Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 319
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iiiktcr Rohr stcht, ist olso cii, Nolir von dieser Weite erfordcrlich und genüqcud,
18 Flamiiieii bei eiucr HcituilgSläilge vou 26m noch iiiit Sicherheit zu versorgeii.

ß 6. Die Nöhrciileitiiiig soll iu der Ncgel zu Tag und miis; stets mit dem
iiötige» (9esülle gelegt wcrdcu. Auch bei Veräiideruiigeii und Erweitcriiugeii bc-
steheuder Blcirohrleituiigcu müsseii eiserue Röhrcii zur Lcrlveiiduug kommeii, sobald
dieselbeii in die Wand, uutcr die Decken oder imler die Dicleu gelcgt werdeu sollen.
Zum Ablassen der in den Nöhreu sich sammelndeii Koiidensatioiisflüssigkeiten sind
an geeigneten Stellen, nainclitlich da. wo dic Leitiing von wärmeren in kältere
Räumc übertritt, Wassersäcke mit sichcrem Verschluj; anzubriligcn. An seuchten
Stellen sind Eisenröliren durch Austricli gegeu Srydalion zu schügen.

8 7. Die Haupt- »nd Zwischenhahueii müssen in der .Rcgel dieselbc Turchlas;-
öffiinnb haben, wie die Röhren, nn dciien sic angcbrachl sind; sic müssen ferner mit
Stellstift versehen sein und uicht ans ihrer Hülse hcrausgczogen werden köiuien. Der
Kopf dcs Hahnens musz — am bcsten mit einer lief eingefeilleu Rille — so gekenn-
zcichnet wcrden, das; man auch im Dunkelil lcicht erkeniicn kann, ob cr geöffnet oder
geschlossen ist.

Bei ausgedehntcii Ileituiigen sind an geeigucter Stelle Zwischenhahnen in dieselbe
kiiizusetzcn, anch uiüsseii Kronleuchter, schwere Zttleusiv-Lampeil .'c. gnt und sicher an
der Tecke bescstigl werden uud dncch leicht zugängliche Hahnen für sich abgeschlossen
wcrdcn köniicii.

rj 8. Bor dem Anschrauben der Lampen ist die Leitung mittelst cines Mano-
metcrs mit cinem Luftdruck von Lmm Wassersäule zu prüfen, und muß der Wasser-
stand im Mauometcr liinerhnlb einer Beobachtungszeit von 3 Miiiuten keine wahr-
nehmbare Berändcruiig zeigen.

Jede (ffaslampe iii vor dem Anschrauben auf das Genaueste auf ihre Dichtigkeil
zu prüfen und nichl eher anzuschraubcii, bevor sie sich nicht vollkommen dicht er-
wiesen hat.

Nach dcm Anschrauben der ^auipen ist die Prüsung der ganzen Leitung zu
wiederholcn.

Zst diesclbe gut ausgcfalleu, so ist bei der Gaswerksdirektion der schriflliche Au-
lrag zu stellcn, nuiimehr die iuiiere ^eituug mit der Gasuhr zu verbinden, welche so-
dann ihrerscits die Lcitung priifcn und nach Giltbesindnng derselben thunlichst bald
die Arbeit ausführen lasseu wird. Gs ist unstatthaft, die Gasleitling, welche der Probe
unterzogen werden soll, mit Wasscr zu füllen. Der Kontrol-Beamte ist nicht ver-
pflichtet, eine solche Leitung, auch wenu sie wieder eutleert wurde und sich anscheinend
vollkommen dicht zeigt, als gebrauchsfähig anzuerkcnneii.

8 9. Der Gasabnchmer hat die Berpflichtung, die Gaseinrichtung in gutem Zu-
stande zu erhalicn und vorgekomiliene Beschädigungen sogleich wieder herstellen zu
lassen.

II. Die Wasserleitungen.

8 10. Die Privat-Wasserleituiigen, welche an die städtische Wassccleitung ange-
schlosseu werden, müssen auS gusreiscrueu oder gutgalvauisierten schmiedeisernen Röh-
ren und Berbindungsstückcn hcigestellt werdcn, und sollen, was die Hauptleitung im
Hause ec. betrifst, eine Lichtweite von mindesteiiS 18—25mm erhalten.

8 1l. Die Leitnngcn sind so zu legen, daß dieselbcn mittelst eines im tiefsten
Puiikle anzubringenden Hahnens cutlcert werden können und sind, wenn etwa das
Gefülte zum Gntleerungshahnen uiiterbrochen werden muß, an dieser Stelle mit be-
souderen GlitleerttngS-Borrichtungen zu versehen. Sie sind im Jnnern der Gebäude
in der Regel in cinem Abstand von miudesteus 3 bis 4 cm von der Wand offeu zu be-
sestigen und möglichst durch frostfrcie Näume zu legen, auch müssen sie, wenn sie durch
dcn Grdbodcn tühien, in diesen mindestens 1,25 m tief eingelegt werden.

8 12. Bci F-ührung der Nohrlcitungen durch einen unzugänglichen Naum, eine
dicke Mauer u. dgl., sollen die Röhren an den Stellen genügend freien Naum baben,
an welchen durch etwaigcS Setzen des Gebäudes oder dcs Bodens oder durch Froff
eine Beschädigung derselben stattfinden könnte.

8 13. Die Berbindung der piöhren hat durch Vermittelung von Flanschen, Mnf-
sen oder sogenannteii Holländer-Aerschraubungen zu geschehcn.

8 14. Wo Leituiigcn nach Gärtcn, Höfeu, uugeheiztcn Näumen, überhaupt sol-
chen Orteii al'zweigen, >vo dicsetbeiii vom Frost beschädigt werden könnten, müssen
Abschluß- und Gnticcruiigs-Borrichluugen so angcbracht werden, das; diese Keitnngs-
strecken bei eintretendem Frost fürsich abgeschlossen und völlig entleert werdenkönnen.
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