Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 309
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tz ). Lämtliche F-ei>ermeldiliigeii gelaiMii an eiue der Ceiitraleu (chathauS
oder Polizeistation Bismarckplatz), die uiiter sich verl'iiiideii sind.

Boii den (5entraleii siihren uach den WohiiiiiMii der Chargierten inrdSigiialisten
dcr Feuerwehr, des Kamiiifcgers und uach der Kaseriienwache zwei besondere stiing-
leitnngen, dnrch welchc d!e in den bctressenden Wohnungeii ec. angebrachten Alarm-
glocken gleichzeitig angeschlagen lverdcn.

8 5. Bei Einlanf einer Feiieriiieldung ans einer lsentrale hat der dicnsthabende
Schiihmann nach Biastgabe der hieriibcr bestehenden besonderen Instruktion die Mel-
dnng abzilnehnien und die Alarmieriing zn veranlassen.

Bei Grosjsener hat siih die Alariilieriing anf die beiden 5rompagnien der eigent-
lichcn Ztadt Hcidelberg, sowie auf die Aeiicnheiiner Fenerwchr zu erstrecken.

Bei eineiil >iaininbraiide beschränkt sich die Alariiiierung anf die Benachrichtigung
der beiden .Koinmandante», dcs .vaiipiinaniis der Westkompagiiie und des Kamin-
fegers.

Bon aUen Brandfällen, ansgclionimen.Kaiililibrände, sind zu benachrichtigen:
Ter Grohh. Amtsvorstand, der Nespizicnt des Bezirksamtcs, der Lbcrbürgerineister,
der Borstand des städlischen .vochbauaints, die Direktion der städtischen Gas- und
Wasserwerke, sowie die Kasernenwacl>e <die beiden leiztgeiiannten Stellen dnrch Be-
nützung der besonderen Telephonleitiingeii).

Bei Ausbrucb cines Brandes zur Nachtzeit isi die Direktion des städlischen Gas-
werks vcrpflichtct, alsbald die Stadt belenchten zn lassen und einen liichtlgen Werk-
fnhrer mit einem Gehilfen mit den nötigen Geräten versehen znr Brandstätte zu
schicken.

§ 6. Beznglich der Alarinieriing der sreiwilligen Ferierwehr durch die Signa-
Usten nnd Tambonrs bestimmt eine vierteljährlich ansziigebende Anweisnng die
Strahe», in denen jeder einzelne Signalist Alarm abzngeben hat.

H 7. Bis ziim (fiimeffen der freiwilligen Fenerwehr, welche bei allen Brand-
fällcii znnächst die Lösch- niid Aettiingsinannschaften stellt, haben die Hausbewohner
niit den zu ihrer Hilfe herbcieilenden Personen alles aufzuwendeii, uui das Fener zu
löschen oder dessen Ausbreitnng zu verhindein.

8. Die Anordiiiiug und Iteitnng der Itöschmahregeln steht dem Grohh. Amls-
vorstande bezlv. jciiiem Stellvertreter zu, welchem hierbei der Oberbürgermeister, der
Sladtbanmeister, sowie der Kominandant der freiwilligen Feuerwehr beratend zur
Seite slehen.

Die Befehle zur Aiislieferung der spcziellen Anordniingen erteilt der 5komman-
dant der freiwilligen Feuerwehr odcr dessen Stellvertreter.

8 9. Dem Grohh. Anitsoorstande bezw. dessen Stellvertreter steht die Befugnis
zu, im Notsalle nichl zur freiwilligen Fcnerwehr gehörige arbeitssähige Einwohner
zur Hilfeleistung beizuziehcn; letztere sind bei Sträsvermeiden verpflichtet, den An-
ordnungen dcr im vorigen Paragraphen bezcichneten Personen Folge zn leisten.

Jn gleicher Weisc sind die Besiher von Privatfeiierspritzen gehalten, solche auf
Berlangen znr Berfiigung zn stellen.

Bci strenger .Kältc sind die Beivohner der benachbarien Häuser verpflichtet, war-
mes Wasser bereit zu stellen und abzngeben und bei Glatteis zu strenen.

8 10. Wenn auswärtige Hilfe eintrifft, so hat sich diejelbe iinter die Leitung
irnd Befehle der in ß 9 genanntcn Personen zn stellen uiid darf ohne deren besondere
Aufforderiing nicht in Thätigkeit treten.

811 Brandfälle in Nenenheim oder Schlierbach. Die Alarmiernng
erstreckt sich jn der Regel nur auf die iu deu bctreffendcn Stadtteilen bcfindlichen
.Kompagiiicn. Bei Grohfeuer wird durch die Fenermeldestkllen Hilfe herbeigernfen,
und rücken dann je nach Bedarf 1 oder 2 Kompngnien ans der inneren Stadt zur
Hilfeleistnng aus.

8 12. Mühige Ziischaner sind von der Brandstätte fortzuweisen. Eltern, Bor-
münder nnd Erzichcr sind verpflichtet, ihre jngendlichen Angehörigcn während des
Brandes zn Hausc zn behalten.

8 13. Anher dcn Bewohnern des Hauses nnd den in 8 3 bezerchneten Personen
haben nur Fenerwehrmäniier Putritt in das brennendc Haus bezw. in die Nachbar-
häuser, von ivelchcn auS gelöscyt wcrdcn oder das Netten von Fahrnissen stattfiiiden
kanu.
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