Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 314
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scin »nd keiiie lcicht cntziindlichen (Hesienstnnde sich in der Nnlie befinden. Tie Kamin-
pntztlliirchcn müsscn verschlossen scin. Ucbcr nllc diesc Pnnktc <1 bis hat sjch der
Meister vor Bcginn dcr Arbcit gennn zn verlnssigen.

4. Die Zeit fnr das Ausbrennen ist so zn wnhlcn, dns; dns Geschnft bis spntc-
itens zwei Uhr nnchmittngs beendet ist. Dns Llnsbrennen dnrf nn kcincm stiirmischcn
Tnge und weder bei großcr Knlte noch bei nnhnltender Hitze gcschehen.

Jn Gebnnden mit Stroh- oder Schindelbednchnng soll dns Ansbrcnnen nur in
den Monnten November bis April vorgenommen werden.

5. Vor dem Beginn dcsselbcn sind dic nöligen Vorsichtsmnßregeln zn treffen,
um dem hinnusschlngenden oder nberhandnchmcnden Fcncr dnrch Verschlns; ocr Tcff-
nnng dcs Knmins mit Plntten oder eisernen Deckeln u. dergl. sogleich mit Grsolg
begegnen zn können. Anch ist vom Hnusbesiner cin zureichender Wnsservorrnl in dns
Haus und insbcsouderc in die Nnhc dcs Knmins zn schnssen. Anf dcm Dnche in cinc
Ueberwnchung der Knminnnsmündnng dnrch eiucn b>)khilfen nötig, nnd in den Zwi-
schcnstockwerken dns Knmin dnrch cine znvcrlnssigc Person zn bcobnchtcn. In bcson-
ders gefährlichen Fnllen, wic insbcsondere nnch beim Aiisbreiiiicn in (üebnndcn mii
Stroh- oder Schindclbednchung, ist siir Bereithnltnng einer ^prive sowic snr dcn
Beizng von hilfsmnnnschnfr Sorge zn trngen.

Jst in eincm Gcbnnde mit Stroh- oder Schindclbednchnng dns Ansbrciliicii nus-
nahmsweise is. Ziff. 4 n. E.) in der Somiiicrszeit vorzniiehmcn, so müsscn niifferdem
nasse Tüchcr in die fftnhe des Knmius nnffcrhnlb dcs DniheS nnsgelegt und dicselbcu
fortgcsetzt mittclst einer Hnndspritzc bcspritzt werdcn.

6. Jst ein Knmin in dns nndere geführt, so mnff znnnchn dns obcre und dnuu
dns untere nusgcbrnniit werden. Ebenso ist bei mehr nls drcislöckigcn Hniisern ^iicrn
im oberen Stöck mit Dachraum auszubrennen nnd dnnn erst in dem nnteren <stock-
werke. Bei nebeneiiinndcrliegcnden Knmincii iff dnrch sorgsnltigen Abschluff Fiirsorge
zn treffen, dnß sich nicht beide gleichzeitig entzünden.

7. Nnch dcm Ausbrennen ist dns Knmiii mit Kngcl nnd Biirste zn dnrchziehcn.
Auch ist vom Knminfeger dnsiir zu sorgcn, dnff dns Knmin nnch bcciidigtcm Geschnftc
noch einige Zeit durch cine vom Hnusbesitzcr bestelltc zuverlnssige Person bcobnchtct
wird.

8. Dns zum Ausbrcnnen ersorderliche Mntcrial bnt dcr Kaminfeger nus eigene
Kosten zn stellen, woranf bci Festsetznng der Tnxe für dns Gcfchäft Nücksicht zu
nchmen ist.

ß 15. Ueber die Zeit der Reinigungeii wird bcstimmt:

1. Küchenkamine sind nlle drei Monntc, wenn sie nbcr den Nnuch von drci odcr
mehr Ofenröhrcn - gleichviel in welchen Stockwcrkcn — nnfnehmcn, wnhrcnd dcr
Ofenfenerungszeit alle zwei Monnte zu reinigen.

2. Kamine, welche nuSschlicfflich zn Oefen nnd nnderen nnr im Wintcr gebrnnch-
ten Fenerungs-Anlngen gchörcn, sind wnhrend der Ofenfeuernngszeit nllc 2 Monnte
zu reinigen. Bci Knmiuen voi. Lnft-, Dnmpf-, Wnrm- nnd .Heikwnsserheiznngcn hnk
wnhrend der Benütznngszeit die Reinigung nlle Monnte stnttznsiiiden.

3. Monntlich müssen gereinigt werden:

Die Kamine der Bäcker und Wnrstler, dic Kiichciikaminc bei Gastwirten iind
ähnlichen Gewerben. die Knmine der Bierbrnncr während der Brnuzeit, dcr Brciinc-
reien, Trocken- oder Dörrnnstalten während dcr Gebrnuchszeil. Allc zwci Monaie
sind dic Kamine der Schreinerwerkstätten zu reinigen. Tie Knmine der ^chlosser- nud
Schiiüedewerkffätten, sowie die Knmine sonstiger Feuernrbciter sind eininnl jähr-
lich zu reinigen (Gcs.-Blntt 1889 S. 104).

Enge, sogeu. riissische Knmine uuterlicgcn hinsichtlich dcr Znhl dcr Neiniguugeii
den allgemeinen Bestimmnngeii.

ff. Knmine, welchc ansjchliefflich fiir Badezimmcr odcr wclche sür Wasch- nud
Backöfen dienen, die nur zeitweisc benützt wcrden, sind jährlich zweimal zn reinigen.

6. Fnbrikkamine, welche umbnut sind oder in der Nnhe von Gcbäudcn stchcn,
sind zweimal, frcistehende Fnbrikkamine jährlich einmal zu rcinigcn.

Weiin die Vornahmc der Ncinignug cinc besondcre -störnng dcs Fnbrikbctriebcs
vernrsacht nnd nnchgewicsen wird, dnff sich bci dem sehr stnrkcn Znge des Kamiiis kcin
Rnff, noch weniger Glanzrnff ansetzt, lnnn dns Bezirksnmt die Zahl der Neinigiiiigcu
noch weiter herabsetzcn oder bei ant crhaltenen, gnnz freistehcnden Kaminen anch dcm
Eigentümcr die Besorguug der Neinignng überlässen.
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