Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 382
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während der zweiten Hälfte eines Arbeitstngs mid zwar spätesteiis vcm 1 Uhr nach-
rnitta,zs ab von jeder Ardeit freizrilassen.

6. Jn Badeanstal ten, wetche das qanzc Iahr hindnrch hctriebeii werden, ist
dic Beschästigmig von Ardeitcrn an allen Sonn- nnd I-estlaacn bis nachmittags 2 lthr,
in den nur während der warmen Iahreszeit betriebenen Badeanstalten <I-Iils;bädei)
den qanzen Tag flestattet.

In Badealistallen, welche niclit blos in der wärmeren Iahreszeil belriebeii ivcr
den, sind die Nrbeiter, wenn die So»iitaMrbeiteil läiifler als drei Sniildeii dauerii,
entweder an jedcm dritten Sonntag fiir volle 36 Stiindeii oder an jedem ziveite»
Sonntntte mindestens in der Ieit von 6 Uhr iiiorqenS bis <> Ubr abends odcr in jeder
Woche während der zweiten Halfte eines Arbeitstapes iiiid zwar spätestens von 1 Uhr
nachinitkanS ab von jeder Arbeit sreiziilasscii. Aiisterdei» ist den Arbeitern an jedem
dritten Sonutag die zuin Besnche des Utottesdiciistes erforderliche Icit freizngebeir

Auf Badeanstalte», welche zu Heilzweckeii bestimmt siud, finden, wie a»s >heil-
anstalten überhaupt die Bestimmililgen der Utewerbcordiiliilg iiber die Soniikagsruhe
keine Anwendung.

7. In Photographischen Anstalten ist die Beschäftiguug vo» Arbeitern
gestattet:

ii. An den vier letzten Soiintagen vor Weihnachten z»m Iwecke der Aufnahmc
von PorträtS, des Kopierens »nd Relouchierens vo» 11 Uhr vormittags bis
7 llhr abends.

b. Aii den iibriaen Sonn- und Festtagen — uüt Ausnahme de« erste» Oster-,
Pfingst- und WeihnachtSfeiertageS, an welchem die Beschäftigung vo» Arbci-
tern verboten ist,

Während der Winlermonnle (1. Oktober bis 31. März) von 11 Uhr vormittags
bis 3 Uhr »achinittags, wahrend der Sommermonate tl.April bis 3<>. Septcmber)
von 7—9 Uhr vormittagS niid 11^3 Uhr »achmittags; an de» beideu Soiintagen
der Frnhjahrsmesse darf die Beschästignng i» hiesiger Stadt bis 7 Uhr abends aus-
gedehnt werden.

Wenii die Soniltagsarbcitcu läugcr als drei Stuudc» dauern, so sind die Ar-
beiter eutweder an jedcm dritten Sountag siir volle 3<> Stuudcii oder an jcdem zweite»
Sonntage miudesteiis in der Ieit vou 6 llhr morgcns bis <> Uhr abeuds oder i» jeder
Woche während der zweilen Hälste eiiies ArbeitStages nnd zwar spätestens vo» 1 Ubr
nachmittagS ab vo» jeder Arbeit freizulassen.

8. Iu Wasserversorgiiiigsanstalten wird die Beschäftigung vou Arbei-
tern an allen Sonn- und F-esttagen mit Arbeilen gestartet, welche sur den Belrieb
unerläßlich sind.

Wenn die Sonntagsarbeiten i» derartigeu Austalteu »üt blosrem TageSbetrieb
länger als drei Stunden daueru, so sind die Arbeitcr entwcder au jcdem dritten So»u-
tag für volle 36 Stunde» oder an jedem zweite» Sountago mindestens in der Ieit
von 6 Uhr morgeiis bis 6 Uhr abends oder in jeder Woche währcnd der zweiten Hälflc
eines Arbeitstages und zwar spätestens von 1 Uhr nachmittags ab von jeder Arbeil
freizulassen.

Austerdem ist den Arbeilern, weii» diesclben durch die SonntagSarbeiteii am
Besuch deS Äottesdieiistes behindert tveiden, an jedem dritten Soiintag dic zum Be-
suche des (ÄotteSdiensteS erfordcrliche Ieit srei zu geben.

Bei uilirnterbrochenem Betriebe hat die deu Arbeitern zu gewährende Ruhe miu-
destens zu dauern, enlweder für jeden zweitcn Soiintag 2-1 Stunden oder für jedeu
dritlen Sonntag 36 Stnnden, oder, sofern an den übrigen Sonntagkii die Arbeits-
schichten nicht länger als 12 Stunde» daiiern, snr jeden vierlen Sonutag 36 Stuuden.
Ablösttiigsmaniischaften dürsen je 12 Stunden vor nnd nach ihrer regelmasügeii Be-
schästigung zur Arbcit nicht verwendet werden. Die den Ablösungsmannschaften zu
gewährende Nuhc mus; daS Mindestinaß der den abgelösten Arbeiteru gewährten Ruhe
erreichen.

9. In Gasanstalten ist die Beschästigung uon Arbeitern an alle» So»»-
und Festtagen mit Arbeiten gestattet, welche für den Betrieb unerläßlich sind.

Die den Arbeitern z» gewährende Nuhe hat inilidestens zu dauern, entweder für
jeden zweiten Sonntag 24 Stunden oder sür jeden dritten Sonntag 36 Stuiiden
oder, sofern an den übrigen Sonntagen die Arbeitsschichte» nicht länger als 12 Stun-
de» dauern, für jeden vierten Sonutag 36 Stunde».
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