Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 331
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Die Erlaubnis zum ausuahmsweise friihercn Hcrbstcu kauu auS bcsonderen
Gründen (Fciulnis der Trauben u. s. w.) durch das Biirgermeisteramt geqcben werdcn.
Der darum Nachsucheude muß aber vorher zur Stelluug dcr uötigcu irud gceianeten
Aufsichtspersonen und zur Tragung der hicraus crwachseudeu Kosten sich vcrpflichten.

Zu welcher Zeit währcud des Hcrbstcs die Nebeu am Lflorgeu betretcn werdeii
dürfen uud wauu am Abeud das Herbsteu ciuzustellcu ist, wird vom Bürgermeister
bestimmt.

8 6. Währeud des Hcrbstcs ist es verboteu, anf die Kehr- uud Ausweichblätze
Wagen oder audere deu frcieu Verkehr hemmcude tflcgcustäudc aufzustellcn.

8 Sobald währcud des HerbsteS aiihalteudes Regeuwcttcr eiutritt, wird
das Bürgermcisteraint durch die Ortsglocke oder durch die Nebhütcr ein Zeichen
gebeu lassen, auf welchcs hin jedermanu sofort die Reben verlasseu niuß.

8 8. Das Tranbeustuppelu iu deu Rebbcrgeu ist verbotcu.

§ 9. Bei Bcschüdigiiugen von Ncben odcr Eutweuduugen vou Traubcu wird
ftreuge Bestrafuug uach dcu gesetzlicheu Strasbcstiuiuiungeu ersolgen.

8 lO. Zuwiderhaudluugeu gcgen die Herbstorduuug werdcu uach 8 368 Ziss. 1
N.-St.-G.-B. uud 8 145 Ziss. 2 P.-St.-G.-B. mit Geld biS zu 60 Mark oder niit
Haft bis zu 14 Tageu bestraft.

S. Die Vlattfalllrranlrs,eit, stior -os Relprihen der Reben.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 31. Dezember 18l>I.

8 1. Die Besitzcr von Rebgüleru uud Weiubergeu hiesiger Gcmarkiiug siud
vcrpflichtet, ihre Rebcu ciumal vor oder glcich uach der Blüte uud sodauu iiiliidesrcus
noch ciumal 4—5 Wocheu spätcr mit eiuer Fliissigkeit zu bcsvritzeu, wclchc geeignct
ist, die Rebeu gegeu die Blansallkraukheit zu schiitzcu oder dieselbe zu vcnreiben.

8 2 Die Ünterlassuug dcs Spritzcns odcr das Nichteiubalteu der im 8 f vor-
^eschriebcuen Zcit wird au Geld bis zu 20 Mark beürast. Außerdem wird in solchcn
Fällen die Bekämpfung der Blattsallkraukheit aus Kostcu dcr Säumigcu durch die
Ortspolizeibebörde bewirkr.

VI. Wafferpo!i;ei, Fjscherei.

L.. Vrrhütung von Unglttcksföllen bei den Neckarttderfalivten im
Verirke Heidrlberg mit 5äkrren und fliegenden Rriicken.

Bezirkspolizeiliche Vorschrifr vom 6. Mai l873.

8 1. Es dürfcn auf dcn Fähreu uur so viele Fuhrwerke hiutcrciuauder aus-
gestellt werden, daß das Zugvieh des vordereu uud die hiutereu Nädcr des hiutercu
Fuhrwerks nicht auf die fogenannte Landungsbrücke zu stehen kommen.

§ 2. Jst das Fuhrwerk auf die Brücke eiugefnhrcu, so hat der Kutscher bczw,
Fuhrmann vom Fuhrwerk abzusteigcii, seine ZÜgtiere so lauge zu halten, bis die
Fähre jenseits augelaudet ist.

8 3. Jst am Fuhrwerk eiue Sperrvorrichtuug augebracht, so ist diese bei dem
vordersten und hiutersten Fuhrwerk, so lange dieselben auf der Fähre stehen, an-
zuwenden, andernfalls sind die hiuteren Näder deö letzten uud die vordereu Räder
des vordersten Fuhrwerks mit einem nicht rollenden Stücke Holz odcr Steiu zu
unterschlagen.

8 4. Bei Nachtzcit müsseu ciuf jeder Fähre an beiden Eildcn au eigeus an den
Seiten derselben errichteten Stäben ttaterneu angebracht werden.

8 5. Die Fährleute sind für die Beobachtuug dieser Vorschrist verautwortlich,
bei Uebertretung derselben werdcn die Fährlente au Geld bis zu 50 Mark oder mit
Haft bis zu 8 Tagen bestrast.

S. Fäljrordnung fttr die Ueberfahrt über den Nrckae zwischen
Schlierbach und Ziegelhausen.

Ortspolizeiliche Vorschrist vom 6. März 1885.

§1. Die obengenannte Fähre ist zum Verkehr von Personen, Fuhrwerken aller
Art, sowie zur Ueberfahrt von Viehheerden bestimmt.
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