Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 393
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Wc§c dcii aus dic Bcrsichcrlcn eiitfulleiidcii Beliiiii wicdcr eiiiziehcil. Dic Abziche
für Bciträgc sind auf dic Lohiizahliingspcriodcil, auf tvclchc sic cntfallcii, plcich-
iiiäßia zn vcrtcilcn. Ticsc Tcilbelräqc dürfcn, ohnc das; dadurch Mchrbelaitiiilgcil
dcr Versichcrten hcrbeisicführt wcrdcii, auf vollc zehn Psenuist abpcriindcr wcrdcn.
Sind Abzichc für cine Lohnzahliingsperiodc »»tcrblicbeii, so dürfcn sic nur uoch
bci dcr Lohnzahluup für dic nächstfolsiende Lohnzahluultspcriodc nachgeholt ivcrdcn.

r; 54a. Im Faltc der Erivcrbsuiifähigfcit werdcn sür die Dauer dcr Krankcn-
illltcr'stützling Bciträge nicht cntrichtct. Tie 'Mitgliedschaft dauert Ivährcnd des
BczugeS von Krankcnnnterslützung fort.

55. Dcr Anspruch auf Eiutrittsgcldcr und Bciträgc verjähtt in ciiiein ^rahre
uach Ablauf dcs Kalcnderjahrcs, in wclchcm er clitstaudcn ist. .

§ 56. Die Unlerstützungsansprüche auf tslrund dieses Äesctzcs oerjähren in zivei
Jahrcn vom Tagc ihrcr t>ntstehung au.

Nach des (stcsetzeS ist den Arbcitgebern iintersagt, dic Anwcndniig der Bestini-
niliilgcn dcs Krankcuversicherungsgesetzcs zum Aachtcil dcr Versichcrten durch Lerträge
(Rcglements odcr bcsondcrc Ueberciukunft) aus.zuschlics;eil und zu beschränkcn.

Arbeitgebcr, wclche den von ihucn bcschäftigten, dem.Kraiikcilversichermigszwaiig
uiltcrlicgcndcn Pkrsoncn bei dcr Lohnzahlung vorsätzlich höherc als dic nach 8 53
zulässigcn Bclrägc in Anrcchming briiigen oder dem Verbotc dcs 8 80 zuwider-
handeln, wcrdcn, soscrn nicht nach audern Gesctzcu cine härtere Strafe eintritt, mrt
Geldstrafe brs zn 300 Mark bcstrast.

4) Anfsichtsbchördcn.

a. Tie Aufsicht über die Drtskraukcilkasse steht dem Stadtrate bezw. der
Arbeitcrversicheruiigskommission zu.

I>. Die über dic Gcintindckrankcnversicherniig dem Großh. Bezirksamt.
Dcrcn Vcrwaltungbcsorgt dic Gemeiude(Stadtrat,Geuleiildekra>ikenvcrsichcrungskassc).

5) Verwaltuiig dcr Ortskrankenkasse.

Dienstran m: Rathaus <Eingang von der Hauptstraße) zu cbener Erde.

Gcschästsstilndcn: Vormittags 9—12 uud Nachmittags 3—5 Uhr.

^ Vorstand dcr Kassc: I. Vorsitzcndcr: Fricdrich Nitzhaupt; II. Vorsitzender:
Friedrich Minne.

Austerdem dic Herreu: F. A. Leupold. Mich. Hohl, R. Dieffcnbacher, M. Weihcr,
Joh. Pcter Roth, (6. Reiher, Fr. Güuaucr, Adols Koch, Karl Tablcr, Philipp Wolf.

Als Kassenärzte sind thätig für die Stadt Heidelberg mit Schlierbach
und Neuenheini: Die Borstände und Assistenten der akademischcn Kraiikcnallstalteli,
insbcsondere der Grosth. Poliklinik.

Sprcchstnndcn im akadem. Kraukenhaus: Vormittags 10—11>/z Uhr,
an Soiin-u.Fciertagcn von 10—11 Uhr. Außerdem:Ziegelgasse Nr. 26 nachmittags
3—4 Uhr, Sonn- iind Feiertags ansgenoiiimen; Kräniergasse Nr. 24 vormittags
von 8—9 Uhr, Sonn- und FeiertagS ausgenommcn.

Kassenbeamtc: Karl Iost, August Müller, L/conhard Ndam, Rudolf Kehr.
Meldebeamter: Julius Strehlow. Kassendicucr: Wilhelm Werner

L. Invaliditäts- nnd Nltersverltcherung.

Rcichsgesetz vom 22/Juni 1889.

I. Nach Maßgabc dicses Gesetzcs sind verpflichtet,

vom vottsndeten 16. Lebensjahre ab

1) Personen, welchc als Arbeiter, Gchilsen, Gcsellen, Lchrlmgc oder Dicnst-
botcn gegen Lohn oder Gchalt beschäftigt wcrdcn.

2) Betricbsbeamte sowie Handlllngsgehllscn und -Lehrlinge (aus-
saiueßlich der in Apotheken beschäftigten Gehilfen und Lehrlinge), welche Lohn oder
Gehalt beziehen, dcreu regelinäßiger Jahresarbeitsverdicnst an Lohn oder Gehalt aber
2000 Mark nicht überstcigt (vergl. Gcsetz 8 1 Ziffer 1 und 2).
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