Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 292
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K 7. Httttde, die tttts abgcsoiiderteii tüemttikmigen gehalien wevden, sind in dcl-
seniben Gemeindc ttnzninelden, zn welcher die ttdsiesonderle 9)eiiittrknnsi in sleuerlichcr
Beziehnnil zugeteilt ist.

Dic Tnxen siir diese Hnnde fttllen znr Hälste dein 9 igeiitii»ier der ttdsiesttiwerleii
Geittttrknng zn.

8. Die Bezirksttintcr httben bei Ansslelluntt beztv. Ane'dehnnttfl von Wttnder-
(terverbescheinen ttnf die Berpslichtung zur Enirichtnng der Hnndstttxe hinzmveisen.

K 9. Neber die Erteilnng der Dttttttsgenehiiiigniig zn eincin Geiiieindebeschllch
nach 2 des Gesetzes beschlieszl dns Bczirksnmt, iin Fall dcs 8 t> Zisser !t des Berwttl-
tungsgesetzes der Bezirksrttt.

Die C'rhebnng des GeiiieindezuschlttgS ersolgi gleichzeitig inii der 9 , bebnng dci
in 1 des Geseves bestiminten Tnxe dnrch die Dteileleittliehinerei bezw. nns die in rs t
nm Schluß ttiibegebene Weisc.

8 tO. Beschlttgntthmte Hnnde (ß 7 Absatz -l des t^csctzes) si»d bis zliin Einirilt
der RechtSkrnft des die Ginziehiing testsetzeilden -Ltittfbeicheids von dcr Drlöpolizci-
behörde ttnsznbewtthrei; nnd zn verpslegen.

Die Kosten der Berpslegnng sind genitts; is 49 der Beilvttllnttgsgebubieiivrdttiiiiz
vom Bezirksttint oiif die Amtskttsse ttnziiweiseii, soweit sie nicht nuS dcm ctwttigcii
Grlös des eingezogenen Hnndes gedeckt wcrden köiinen.

Eingezogene Hunde sind von der Ortspolizeibehörde entiveder nns Rechniiiig dei
Amtskttsse zn verwerten, oder, wenn dies nichl niöglich ist, zn tüten.

rs tk. Gesuche um gttnzlichen oder teilweisen Rnchltts; sowie u»i Stniid»iig dci
Huudstnxe nnd um Gesttttrniig von Ntttenztthlnngeii sind dem Ministerittm dcs Zn-
nern dnrch die BezirkSttmter z»r Berbescheidung vorznlegen.

li. Mastregeln kegen die Hundswut.

Berordnniig Grostb. Minisreijnms dcs Innerii vom 14. Mui 1876.

Auf Grund des H 8l> des P.-St.-G.-B. wird vcrordnet:

8 1. Alle an össentlichen Orten besindliche, über scchs Lstochen alte Hiinde miisseii
am Hnlse eine mindestens 8 cm im Durchmesscr grostc, den Wohnort deö Besitzers an-
gebende Marke von Mesiing oder Ricssingblcch trageu. Es genügt, wenn auf der Marke
die Anfangsbuchstaben der Gemeinde und deS Aiutsvezirks soweit aiigegeben wcrdeii,
dast Berwechslnngen ausgeschlossen bleiben.

Die Marke soll am Haisband hängen. dars also aus das Letzlere »icht vollsrändig
ausgenietet werden.

8 2. Hiinde, welche nicht die vorgeschriebene Marke trageii, werdeii — vorbchalt-
lich der Bestrafung der Besitzer — emgefangen und, wenn sie bis zum Ablaufe deö
zweiten foigenden Tages nicht von dem Besitzer nnter Borzeigen der Quittung iibcr
die an die Gemeindekasse geleistete Zahlung einer Gcbühr von 2 Mark abgcholl wcr-
den, getötet.

Die Auslösungsgebühren sind zur Dcckn»g der Kosten sür die Aiifbewahiilng
und Berpstcgung der gefangenen Hmide mid zn Belohnmigen für das mit dcm BoU-
zug der Verordnung betraute Aiifsichts-Personal, wclches sür das Eittsangei'. sedes
Hundes 50 Pfemiig erhält. zu verwenden.

4. Die Aufsicht anf die Hnnde.

Ortspolizeiliche Borsä-rist vom 1. Jnli 1894 auf Grund deö 8 108, 58 Zisser 1

des Polizeistrafgejetzbiiches.

8 1. Es ist verboten, gröstere linsbesondere Fang- und Metzger-) Himde
ohne wohlbefestigten Maulkorb auster dem Hanse mit sich zu führen oder frei hernm-
laufen zu lassen. Zu den Fanghunden gehören miter andcrm Hundc dcr Beriihar-
diner-, Neufundländer-, Leonberger- und Nlmer-Nasse, sowie Buldoggen jeder
Größe.

8 2. Ausgenommen von dem Berbot des 8 1 siud die Huilde, welchk zur Jagd
oder Schäferei verwendet werden.

8 3. Der Maulkorb must aus starken, über 9kase und Schnanze des Ticres be-
sestigten, uicht verschiebbaren Kreuzriemen oder metallenen Spaiigen bestehen und
derart beschafsen sein, dast er gegen Bist sicher schützt.
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