Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 391
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sind und dessci! Bestehen durch eiucilBeschlich des Stndlrates sestgestellt ist. Dcr leizt-
genanntc Mll ist nuii hier eiugetrelcn, indem eine Ortsiihnnq dnhin nngcnommcll
werdcn knnn, dns; die Dnge der sogen. Wohiiiingsziele nnch fiir den vierteljährigen
Tienstbotenwechsel n!s mnstgedend bctrnchtet werden.

Indem wir diesen Ortsgelirniich hiermit nmtlich seststellen, briiigen tvir gemnß
5 des Eingnngs ermnhnien lsjeseves zur östenllichen Kenntnis, dnst demgemnst für
den Dieustboicuwechsel in hiesiger Stndt die ersten Tnge der Knlendervierteljnhre
(1. Iniiunr, 1. April, !. Iuli und 1. Oktober) nn die Stelle der Eingnngs erwnhnten
gesetzlichen Termine zu treien bnben.

.Ieidelberg, den 27. Bovember lM.'».

Der Stadtrat:

Dr. Wilekens. Webel.

D Nranlrcttverllchernnzz der Nrveiter und Dien)kboten.

Reichsgcseiz vom 15. Iiiiii 1883 in der Fnssung vom 10. April 1892.

1) Umfnng der Krniikenversichernngspflicht.

Die Krankeiwersicheriingspftichl trilt hierorts krnft reichs- nnd lnndesgesetzlicher
soivie ortsstntuinrischer Borschrift ein:

1. Fiir alle in Fabriken ?e., im Handelsgewerbe, iin Handwerk nud in

sonstigcii stehenden ttewerbebetrieben, bei Bauten, nnf Werften, in Brüchen und
l8riiben, sowic in iolchcii Betriebcn beschnfligten Personen, in dencn Dampfkessel
oder durch clemcntnre Krnlt bewegre Lricbwerke zur Aiiwendung kommen.

2. Für dic <>;cichnftsbetn'cbe der Anwnlte, Notnre, (sterichtsvollzieher:c.

3. F-str in den Belrieben der Post-, Lelegrnphen- nnd (stisenbahkiverwnltnngen w.,
beim gewerbsmnstigen Fuftrwerks-, Schifffaftrts-, Flösterei- n id Fährbetrieb,
deiii gewerbsmnstigen Spediiionsbetrieb w., sowie:

4. Firr dic in der vand- II. F>orstwirtschaft llild deren Nebenbetrieben beschäf-
ligten Personeii «einschlicstlich der in solchcn Betriebe» beschnftigteii Dienstboten).

5. Für dit bnnsiicheu Dienstvoten.

I°ine Ansnabme vou dcr Bersicheriingspflicht greift Plntzlu. A.:

Für Perionen, deren Beschnstigiiiig durch die Nntur ihres Gegenftandes
oder durcti Arbeilsvcrirng im vornns nuf eincn Zeitraum von weniger nls
eine Woche beichrnnkr ist.

Für Belriebsbeamte und Angestellte, dereu Gehalt :c. 6^/z Mark für deu
Ardeiising übersteigl.

Fcrner können nur Anirng befrcit iverbeu:

Periouen, welcde uur rciliveife oder zeitwciie erlverbsfähig sind uud Per-
ionen, welchen gegen ibren Arbeilgcbcr für den Fall dcr Erkrnnkung ein Rechts-
anspruch auf eine den Besliinmungen des 6 eutsprechende oder gleichwertige
Ilnierstüyung znstebi.

2, Organisation der Krankenversichernng.

Die mir dcr Eliiführniig des Krankeliversicherimgsgcsetzes vom l5. Juni 1883 ins
^eben getretenen drei Orlskraiikenkassen haben sich mit 1. Jannar 1889 zn ciner
gemeinsamen Knsse veieinigt unter dem Nnmeii:

Ortskrankeukaffe Heibelberg.

NillLr dieselbe fnllen snmtliche nntcr 1—3 oben anfgeführten Personenklassen,
salls sie gegen Gehalt oder Lohu (wozn nuch Tantwmcn oder Naturalbezüge
gehören, wie Genust freier Kost w.) in hiesiger Stadt beschästigt sind, und nicht
eincr Fabrikkrankcnknsse, ciiier Jilnuilgskrnnkenkasse oder einer dcn Anforderungen
dcs tz 75 des Krnnkcnvcrsicheiuiigsgesetzes entsprechenden eingeschriebenen oder
freien Hilfskasse als Mitglied nngehören.

Die ohne Gehalt odcr Kohn beschästigten Gesellen, Gehilsen und Lehrlinge
(Bolontäre) sowie sämtliche

ftauswirtschafllichen Dieustboten

werden versicherl ourch die

«emeindekrankenversicherung.
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