küchenkamine untcrliegen überdies einer fünften Fegung, welche in den
Monateu Juni und Juli vorzunehmen ist.

tz 2. Alle 2 Monate während des ganzen Jahres sind die Kamine zum Gefchäfts-
betrieb der Metzger, Färber, Hutmacher, Essig- und Leimsieder, Tuchscheerer, Seifen-
fieder, der Wäschereien und Büglereien und ähnlicher Gewerbebetriebe zu reinigen.

tz 2 a. Die Schiniede- und Schlosserkamine sind behufs Prüfung des baulichen
Zuständes und Kontrolierung der Art der Benützuug derselben jährlich einer einma-
ligen Reinignng zu unterziehen.
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