Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 381
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Aiii Soillitag Lälare dars wegen des Soniiiiertaflsfestcs ciiic Beschäfti'gung der
Arbeiiler bis 12 Utir niiklags statisiiide».

In der Iliesiiien Ztabt wiid Ueberarbeit i»l Betriebe von Bäckereien und Kon-
ditorkien alljteniein ;testattel:

Am -Zaiiiötag vor dem sogeiianiilen Soiiiiiiertag lLätaie)
am Saniötag vor Lslerii, am SaniStag vor Psingsten,

am 24. Tezember und am Snlvesierlag.

Die librigeil Tage, an welchen lleberarbcit zngclasscii werden darf, werden je-
weilö auf Antrag der Bclciligten dnrch besondcre Bcrfüguiig bcstimmt werden.

Auch an diesen Tagen mit Ausilahme des Dages vor dem ÄeihnachtS-, Oster- und
Psingitscste, mus; zwischen den Arbeitsschichte» derC-tehilsen eiiie lliiuiitcrbrochkiie.Aeihe
von miiidestciiö 8 Skuuden, deu Lehrlinge» eine solche vo» miildeskcns 10 Stundeii im
ersteii Lehrjahre, inindesteiis 0 Stuiideu im zweiken Lchrjahre gewährt werden.

2. Im Koiiditoreigetverbe ist die Bcschäftiguiig vo» Arbeitern an allen
So»»- und Festtage» vou 4 Uhr morgcns bis 12 Uhr mitkags gcstattet.

Wähiend der de» Arbciteru hic, »ach zu gewähiendeii Nuhezeir von 12Uhr mittagS
an diirfcn dieselbcn jcdocti mit dcr Heistclliing und i»it dem AiiStragen leicht verderb-
Ucher Waren, die unmiltelbar vor dem <Hj>,„is! hergestellt werde» miisseu lEis, tsremes
u»d dergl.», beschäskigt werdcu, niiisseii aber i» diesem Falle a» ciiiem der nächsten t!
Werktagc von mitlagS 12 Uhr ab von jcder Arbcit freigelasscn werde».

Ausierdeiil ist jedem Arbeiter miudesteirs an jedcm dritten Soimtage die zum Be-
suche des Oioiiesdicnstes erforderliche Zeit frei zu geben.

B e iii ciku il g. Iu 1 und 2 wird Folgcndes bemerkt:

Für Bctriebe, in dciic» soivohl Bäckerware», als .tkoudilorwaren hcrgestellt wer-
de», ist die Beschafliguilg solchcr Arbeitcr, die a» «oim- u»d Festtage» ausschliest-
lich mil dcr HcrileUung vo» .Uoudiloreiware» beschäfiigt iverden, »ach deu Bestim-
»liiilgen für .ttondiloreie», die Besciiästiguiig der übrige» Arbeiter nach den Bestim-
iillingcii für Bäckereieu zu regel».

AIs Bäckerware» ist dasjenige Backwcrk zu behandel», welches herkömmlich unter
Berwciidung vou Hefe oder Sauerleig hergestcllt wird.

3. Fm F-lei schcrgew e rbc ist dic Beschäftigung vo». Arbcitern an alleu Soun-
uud Festtageu

und zwar iu der Zeit voi» 1. Ahril bis 30. Scptember »on 'F5 Uhr bis 9
Uhr vormitlags, in der Ieit vom t. Oktober bis 31. März von '/^6 llhr bis
9 ilhr vormitlags gestattct.

Wcilii die SoiiiitagSarbeiteil länger als drei Stundeii dauer», so sind die Arbeitcr
eiitweder an jedem zwcilcii Soniitag vou 6 Uhr morgeils bis 6 Uhr abeuds oder an
jedem dritten Soniilag sür volle 3«, -Ltuiide» vo» jcder Arbeit freiziilasse».

4. Fm Barbier- und Friseurgewcrbe ist die Beschäftiglilig von Arbeitern
an allen Svnii- und Festlageu bis 2 ilhr nachmitlags, darüber hinauS nur insoweit
gestaltet, als sie bei der Borbereituug von vffciitlichen Theatervorstellungen und
Schaustelluiigen sowie wäbreiid der Zeit vo» Weihiiachtc» bis (5nde Februar zur Bor-
bereitung von Bällcn und Oieseilschaften erforderlich ist.

Weiin die Svliiilagöarbeileil läiiger als drei Stuiidcn dauern, so sind die Arbeiter
entweder an jcdem dritken Soiintag für volle 36 Stundcn oder a» jedem zweiten
Soniirag iiiindenens in der Fcil vo» 6 Uhr morgciis bis »i Uhr abcnds oder in jeder
Woche wahrend der ziveile» Hälste eincs Arbeitstages und zwar spätestcus vo» 1 Uhr
iiachmiltags ab von jedcr Arbcit freiziilasse».

Austerdem ist den Aibeilcrn an jedem drilten Sonntagc die zum Besuche des
GotteSdienstes ersorderliche Zeit zu gewähren.

5. In Blttiiieiibindereieii ist die Beschästigung von Arbeitern mit dem Bin-
den von Bliimen, Äinden von M'äiizcii aiid dergl. während der für den Verkauf von
Blumen i» offenen Berfaufsstelleii sleigegebeneii Stundeii gestattet, d. i. an den Sonu-
und Festlagen <mit Ausiiahme dcs ersten Oster-, Pfingst- und WeihnachtsfeiertagSj
unbeschrünkt mit Ausnahmc der Stiiiiden des voriiilttägigei! Hauptgottesdienstes, am
ersten Oster-, Psingst- und LsteihiiachtSfeiertage von 6 bis 9 Uhr vormittags.

Am Sounlag vor Allcrhcilige» ist die Beschäfliguiig von Arbeiteru anch wahrend
der Sllinden deS vormittägigen HauptgotteSdieilsteS gestattet.

Wenii die Arbeiteu langer als drcii Stundeii dauern, sa sind die Arbeiter ent-
wcder a» jedcm drillen Soniitag sür volle li6 Stiinde» oder an jedci» zweiten Soiiu-
tag »liiidesteiis in der Feit vo» 6 Uhr morgens bis 6 Uhr abends oder in jeder Äoche
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