Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 306
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S. Elnrlchkung von Gas- und Wafferleikungen.

OrtSpolizeiliche Borschrift vom 17. Januar 1889.

Gasleitu ngen.

tz 1. Zu den Gasleitungen dürfen künftighin uur noch eiserne Röhren benützt
Iverden. D«e Berwendrnlg von Bleirohr ist nur zrllässig, wenn es sich um Neparaturen
oder um kleine Grweiterungen und Veränderungen bereits vestehender Bleirohr-
leitungen handelt.

tz 2. Die Nöhren und VerbindungSstücke sind vor dem Verlegen in dem Zustande,
wie sie zur Verwendung kommen sollen, anf ihre Luftdichtigkeit zu prüfen und dürfen
nur dann benützt werden, wenn sie sich vollkoinmen dicht erwiesen haben. Es ist un-
statthaft, etwa gefundene Fehler au eiseinen Nöhren und Verbindungsstücken durch
Verstreichen mit Kitt oder Verhämmern, oder durch Schnell-Lot zu reparieren.

Verstreichen mit Kitt oder Verhäinmern undichter Stellen ist auch bei Bleirohr-
leitungen untersagt, dagegen bei diesen das Verlöten zulässig.

tz 3. Die Verbindungen und Verschlüsse der Röhren mnssen auf dauerhafte und
solide Weise luftdicht hergestellt werden, bei Esenröhren durch Mnffen, Metallstopfen
und Flanschen oder Kappen, bei Bleiröhren, wo diese nach tz 1 überhaupt znlässig sind,
durch Verlöten.

Wo Bleirohrleitungen durch Mauerwerk oder Gebälke gehen, muß ein schmied-
eisernes Futterrohr über dieselben geschoben werden, welches etwa 1 em weiter als
der äustere Durchmesser des Bleirohrs ist und auf jeder Seite der Mauer oder des
Gebälkes mindestens 1 em vorsteht.

tz 4. Wo Eisenrohr an bestehende Bleirohrleitung angeschlossen werden soll, darf
die Verbindung von Eisen uud Blei nicht durch unmimelbares Anlöten erfolgen, viel-
mchr must dieselbe mittelst mcssingener Verbindungsschrauben, welche an das Blei-
rohr anzulöten siud, ausgeführt werden.

tz 5. Bei Bestimmung der Rohrweiten ist für gewöhnliche Verhältnifse die fol-
aende Tabelle inaßgebend, während in austergewöhnlichen Fällen der betreffende Jn-
stallateur mit der Direktion des Gaswerks Uber die zu wählenden Rohrdimensionen rc.
sich zu verständigen hat.

Länge der Leitung
in Meter


Durchmesser der Röhren in Zoll
und Miüimeter


3 "

/8

10

mm.

1/2-

l3

MM.

20

Utt»

1"

25

MM.

1'/4«

32

MM.

1 l "

38

mm.

2^

51

rum.

Z

3

10

32

65

126

188

3ßü

6

2

7

22

46

84

133

280

9

2

6

18

37

69

109

228

l2

l

5

16

32

60

94

198



l

4

14

29

54

84

179

18

1

4

14

26

48

77

162

2l



4

11

24

45

72

150

24



3

11

23

42

67

140

27



3

11

21

40

63

130

30



3

10

20

38

59

123

36



2

10

19

34

54

113

42



2

9

17

32

56

105

Ein Beispiel wird die Anwendung der Tabelle erläutern:

Angenommen, eS sollte eine Rohrleitung von 26 m Länge für 18 Flammen
hergestellt werden, so hat man in der ersten Vertikalspalte der Tabelle diejenige Zahl
^u nehmen, welche der angegebenen Leitungslänge am nächsten kommt Gegeben
rst in unserem angenommenen Fall die Länge 26, es würde also in der Tabelle die
Zahl 27 dafür zn nehmen sein. Man sncht nun in derselben Horizontalzeile von
links nach rechts die nächst höhere als die angegebene Flammenzahl, statt der an-
genommenen 18 mithin 21, und da diese in der Spalte für 1 Zoll englisch — 25 Milli-
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