Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 398
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I> Friedbof-Tarerr.

1. Die iir r; 31 der Leichen- uird Friedhof-Drdiiiiug bezeiämeleu Oiräber ivcrdeu
imter folgendeu Bcdiugttugcn ubgegedeu:

s. Die Fläche eines Fciiuilieiigrabs iilisjt 2Z0m iu der Lauge uud 1,20m iu der
Breite; lverdeu ztvei oder nichrere Grüber ucbeueiiumder abgegebeii, to iüttr der iu
H 27 der Leicheu- uud Friedhof-Orduuiig vorgefciiriebeue Zivischeurauiii weg: werdeu
jedoch zwei oder mehrere hiuter ciuuudcr liegeude <t-raber ubgegebeu, so miiü der bor-
geschriebeue Blvischenrauiu dazu geuoiiuiieu iverdeu iiud ivird bei'ouders derechuer.

I,. Soll das Olrab eiue fuudaiueiuierte (riufassiittg crhatieu, so irmü der gauzen
Läiige uach cin Streifeu von OMm Brcile dazu überilöiiiiuen werdeu.

e. Das Necht auf eiu folches Grab dauert 4<) Fahre vom Dag der ilebernahiue;
nach Ablauf dieser Frist sallen die Oiräber der Lladl aühcim, weuu uicht die Fortdarier
des Rechts auf Iveitere 40 Fahre durch jeiveilige (rrleguug der sei'lgcseLteu Taxe cr-
worben lvird.

il. Der Stadtrat kauu die Berläiigcriiug des Nechts versagen, weiui eiue ander-
Iveite Verlveildluig dcs Platzes für augeiuesfeu crachtel rvird.

o. Diesc Oträber dlirseu uiir für bie (Üliedcr der Faiiülie des ttebernehniers oder
desscn Abköinnilinge, sowie dere>i uächfre Berwandle beuüvl werdeu: Abgabe oder
Tausch eines iiiibelegteil Oörabes au audere darf uiir uül ausdriickticher Ojeiiehinigiiug
der Friedhofs-Koiilittissiou erfolgeu, iu welcheiu Fall sich die Beuützttngsdaiicr ooiu Tag
der ersten ttebernahnie berechnel; lvird die (fjcuehilliguug nichl eingeholt, so hat der
iicne llebernehmer die volle Tare uachzttzahlen.

k. Wcrdeu die Olräber oder (Ürils'reir, fowie dereu Deukmale, (fiiifassungeil und
Anpflanzungcn nicht ordnilligsgeittäß uuterhalteii, fo fallcu diese saiin Bubehör drei
Jahre nach dcr dcu Augehörigen oder dercn Bevollmächriglen oder, weuu dicse uicht
zu ermittelu siud, auf öffeutlichenl Weg zugesteltten Mahnung au die Stadl zurück,
ivenn die Attgchörigcu uicht iiinerhalb dieser drci Fahre ihren Berpüichrungen nach-
kommen und die inzwischen vou der Friedhofs-Komnüssion für die Ulirerhallttng auf-
geivendeten Kosten erseöen.

g. Bei Heimfall odcr auderweiliger Berfügiiikg über dic (»iräber werden die vor-
handencil Grabsteiue auf.(tosteu der Stadt an änderc gceigncle Piäye verfetzt.

ll. Die Abgabc erfolgt gegen Erlcgung der fcstgefehlen Tare nnd unter ZusteUung
einer bom Stadtrat gefertigtcn llrkunde.

Es sind folgcude Tapeu bestimmt:

rr. ill erster Ncihe eiu Grab.125

jedcs weitere Grab.100 „

i>. iii zweiter uud dritter Ncihe eiu Grab . 90 „

jedes weitere Grab.70 „

Kleiuere Gelüudeabschuitte werdcu uach dem Flacheugehalt und uach der für ciu-
zelne Gräber ausgeworseiien Taxe berechnet.

Für Berlüngeruug des Beuütziiugsrechtes auf weiiere 40 Fahre ist für je ein
Grab die Hälfte dcr erstmaligen Taxe zu entrichten.

i Zur Ausnahme vou Aschenresteu werdeu Faniilieugrabskärteu abgegebeu von
1,20m Läuge uud 0,80m Breite gegen folgende Taxen:

a. iu erster uud zweitcr Reihe eiu Grab . .50-^

jedes weitere Grab .40 „

h. iu den übrigen Reiheu eiu Grab . . . 40 „

jedes weitere Grab.30 „

Fm ttebri'gen gcltcu für die Ascheugräber die Bestiiuniungeu a bis li.

Ie. Ju je eiue Familieiigrabstätte i dürfen innerhalb der 40 Fahre uuter den in
o bciiauuteu Bedinguilgcu 4 Ascheiireste beigesctzt werden, iu eiuc Familieugrabstätte a
deren 10.

Ju je eiuem fchou belegteu Familieugrab a dürfen iu demfelbeu Zeitrauiu uoch
8 Aschenreste beigesetzt werdeu, die Beuiitzung zu eiuer zweireu Erdbestcmuug wird da-
durch uicht ausgehobeu.

Auch für die Ascheugräber in Familiengrabstätteu gilt die Tauer der Umgra-
biingsperiode vou 15 Zahren.

2. Beuütziing des Friedhofes:

a. Zur Beerdigilng Auswärtiger (fiehe 8 23 Abs. 3 dcr Leichen- und
Friedhof-Ordnung)
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