Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

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4. D.is shilbriugen von Huiideu nns den Friedhos, in die Neckarbadcnnstnltcn,
in den Llndl- iiiid 'Nepknnsgnrteii, in die (Änrteiinnlnnen des Bismnrckplntzcs, Mönch-
bosplnyes iiiid um die Pelerskirche, sowie in össeiitliche Wirtschnften ist, ebenso wie
dns Heruintniiseiilnssen von Huiidcn nn diesen Orten, verboten.

^ 5. Zilwiderhmidlniigen iverdeu gemns; ^ 103, 58 ,'j. 1 P.-St.W.-B. mit Geld-
slrnfen bis ;» 1«> bezw. bis zu 20 Mnrk bestrnft.

6. Dic ortspolizeiliche Vorschrist vom 2. Innunr 1801 scheinals bezirkspoli-
zeiliche Borschri'l vom 20. Februnr 1878) in obigem Betreff wird nusgehoben.

I I. Gesuildheitspolizei

L.. k'chl.icht- nnd Viefflzofmdmtng.

1. Snsvolneiliche Borschrist vom 10. Juli 1803 nuf Olrnnd des H 87 n, 85, Ziffer 2

P.-Sl.-tö.-B.

§ 1. Pnuerhnlb der 0>emnrkiing Heidelberg hnt die Schlnchtung vou Grohviel)
uud zllcinvieb jkder Nn, sowie von Pserden, welchc znm menschlichen Gennsse bc-
sliiniiu sind, nusschliehlich im städtischeu Schlnchthofe zn geschehen.

Ferner innssen nlle z»m gewerbsinnsjigcn Schlnchten von nuswnrts eingebrachte
Ticre in den dnzu bestiiiliuten Schlnchlhofstnllnngen eingestellt lverden.

^ 2. Dem Lctilnctithofzivnng unterliegt nicht:

1. Die Schlnchliing von selbstgezogenen Schweinen nnd Zicgen, deren Fleisch
nichl zum Berknns bestiiiinu in, beznu verwendet wird.

2. Dic Nolscblnchtung solcher Tiere, die ohne Ounlerei nicht trnnsportiert werden
töiinen. Fedoch isl von dernrtigen Notschlachtungcn vor dercn Bornahme oder, wenn
dies der Dringlichteit hnlber nichl möglich ivnr, weiiigsteiis sofort nnch derselben der
Lchlnchlbofvcnvnlliiiig Nnzeige zn erstntreu. In jedem Fnlle diirfen dnbei nur die
Bniicheiiigeivejde bernusgenoiniuen und etwn noch die Bnuchhöhle geöffnet werden;
doch dürfen die Bniicheingeweide vom Orte der Schlnchtnng nicht entfernt nnd die
Briistornnne nichl nus dem Znsnmiiienhnnge mit dem geschlnchteten Tiere gelöst
werden.

H 3. Schlnchlviehtransporte, welche mit der O'ijenbnhn hier eintreffen, diirfen,
insoweil gnnzc Wngeiilndiingen ui Frnge kommen, im Sommcrhnlbjahr in der Zcit
von morgens 0 llhr bis nbcnds 8' llhr nnd im Wintcrhnlbjnhr von morgens 7 Uhr
bis nbends 7 Uhr nur ans dem Oielnnde des stndtischen Schlncht- und Bichhofes, ein-
zeln per Bnbn eintreffende Schlachttiere nnch nm Hnnptbnhnhofe nusgeladen werden.

Der Durchtrieb von Schlachtvieh durch die Stndt ist jedenfnlls nnr insoweit ge-
stnttei, nts dnsselbe nicht ermüdet ist nnd sich leicht sühren lnstt. Beim Durchtrieb ist
dic Hnuptstrnsze, foweil irgend thunlich, zu vernieiden.

Ziim Snnsten-Lransport von Olrostvieh. welches nus irgeud einem Grunde nicht
geuiebeu werden kniin oder dars, ist der im Schlnchthose nufgesteltte Trnnsportwngcn
zu verweiiden.

^ 4. Anf Milchnnhrnng nngewieseiie Tiere, nlso Knlber, Lämmer uiid Kitzleiu,
miissen ttiibedingt nm Dnge des EinbringenS in dcn Schlnchthof nuch geschlachtet
werden.

Unterbleibl dies von Seiten der Eigcntümer, so wird die Schlnchtnng von der
Berwnllung nuf ziosten der Besitzer nngeordnet.

Ueber 12 Stnndeil eingestellte Tiere werden anf Kosten der Eigentümer gesüttert.

Die Berwnltung ist bcfngt, in besondcreu Fnllen Nnchsicht in Bczug nnf die vor-
stehenden Besllinmililgen eintreten zn lassen.

§ 5. Für einzelne, sehr entfernt wohnende Personen knnn auf Ansuchen das
Schlachten im cigcnen Gehöfte nnch Anhörnng des Stndtrntes von der Polizeibehörde
gestnttet iverden; doch hnben sich diese dnnn neben pünktlicher Einhaltung der be-
stehenden Borschristen den im cinzelnen Fnlle etwn noch besonders ergehenden Anord-
nnngen nnweigerlich zn fügen.

8 0. Der Schlnchthof ist aeöffnet:

1. An Sonntngen nnd gesetzlichen Feiertngen z»m Abholen n»d Nückbringen von
Fleisch iii der Feit vom 1. Apri! bis 1. Oktober von 5 bis 8 Uhr morgeiiS nnd von
11 bis 1 Uhr milings.
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