Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 380
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Dereil Entrichtung erfolgt durch Einklcben von Bcikrogsmarken in bcfon-
dere ivom Bürgermeisteramte anszustellende) Quitlnngskartcn.

Das Einkleben besorgt mit wcnigen Ansnahmcn die Eemeindeversichc-
rungskasse (Dienstboteiikranlcnkassc) und die Ortskraiikcnkasse. Tiese clcheben
die Beiträge fiir die Znvaliditätsversichcrnng gcnieinschanlich mit dcn Kraiikeilversichc-
rililgsbeiträgcn. Die Arbeitgeber miissen die Beiiräge ganz vorschiesscn, können jcdoch
die Hälfte wieder den Versichcrten in Anrcchnnng bringen. Bei wechselridcn Arbcir-
gebern hat derjenige, weicher den Bcrsicherten zuerst in der Wochc beschaftigt, dcn Bci-
trag zu ciltrlchtcil, ilnd da bci derartigen Vcrsicherken geivötmlich dcr Einzng der Lei-
träge nicht durch die Ärarltenkasfe besorgt wird, auch das Einktcbeil der Wocherunarke
zn übernehmen. Personen, welche sich freiwillig veisichern, habcn autzer dem vollen
Beitrag von 20 Pfg. fiir die II. Klasse noch 8 Psch .'stnchlag zn bezahlen.

Dic Ouittungskarte ist nnr znm Einklcben dcr Markcn bcstimint. Besondere
Lermerke auf derselbcn sind bei ^trafe vcrbotcn. Ausgesüllle Äartcn iverdcn vom
Bürgerrneisteraint dnrch neue ersetzt, ebenso verloren gegangciie. Um Verluste zu
vermeiden, iverdcn die Ollittnngskartcn aiu besten der gemeiniamen Mcldeftelle zur
Aufbewahrung sofort mit der Aumcldung übergeben.

Die Invalidenrente bcträgt nach 5jährigcr Wariezeit:
in der II. Klasse: 124 Mk. 10 Pfq. Dicselbe kann i H- Klasse 262 Mk.

III. Klassc: 131 Mk. 15 Pfg. ansteigen bis l lll. >ilassc 338 Mk. 42.

Die Altcrsrente: ll. Klassc: 134 Mk. 60 Pfg.; III. Klasse: 162 Mk. 80 Psg.

(Turch Veleinbarung zwischen Arbcitgeber iind Arbeilnehmcr kann dic Vcrsiche-
rriug in eincr höhern Klasse erfolgen, als geseizlich vorgeschrieben in. Dic höchfte 5!lasse
lst dic^IV. Klafsc mit Wochenbcitrag von äO Pfg.)

Fiir die Uebcrgangszcit sind zu Guiistcn dcr Versichcrten Bestimiiittttgen gctroffen,
welche einc Abkürzung derWartezeit crmöglicheii (weiln die Arbcitszeir gchörig
beschei'nigt ist) nlid cine höhere Berechnung dcrAltcrsrentc (beiPersoiien über60Iahre)
gestatten.

IV. Geltcndiilachung dcs Neiltenanspruches.

Personeu, welche einen Neiltenanspriich geltend machen wollcu, haben sich an das
Großh. Bczirksamt zu wenden.

Ueber den Anspruch entscheidct der Vorstand dcr Vc rsichcrungsa n stalt
(Vaiidesvcrsichernngsailstalt Baden in Karlsruhe). Gegcn eincn ungüilstigeu Beschcid
findct die Beriifnng an das Schicdsgericht der Anstalt und evcntlicll die Rcvision
an das A' e j ch s v ersi ch erungs a m t (in Berlin) statt.

V. Erlöschcu des Anspruches an die Vcrsicherung trilt ein, wcnn dcr
Aentenenipfänger nicht mehr erlverbsunfähig ist. Die Anwartschaft ans dcm Vcr-
sichcrungsverhältnis crlischt, wenn inncrhalb 4 Zahren nicht siir mindcsteils 47 Wochcn
Beiträge entrichtet sind. Dieselbe kann jedoch unter Uinständcn wicder aufleben.

VI. Eine Nückvergütuiig der gezahlten Beirräge grcift Platz,

a. gegenüber weiblichen Personen, die, ohne in den Bczng einer Rente gclangt
zn scin, eine Ehc eingehen, nachdem für sie mindcstens 5 Jahrc Beiträge gczahlt sind
(H 30 Ges.);

b. gcgenüber cincr hiliterlassenen Witwe oder hiiitcrlasseneu Kindern riilter 15
Jahren, wenn der Verstorbene selbst keine Rente erhalten hatte, und fiir ihn während
mindestens 5 Jahren Beiträge bezahlt lvorden waren (§ 31 Gef.)

X. Ortsgebrauch bkim Wohnuugswcchsel.

Bekanrrtmachiiilg dcs Bürgermeisteramts.

I. Bei den gegen bierteljährige Mietczahlung vermicteten Wohnnngcn gcltcn als
nbliche Zieltage ziiin Ltzohnungswechsel:

dcr 1. Januar, 1. April, l.Juli nnd 1. Okrobcr.

Beginnt das Mietsverhältnis im Einzelfalle an einem andern Tage als den socbcu
angefül/rten, so gilt dassclbe auf '/r Iahr vom Tage dcs Bcginnes ab eingcgnngen.

II. Die ortsübliche Kündigungsfrist beträgt drei Monate.

Bei dcn an den üblichcn Zieltagen beginilenden Nlietsverhältnisseri kann die
Kündigung nur auf ein solches Ziel und niuß bor Ablaus des dem letzteren voraus-
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