Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 379
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7. Inflkiidliche Arl'eilN' diilscil in Fvbrikc» imd dcn in ^ l?>4 Ahs. 2 uiid 15än
l'czcichiielcn sicwcrblichcn Anlciflcn mi Soiiii- iiud Festtuflcii iil'erl>u»s'l nicht bc-
schäsliflt iverdeii. ir> l:l«> Al'suv 2 der ch'erwcrl'cordiiiiiifl, veifll. Micli iiiilen zu li 4).

d. Während i»i.>?»ndel'?flcwcrl'c, svwcil co in vssciie» Versviissstclleil l'ekricbeii
wird, nlich die Zvmiltiflovrbeil der Arbeikflcbcr Veschrüilliliifleii »iilerlieflt 4 >->>,
ist m dc» hicr in Acdc skehendcil lstewcrben dcn Arbeikflebcri! mid sclbstäiidifleii <9e-
wcrbclrcidelideii dic Lvinilvflcwrbeit durcli dic Vvrschrislen dcr Gcwerbevrdiiiliifl nicht
verwehrt.

Fiidenen hvben dic Arbeikflcbcr uiid scibstäiidifleii Kewcrbetreibciidc» die Vor-
schriftcii des 8 l dcr Kvudcsherrliche» Vervrdiiinifl vvin Fimi l.'-li2 die weltliche
F-cicr der Lonii- inid Festlvfle berr. <<iles.- u. V -Ü7.-V1, S. M7) z» bcobvchlcii.

Auch iiisvwcil v» Svini- iind Fcsttvflcn einc Veschäftiflmifl von Arbcitern zu-
lässifl ist, dvrf durch die Vvriivlnrie solcher Arbeitcii eine Sköriiilfl dcs Gvtkcsdicnstes
oder vndcrcr rcliflivicr Feicrlichleiten einer christlichcii.stvnsessivn nicht hcrbeiflcführt
wcrden <8 2 Absvv 2 der viifleführtcn Vervrdniiiifl).

Aiisiivliinen vvu dcn flescvlicheii Vcstiiiliiiiinflen.

1. AilSnvhiiieii vvn dein Verbvt dcr SviinlvflSvrbcil trctcn cin:

-i. krvsk flcsevlicher Vvrschrisk <r- ><>'>> ),

h. krvsl der voin Vinidesrvt vnf Grund des r; lnstil crlasseneii Vorschriften,

v. krvii der von der hvhercn VcrivvltiiiiflSbehvrde viis Grnnd des 8 105e fle-
trvsfenen Vestinniiiiiiflen,

«i. krvfl der von der niiteren Verwvlkiiiiflrbehördc vnf Grimd dcs § 105t' erkeilteii
besoiidereii Grlvubnis.

2. Svweit in F-vbrikcn imd den in 8H 154 Absvv 2 nnd 154n der Gcwerbeord-
iiiiiifl bezcichneken flewerbliäieii Anlvfleii ÄnSiivhiiicu vvn dein Vcrbot der SoniilvflS-
vrbcit Plav flrciien. sind i» dicseii Vcirieben bei der Bcschvftifliinfl von Arbeiterinnen
v»s;er den vllflcnicinen Vcdinflniiflen. vn welche dic Znlassmifl der SonntvflSvrbeit
flekniipsr iit, vnch noch die Vorschrislen des 1st7 nnd dic vnf Grnnd der 88 15!> nnd
l-'chu crlvsseiicn Vesliiilinniiflen zn bevchlen.

st. Dv in den »nier 2 bczeichiicten Vetrieben die VeschäfliflMifl inflendlicher Ar-
bciler vn Sonn- nnd Festtvflen ii» Allflcnieincn verbvlen ist nnd Ailsnvhnicn von
dicsem Verbvt iiur vnf Grnnd dcr isri! 1M und 1.'l!>v ziiflelvsscn iverden köiincn, sv
dürfen jiiflendlichc Arbeiter in diescn Vclriebcn vuch zn den zulässiflen Sonntvflsvr-
beilkn nur iiisvweit hervilflezoflen wcrdcn, vls dicsc Vcschäftiflniifl vnf Grund des
8 139 odcr des 8 l39v vn Lwnn- und Fcsttvflen vnsdrücklich gestvllel ist.

4. Rnefnahmen kraft gesestlicher Borschrift. 8 105v.

1. Unicr diejeiiiflen Arbcitcn, vus die dvs Verbol dcr Svnntvgsvrbeit krvfl Ge-
setzes keine Anivenduiifl sindct, wcrden im 8 105v vn erstcr Stelle solche Arbciten ge-
rcchiicl, dic i» Aolsällen vder iin össentlichcn Interesse mivcrzüglich vorfleiioniiiieli
werden iiiüssen. ,>)» den Arbeiten in „Aotfvllcn" gehvrc» solche Arbeiten, die znr
Veseikifliinfl eines Avlstvndes odcr znr Abwcndmifl ciner Gesvhr sofvrt vorflcnoiiiiiieii
werden inilssci!, serner vber vnch driiifleude Arbeiten, die dnrch Todesfülle, Grkrvn-
kuilfleil, ttiivvrherflesehenc, erhebliche flcschäftliche Fwischcnfälle cc. crforderlich werdeii
nnd nichi wohl vnf dcn »vchfvlflciiden Wcrktvg verschoben werden können, dvflegeil
kvnn nichr eiwv schlcchlhin die Grledifliing ciligcr Ai beiten hierher flerechncr iverden.

— Uiilcr „östentlicheni Fntcresse" ist nicht n»r dvs Fntercsse dcs SkvvtcS vder dcr
Geiueinde, svndcrn vnch dvsjenige des Piibliknins zu verstehen.

2. Die Vefiifliiis, Reiniflmifls- mid Iiistvndhvltuiiflsvrbeitcii, dnrch die der regel-
mvstige Fortgvnfl des eiflencn oder cincs srcniden Bctriebes bedingt ist, Arbeiten, von
denen die Wiedcrvufnvhine dcs vollcn wcrktvfliflcn Vetricbes abhvngifl ist, sowie solche
Arbcikcii vorznnehmeii, die zur Verhiitniifl dcs Verderbens von Rvhstoffcn vder des
Mistlingens von Arbeilserzeiignissen ersorderlich sind, ist dvvon vbhvnflig geinvcht, dvst
die flenviliiten Arbcitcn nicht vn Werktvflen vorgenoniineil werden können (8 105o
Absvtz 1 Viffer 3 nnd 4).

Die Möglichkeit ihrer Voriivhme vn Werktvgen ist, nvch den Umstäiidcn dcs ein-
zelneii F-vlics und dcn besonderen Verhvltnissen der einzclncii Vetriebe zn benrtcilen.
Die Vefiifliiis znr Ausführmifl der bezeichneten Arbeiten wird für den eiiizcllien Ge-
werbelrcibeiideii nicht schon dvdnrch vnsgeschlvssen, dvst vndeic Vetriebe deirsclbcll
Gvtliinv, deren Giilrichtunflen indessen wesentlich verschieden sind, der Sonnlvflsvrbeit
nicht bedürfen. Wohl aber finden die Bestimittllilgen keine Anwendiing, wenn und
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