Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 325
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Verordnunq, ailch durch dic Ortspolizeibehörde erlasscn werden ; alsdann ist aber die
aii sich zuständige Behörde ldie Ltraszellbau-Iiispektion bezw. der technische Kreis-
beamre oder das Bezirksaml) zum Bwecke der etwnigen weitcren Versügung alsbald
von der gelroffcncn Slnordnuiig in Kenntiiis zu setzen.

8 23. Z u ständige Behördeii bci 6) e m eindewegc n. Zur Erlassung der
auf lstemeindewcge bczüglichen Anordnnngen ist in den in § 22 bezeichnetcn Fallen
die Lrispolizcibehörde zuständig.

Llebt der bezngliche (Kemeindeweg untcr der Aussicht der technischen Staatsbe-
hördc oder unter der Verwaltiing des Äreisvcrbaiidcs, so ist zuvor die Staßenbau-
inspektion und im levtercn Fallej soweit ohnc Verzögernng thunlich und namentiich
vor Erlassung allgemeiner und dauernder Anordnungen, anch der Kreisausschus; (be-
ziehungsweise SonderaiiSschnß) zn hörcn.

Handelt es sich um Anordnuiigen, welche für einen Kemeindeweg oder bestimmte
Strecken desselben eine allgciiieine Bedeutiing haben, so sind dicselben in der Regel
in der Forni einer bezirks- öder ortspolizeilichen Vorschrifl zu erlassen und jedenfalls
in gecigneler Weise <vgl. 8 22 Abs. 2) z»r öffentlichen Kenntiiis zu bringen.

8 2K Srts- und bezirkspolizeiliche V o r s ch ii f te n. Jm Uebrigen bleibt
cs hinsichtlich der Kreisstraßen, lßemeindewege nnd Sitsstraßen gemäß 8 34 Absatz 2
des Slaßengcseves dcn Bezirks- und Srtspol'izeibehördeii vorbehälten, nach Maßgabe
der besonderen Bedürsnisse »nd Verhälliiisse weitere Bestiinmuiigen zur Erhalrung
der Siäierheit, Beaiienilirlifeit, Reinlichkeit uiid Rnhc ans den össiiillichen Wegen zu
crlasscn. Auch können mit besonderer (ßeiiehmigung des MinistcriiimS des Iiinern
solche bezirks- oder ortspolizeiliche Vorschristen sür Bandstraßen anßerhalb OrtSetterS
erlassen werden.

Vor Erlassnng derartiger bezirks- oder ortspolizeilicher Vorschriften ist die
Straßeilbaiiiiispeklioi! »nd, soser» es sich iim eine Kreisstraße oder nm Landstraßen
oder lßeineindewege handelk, wclche vom Kreise znr llnterhaltiiiig übernommen sind,
der Kreisausschnß (bezw. SonderaiiSsclniß) zu hören.

Die Anhöruiig der Straßenbauinspekiioii kaiin bei OrtSstraßcn und lKemeinde-
»vegen, welche der regelmäßigen Aiissicbt der technischen Staatsbehörde nicht unter-
ffchen, iinlerlassen werden.

8 2-'i. H a n d h a b u n g der straßenpolizeili ch e» A u f s i ch r. Neben den
Bedienstete» dcr Staats- imd (Kcmeindepolizei sind insbesondere die Straßenwarte
nnd die Straßeiimeister daz» beriifen, bei Buwiderhandliingeii gegen die Vorschriften
dieser Vcrordiiung, gegen die in den 88 107—109, 116, l.20—124,129 des Volizei-
strafgesetzbuche«, deiii 8 366 2—5, 8 und 9, dcm 8 367 Biff. 12—15 und 8 370

Ziffer 1 und 2 des R.-Str.-Ei.-B. enthaltenen straßcnpolizeitichen Bestimimingen,
sowie gegen die etwa eilasseiien bezirks- oder ortspolizeilichen Vorschriften sachent-
sprechend einzufchreiten, die Fortsitzung dcrselben z» verhindern nnd sowohl hinsicht-
lich der sclbst wahrgeiioiiimenen als dcr anderwärts in E'ifahrung gebrachten Zu-
widerhandlmigen alsbald Anzeige zu erstatten.

Die Anzeige des Straßenwarts ist, wenii es sich um eine anf einer Landstraße
begangene Ziiwiderhandlnng gegen 8 l2l) des P.-Str.-lß.-B., iii» Zuwiderhandlungen
gegen 107, 108 Ziffer 2,109 Zissir 1 »nd 3, 116 iind 129 des P.-Str.-G. B. oder um
Ziiwidcrhaudliinge» gegen die W367 Ziff. 13—15 u.370 Ziff. 1 u.2 deS N.-St.-G.-B.
handelt oder wenii die Ziiwiderhandlnng in Gemcinden begangen wnrde, wo die
Ortspolizei durch die Staatsbehörde verwaltet wird, an daS ÄezirkSamt, in den übri-
gen F-älleu an den Bürgermeister der Gemarkung zu richten, innerhalb welcher die
Uebertretung begangen wurde', auch hat der Straßenwart solche Zuwidcrhandlungerl,
falls sie auf Landstraßen, Kreisstraßen oder anf einem dcr Aufsicht der technischen
StaatSbehörde nnterstehende» Gemcindeweg begangen wurden, zur KenntniS deS
vorgesetzten Straßenmeisters zu bringen.

Die Bürgermeister haben die Anzeige in den durch die W 131 und 132 deS Ein-
fiihrnngsgefetzcs und 8 23 der Vollzugsverordnung vom 11. September 1879 über
das Polizeistrafverfahren bezeichneten Fällen an daS BezirkSamt abzugeben.

8 26. Schlu ß besti m m u n g. Diese Verordnung tritt vom Tage der Vcrkün-
dung air rn Kraft.

Die in den Brückenordnungen (ß 154 des P.-Str.-G.-B.) aufgenommenen beson-
deren Vorschriften werden durch diese Verordnung nicht berührt.
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