Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 317
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iim 20 Pffl. Uittt'r EntseiiiiMti ist die wiiklickie läumliche (5'ntsenmng des Wohn-
orts vom Lrt der Lornahme dcs Gcschosts, geiiiesscn ncich der beide Orte in knrzester
Linie verbindcnden Stitihc verstandcil, aljo: dcr cinfachc Hinweg (nicht Hin- und
Rückwcg). LiZerden mchrere Bcsichligiiiigen an ciiicm Tage vorgcnoimiien, so ist nur
eine Ganggcbühr von den Bauhcrren gemciiisam zu entrichten.

VII. Dic Taxe für das Reinigcn einer Hurte oder eines sogenannteii Pauchlochs
beträgt 6 Pfg.

VIII. Hierbei wird noch bemcrkt:

a. Oeffnen nnd Schlieszcn dcr Klappen uud Piltzthürchen wird nicht besonders

vergütet.

b. Halbstöckc, Mansarden, Souterrains oder Kcller zählcn als Stockwerke.

e. Der Kaminseger hat säimlichc Rcinigmigsapparate zu stellen uud den Nus;

aus den Kaininen herauszuschaffen.

ä. Das Begchen des Dachcs durch den Kamiuscger von eiucm Kamiu zum an-

dern ist verboten.

F 6. Diese Borschrist tritt mit dcm 1. April 1888 fiir den ganzen Amtsbezirk —
Sladi Hcidelberg nud Landgcmcindcn — in Kraft. Mit diesem Tage sind die bezirks-
polizeilichen Borschriflen voin 29. Februar 1872 und 12. Dezember 1874 aufgehoben.

8 7. Zuwidcrhandlungeii gegcn diesc Borschrift werden gemäs; 8 28 der Kamin-
fcgerordiiung vom 29. November 1887 uud 8 368 Ziffer 8 N.-St.-G.-B. bestraft.

v. Vauordnung.

(Zst in amtlicher Sondcr-AuSgabe crschieneu und bei I. Hörning,
Universitüts-Buchdruckerei, Hauptstraffc 55 a zu haben.)

L. Die Errichtnng nener Wuhngebäude uud Vrnnncu in der Nälze

des Friedlrvfes.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 4. Zuui 1891.

Neue Wohngebäudc, welchc in der Umgebuug des städtischen und israelitischen
Fiiedhofs erbaut werdcu sollen, dürfen, soweit das nordöstlich des ^teigerwegS und
siidlich dcs sogenaunten Hascnbühlerwcgs gelcgeue Gelände in Betracht komiüt, nur
in einer Eiitfcrnung vou inindestens 5Öm, im übrigeu mit Ausnahme der schon in
den Baubezirk einbezogkilcn Ecke der Nohrbacher- uud Schivetziugerstraffe nur in einer
solcheu von inindestens 90m von der nächstliegciiden Greuze des Friedhofgebietes er-
richtet werden.

Brnnncn dürfen nur auf der Nückseite der in der bezeichneten Umgebung des
Friedhofes zur Errichtung gelangeiiden Gebäude und iniildestens 10m hinter der be-
stimmten Bauflncht derselben erschlossen werden.

Ausnahme von obiger Borschrist kann in besonders dringeuden Fällen die Bau-
polizeibehörde init Zustlininiiug des Stadtrates uud nach Anhörung des Groffh. Be-
zirksarztes bewilligen.

k'. Neläftignng durch Nanch, Rul! und üble Nnsdüustungen.

Ortspolizeiliche Borschrift vom 14. November 1890.

8 1. Die Besitzer gewerblicher Anlageu, die bci ihrem Geschästsbetriebe nach sach-
verständiger Feststellnng durch starken Nauch, Dampf oder üble Gerüche die Luft in
einer die Olesundheit gefährdenden oder iu erheblichem Grade beläsligenden Weise ver-
uiirkinigen, sind gehaltcn, auf Aufordern der Polizeibehörde diejenigen Vorkehruilgen
zu treffen, die zur Beseitigung dieser Berunreinigung als dienlich erscheinen, und siiid
strasbar, wenn sie den hierauf bezüglichen Anordnungeu der Polizeibehörde nicht oder
nicht vollstäiidig iimerhalb der bestimmten Frist nachkommen.

8 2. Zuwiderhaiidluugkil werden gemäff 8 866R -Str.-G.-B. an Geld bis zu
60 Mark, eventuell mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.
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