Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 379
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Als Kassenarzte fmd thätig für die Stadt Heidelberg mit Schlicrbach
und Neuenhcim: Die Borstäude und Assisteuten der akademischen Kraiikeiianstalteii
insbesoudere der Großh. Politlinik. '

Sprechstnnden im akadem. Kraukeithans: Vormittags 10—M.'z M
anSonn- n.Feiertagm von 10-11 Uhr. Ailßerdem: Hanptstras;c!>ss iiachiiiitt,W
2-3 Ilhr, Sonm und Fciettags ansgenonlincn; K r ä ni e r g a s s e Nr. 21 oormittags
von 8—0 llhr, Sonn- nnd Feiertag-s aiisgenaminen.

Kasseubeamtc: Karl Iost, Fean Bischinann, Leonh. Adain, Karl Holderuiaim.
Meldebeamter: Jnlius Strehlow. Kassendiencr: Wilhelm Werner.

v. InvalidiMs- und Nttersverslcherung.

Neichsgcsetz oom 22. Jnni 1880.

I. Nach Maßgabe dieses Gesetzes sind verpflichtet,

vom voüendeten 16. Lebensjahre ab

1) Personcn, welche als A rbeite r, Gehilsen, Gesellen, Lchrlinge oder D ie n st-
boten gcgcn Lohn oder Gehalt beschäsrigt wcrden.

2) Betri e bsbea m te sowie Handlungsgehilfe n und -velirliiige <aiis-
schlicßlich der in Apotheken beschäftigten Gehilsen nud Lehrlinge), wclche Lohn odcr
Gehalt beziehen, dcrcn regclinäßiger Jahresarbeiisverdienst an Lohn odcr Gchalt abcr
2000 Mark nicht übersteigt (vergl. Olesetz ^ 1 Ziffer 1 nnd 2).

l.Dcr Bersicherungszwang kann dnrch Borschrift dcs Bundcsratcs für bcstiiniiite
Bcrnsszweige anch ansgedehnt wcrden anf Betriebsilnternehmcr, wclche iiiäü regel-
mäßig einen Lohnarbeiter beschäftigen iKleinineister) nnd anf dic sogcn. Haus-
gewerbetreibenden. So lange ein solcher Bcschliiß dcs Bnndcsrates nicht er-
gangen, können sich diese Alitglieder frciwi! lig versichern. tstz 2, 8 des Ges.)

Die Form, in welcher dcr L o h n alisgczahli ivird lBeiOohin Stücklohn, Tanti>'!rie,
Gebühr, Trinkgeld) ist gleichgiltig, nnr gilt die bloße (Kcwührnng von freiein Il n ter-
halt nicht als Lohn im Sinne dieses Gesetzcs, anch nicht, wenn cin kleines Taschengeld
daunt verbnnden ist. (Anders im Krattkenvcrsicheriingsgesetz) Die Bcschäfti-
g rr ng brailcht keine länger andanerilde zu sein, cs geniigt z. B. Arbeit cincr Knnden-
näherin, Waschsraii. Personcn, wclche bci wechselnden Arbcitgcbcrn bcscliäftigt sind,
fiild jcdoch dann nicht versichcrnngspflichtig, wcnn sie als selbstständig, d. h. als
gewerblichc Untcrnehmer anziisehcn sind (z. B. Frisenscn, Dieilstiiiüniicr, Lohndiener).
Das (stesetz erstrcckt sich anch anf Ausländer, die in Dentschland arbcilcn. Bcr-
sichernngöpflichtig als OZehilfcn sind insbesondere anch die sog. Privatbeainlcn,
Biireailbeainte der Nechtsanwältc, Notare, dcr Korporationen, Bereine cc.

Befreit von der Bersichernngspflicht sind 4 Abs. 1 dcs Gcs.):

Beamte des Neiches, dcr Bnttdesstaatcn nnd Koittinniialbeamte, die inil Pcn-
sionsberechligilng angestellt sind.

Aus ihren Äntrag können befreit werden Persoilen, welche vom Neich, Staat,
Pensionen, Wartegclder oder eine Unfallrente beziehen.

Ansgcschlossen von dem Eintritt in das Bcrsichernngsverhältnis sind solche
Personcn, welchc nicht cinmal ein Drittel des gewöhnlichcn ortsiiblichcn Tagelohns
verdieucn könncn.

II. Gegenstand der Vcrsichcrnng ist:

Gine I nvalidenrente im Falle eincr dancrnden oder länger als ein Fahr an-
haltenden Erwerbsnnfähigkcil (d. h. wenn dcr Vcrsichcrte nicht mehr cin Drittel
dcs gcwöhnlichen Tagelohns verdienen kann);

eineAltersrente, wenn derBcrsicherte 70Iahre alt gewordcn ist, ohne erwerbs-
nnfähig zu sein. (Dieselbe erscheint als Znlage zu dem sonst noch zn crweibcndcil
lZrnkommen).

Ill Voranssetzung des Anspruches ans die Nentc ist:

Die Ällhlung von Beiträgen lvährcnd ciner geivisscn W artezeit. Letztcre bci
Jahre, bci der Altersrente 30 Jahre, das Iahr i'cweils nnr
öst , Wochen berechnet. (Unverschiildete 51rankheiten wcrden initciiigereclniet, wenn
fte gehorig bescheinigt sind, cbenso militärische Dienstleistiing.)

Die Beiträge fiir die hiesige Stadt betragen fiir

männliche Personen wöchentlich 24 Pfg. (III. Klasse)
weibliche „ „ 20 Pfg. (II. Klasse).
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