Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 365
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7. IiMiidliche Nrbeitcr diirfen in Fabrilen nnd de» in 88 lü-IAbs. 2 nnd
bezeichneten flewerblichen Anlaflen nn Sonn- »nd Festtngcn überbnnpt nichi be-
schäftigt werden. <8 l86 Absnb 8 dcr Gewerbeordnnnb, versil. nnch nnten zn 11 1).

8. Wnhrend im Handelsqewerbe, soweit es in osfenen Verknnfsstcllen betrieben
wird, anch die SonntnaSarbeit der Arbeitgebcr Beschränkungen nnterliegt 18-ll nl,
ist in den bier inNedestebendcnGewerbcn dcnArbeitstkbern und sclbstnndiqentstcivcrbc-
treibenden dic Sonntngsnrbcit dnrch die Lorschriften der e>len'erbeordttnn,r nichl
verwehrt.

Indesscn hnbcn die ArbeiMbcr und selbstnndinen Kewerbetreibenden dic Vor-
schriften dcs 8 l dcr Lnndeshcrrlichen Verordnnng vom 18. Inni 18t»2dic weltlichc
Fcier der Sonn- und Festtnfle betr. (Ges.- n. V.-O.-Bl. S. 287) zn beobnchten.

Auch insowcit nn Sonn- und Festtngen eine Beschnftisinng von Arbeitern znlnssist
ist, darf dnrch dic Bornnlnne solchcr Arbeiten eine Störniw des Gottesdienstes odcr
andercr rcliniöser Fcicrlichkeilen einer christlichcn >>Ionfession nicht herbeigefiihrt
werden (8 2 Absat; 2 der nngefilhrten Verordnungt.

Ausnahinen von den gesetzlichen Bcstiinmnngen.

1. Ansnnhinen von dcm Verbot der Sonntngsarbeik lreten ein:
n. Kraft gesctzlicher Vorschrift (8 lOüe.s,

Ir. krast der vom Bnndesrat anf Grnnd des 8 lO'xl erlnssenen Vorstliristen,

v. krnfl dcr von der höheren Verwaltnnqsbebörde nns Olrnnd des 8 10>'»e ge-
troffenen Bestinnnnngen,

ä. kraft der von der »nteren Verwalinngsbeliörde nnf Grnnd des 8 lO.'>ferleille»
bcsondcren Grlanbnis.

2. Soweit in Fnbriken nnd den in 8§ l.'»4 Absatz 2 nnd 1'>4n der Geiverbeord
nnng bezeichneten gewerblichen Anlagen Anonnhmen vo» dem Verbot der Sonnings-
nrbert Platz greifen. sind in diesen Vetrieben bei dcr Beschnftignng von Arbeilerinnen
außer den nllgemeinen Vedingnngen. nn welche die Bnlnssnng der Sonntn^nrbeil
Nekniipft ist, nncli noch die Vorschrislen des 8 187 nnd die nnf Cöruild der 8)r l8v nnd
189 n erlnsscnen Vestimmungen zu beachten.

8. Dn in den nnter 2 bezeichneten Vetriebe» die Veschästignng jngendlicher Ar-
bciter an Sonn- nnd Festtngen im Allgemeinen vcrbvten ist »nd Ausnnlnnen von
diesem Verbot nur ans Grund der 8); 189 und 189 n zngelasse» werden können, so
dürfen jngendliche Arbciter in diesen Vetrieben nnch zn den znlässigen SonntaMr-
beiten nur insoweit hernnLezogen iverden, nls diese Beschästianng nnf Grnnd des
8 189 oder des 8 188n nn «onn- nnd Festtngen nnsdrncklich gestattct ist.

An^nastmeu kraft gescstlicher Vorschrift. 8 108 o.

1. Ilnter dieienigen Arbeiten, n»s die dns Verbot der Sonnlngsarbeil krnsl 9!e
setzes keine Anwendnng findet, werde» im 8 Ul'»e. nn erster Stelle solcbe Arbeiten ge-
rechnet, die in Aotsällen oder im össentlichen Interesse unverziiglich vorgenomine»
werden inüssen. B» den Arbeilen in „Norsälicn" geböre» solche Arbeilen, die zur
Beseitignnzi eines Nolstnndes oder znr Abwendnnn einer Gefabr sosorl vorgenoinmen
werden innssen, serner abcr nnch dringende Arbeiten. die durch Todessälle, Gikraii-
kniMN, nnvorliergesehene, eriiebliche geschäslliche Bwischensälle?e. ersorderliäi werden
nnd nicht ivohl ans den nachfolgenden Ast'rklag verschoben »verden können, dagegen
knnii nichl elwa schlechihin die Grledignng eiliger Arbeiten Inerlier gerechnei iverden.
— llnter „öffenllichem Interesse" ist »ichl nnr dns Interesse de^ Stnnles oder der 9Ie-
Mkinde, sondern aueh dnsjenige des Publiknms zn verstelie».

2. Die Ves»gnis, Neinignngs- nnd Instandhnltnngsarbeile» dnrch die der regel-
mästige Forignng des eigenen oder eines freinde» Beniebes bedingl ist, Arbeiie», von
denen die Wiederausnnlmie des vollen werktägigen Belriebes nbhängig ist, soivie soläie
Arbciten vorznnehme», die z»r Vertnilnng des Verderben^ von Nohstosse» oder des
Mistlingens von Arbeilserzengnissen erforderlich sind, iit davon nbhängig gemaäil, dast
die gennnntcn Arbeilen nichl a» Werktaaen voraenommen werden können (8 10üe
Abs.1 Mer8und1>.

Tie Möglichkeit ihrer Vornnluiie nu Werktngen ist, nnch den llinständen des ein-
zclnen Fnlles und den besonderen Verhältnisse» der einzelnen Velriebe zn beurleilen.
Pie Besugnis znr Ansfülirung der bczeichnelen Arbeilen wird fnr den einzelnen Ge-
werbetreibenden nicht schon dndnrch n»sgesrhlossen, dnst nndere Betriebe derselbe»
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