Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

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6. Einrichlnng von Gas- nnd Wafferleitungen.

Ortspolizeiliche Vorschrist vom 17. Jammr 1889.
lsZaSleitungeu.

tz I. Hu den Gasleitlmin'n dürfen kttnstighin nnr noch eiserne Röhren bentttzt
werden. Die Verwendunq von Bleirohr ist nur znlässia, wcnn es sich uin Neparaturen
oder um kleine Erweiterungen und Beränderungen bereits bestehender Lleirohr-
leitungen handelt.

8 2. Die Nöhren und Verbindungsstttckc sind vor dcm Verlegen in dem s'siistaude,
wie ste znr Verwendung kommcn sollen, ans ihre Lufldichligkeit zu priisen und dttrfen
nur dann bcnützt werden, wenn sie sich vollkommcn dicht erwicsen haben. Es isk un-
statthast, etwn gefiindenc Fehler an ciscrnen Röhrcn nnd Verbindungsstiicken durch
Verstreichen mit Kitt oder Verhämmcrn, oder durch Schnell-Iwt zu reparieren.

Verstreichen mit Kitt oder Verhämiuern undichter Stellen ist auch bci Bleirohr-
leitungen untersagt, dagegen bci diescu das Verlöteu zulässig.

8 3. Die Verbindungcn und Verschlttsse der Röhren müsscn auf dauerhafle uiid
solide Weise lustdicht hergestellt werden, bei Eisenröhren durch Musicn, Mctallstopfen
und Flanschen odcrKappen, bei Bleiröhren, wo diese nach 81 ttberhaupt zulässig sind,
durch Verlölen.

Wo Bleirohrleitungen durch Mauerwerk odcr Eebülke gehen, muß ein schinied-
eisernes Futterrohr iiber dieselbcn geschoben werden, welciies etwa 1 cm weiter als
der äußere Durchmesser des Bleirohrs ist nnd auf jeder Seite der Mauer odes dcs
Gebälkes mindestens 1 cm vorstcht.

8 4. Wo Eiscnrohr an bestehende Bleirohrleitung angeschlossen werden soll, darf
die Verbindung von Eisen und Blci nicht durch unmitlelbares Anlöten erfolgen, viel-
mchr muß dicsclbe mittelst messingcner Perbindungsschrauben, welchc an das Blei-
rohr anzulöten sind, ausgcftthrt werden.

§ 5. Bei Bestimmung der Rohrweiten ist für gewöhnlichc Verhältnissc die sol-
gende Tabelle maßgebend, während in außergewöhnlichen Füllcn der betrcffendc In-
stallateur mit der Direktion dcs Gaswcrks iiber die zu wählenden Nohrdimensioneu?c.
sich zu verständigen hat.

Durchmesser der Röhrcn in Zoll
und Millimeter

in Meter

's"

10

1NII1.

l/2«

13

MM.

20

mm.

25

UIM.

32

MM.

11

38

mm.

2^

51

MM.

n

3

10

32

65

120

188

395

6

2

7

22

46

84

133

280

9

2

6

18

37

69

109

228

12

l

5

16

32

60

94

198

15

I

4

14

29

54

84

179

18

1

4

14

26

48

77

162

21



4

1l

24

45

72

150

24



O

11

22.

42

67

140

27



1

11

21

40

63

12.0

2.0



3

10

20

38

59

123

36



2

10

19

34

54

112.

42



2

9

17

32

50

105

Ein Beispiel wird die Anwendung der Tabelle erläutern',

Angenommen, es sollte eine Nohrleitung von 26 m Länge für 18 Flammen
hergestellt werden, so hat man in der ersten Vertikalspalte der Tabelle diejenige Zahl
zu nehmen, welche der angegebenen Leitungslänge am nächsten kommt. Gegcbcn
ist in unserem angenommenen Fall die Länge 26, es wttrde also in der Tabelle dic
Zahl 27 dafür zu nehmen sein. Man sucht nun in derselben Horizontalzeile von
links nach reclitS die nächst höhere als die angegebene Flammenzahl, statt der an-
genommenen 18 mithin 21, uud da diese in der Spalte fttr 1 Zoll englisch ^ 25 Milli-
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