Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1896 — Heidelberg, 1896

Seite: 402
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Wartegeldcr, wclche aus eincr uichtbadischen Itaatskasse bezogen werden, serner dre
Die»lstbczüae lciiischliestlich der Militärpeirsioueii) der Militärpersoueii aus der Klape
der Uirtcroffizicre uud Gemeiueu, die Dienstbezüge der aktimu Geudarmen vom Ober-
wachtmcister abwärts, sowie alle Stcrbquartalbezüge steuerfrei.

Eiue Eiukommeustettererklärrilig habeu alle Personeu eiuzureicheu, welche am

1. April des betreffeudcu Iahres sich rm Besitz eines steuerbareu Eittkommens besandeu,
für welches die Steuerpflicht iu hiesiger Gemarkuug begruudet war. Die Steuerpflrcht
ist in derjeuigen Gemarkung (Steuerdistrikt) begrüudet, in welcher der Pflichtrge seme
Hauptiiiederlassuirg hat oder, beim Mangel eiueS Wohnsitzes im Grostherzogtum, derr
größten Teil scines steuerbaren Eiukomrueus bezieht. Iedoch sind diejerligen Tteuer-
pflichtigeu vou Abgabe eiuer Erklärung elltbuudeu, welche iu dem Steuerdrstrrkt, rn
welchem am 1. April ihre Steuerpflicht begrüudet war, bereits zur Einkommcnsteiler
veranlagt uud uach dem Stande ihrer Eiukommeusverhältuisse am genannten Tagc
mit keiircm höheru Stcueranschlag als dem augesetzteu, zu besteueru sind.

IV. J m Allgemciuen: Gewerb- oder tsilrkommeilsteuerpflichtige, welche zur
Abgabe eiuer Steuererkläruug keine Verpflichlimg haben, sind gleichwohl befugt, eme
solche abzugeben. wenn sie eine Steuerminderung ansprccheu W können glauben oder
aus irgcnd einem besondern Gruude eine Berichtigung ihrer Steuerautage bewrrken
wollen. Ebcuso siud die Gesuche um gäuzliche Ettlseruttng aus dem 5tataster, deS-
gleicheir um Berechnurrg von Steuerabgäirgen uud Steuerrückvergüluugeu rmter ent-
sprechender Begrrruduug vorzubringeu

Druckforurulare zu den Gewerb- wie zu den Einkornmettsteuererkläriliigen uebst
Aiilcituugen zu dcn letztereu werden beim Schatzuugsrat unentgcltlich verabreicht.

Wer die ihm obliegendeu Steuererklärungen nicht rechtzeilig oder iu wahrherts-
widriger Weise erstattet, rmterliegt der gesetzlrcheu Strase. , . < »

ö. Für die Eiirrcichung der Kapitalreuteusteuererkl ä r uuge n wrrd all-
jährlich vom Schatzuugsrat eiue Frist bestiinml, welche iu der Negel mit der Zert
zlisamiuentrifft, iu der das Ab- uud Zuschreibeu der Gruud-, Häuser-, Gewerb- imd
Eiiikommensteuer stattfiudet, uud die jeweils in den Lokalblätreru besouderS bekanut
geiuacht wird. Ju Bezuq aus dre Feststelluug der 5tapitalrenteusteuer ist zu bemerken:

1. Die Abgabe der Steiiererklärliugen hat beim Schatzimgsrate zu erfolgen.

2. Dic AufsteUttirg der Steiicrerkläruugen geschieht uach dcm Staude der Ver-

iiiügensverhältnisse vom t. April. , .

3. Ju der festgesetzten Frist habeu alle jeuc Pflichtigeu Steuererklarimgcu emzu-
reicheu,

a) welche nach dem Staude ihrcr VcriuögettSverhältnisse vom 1. April des betref-
fendeu Iahres eiu in hiesiger Gemeiude zu veraiilagcudes Ziusen- uud Neuteilciilkomnrcn
von nrehr als M Mark jährlich bezieheu und hier uoch rricht zur 5kapitalrentensteuer
veranlagt siud, , ^

b> welche hier zur Neiitcusteuer zwar vcraulagt siud, aber uach dcnl ^tande rhrer
Vermögeusverhältilisse vom 1. Avril eru steuerbares Zinscu- uud Ntnteiieittkoiumeil
beziehen, welches deu veraulagteu Jahresbetrag um mehr als 60 Mark übersteigt.

4. Steuerpflichtig siud: . .

a) Landes- und soustige Ncichsaugchörige, wenu pe rm Sluue des

Reichschesetzes vom 18. Mai 1870, die Beseitiguug der Doppelbefteueruug bctreffeud,
ihrer, Wohusitz iAufei'.thalt) im Grostherzogtum habcu, dcsgleicheu Neichsauslan-
d c r, welche des Erwerbs wegen ihren Wohusitz im Grostherzogtum haben: mrt denr
gauzeu Betrag ihres uach Art. 2 deS Gesetzcs steuerbareu Zinsen- und rltentenbezugcS,
ohuc Nücksicht darauf, ob das gedachte Eillkommen von im Jnlande, im ubrigeu
Neichsgebiete oder im Auslaude angelegten Kapitalieir oder von iuläudischen oder von
sremden Bezugsorterr herstammt; .

b) Reichsaiisländer, welche nicht des Erwerbes wegcn rhreu Wohnsrtz rm
Grotzherzogtum habeu: nur iusoweit, als die bezüglichen 5?apitalien im Reichsgebiete
angelegt siud oder die Bezüge aus letzterem herkomu'.en.

5. Kapitalrettteusteuerpflichtige, welche zur Abgabe erner Stcuererklärung keine
Verpflichtung habeu, sind gleichwohl befugt, eine solche rirnerhalb der bestimmten Frist
abzugeben, weirn sie eine Stellerverminderung beauspruchen zu könncn glauben oder
aus irgend einern Grund eine Berichtigung ihrer Steueraulage bewirkeu wollen.
Ebenso sind Gesuche nm Strich inr Steuerregister. desgleichen um Berechnung vou
Steuerabgängen uud Steuerrückvergütuiigeu unter eutsprechender Begründung inner-
halb jener Frist vorzubringen.

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