Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 405
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8 19. Aus dem We§ zmir Grube, sowic uu dicsein selbst kmm Trauermusik
und Traiicrgesuiig stutksiiideu, doch ist hicrzu die (steiichmigung dcr Friedhofs-Kom-
missioii ciuzuholell.

K 20. AuS bcsonderS erheblichen Gründen und nur, wo die Wohnurigsvcr-
baltinssc cine vollsteiildigc Fsolieriing der Lciche ermöglichcn, knnn dns Bczirksamt
gestnneu, dnst ciue Leichc bis zur Becrdigung im Stcrbehause vcrbleibt.

Tic Grlaubiüs ist jedensalis z» vcrsngen, lvenn der Tod iufolgc cincr au-
stcckeiiden .lirankheit cingctrelen odcr weiin die soiortigc Vcrbriugiing der Lciche iir
dic Leicheiihnllc im saiiiiätSpolizeilielien .)iiteitsse gebötcn ist.

Dic Borschristen der <>, 7 nnd 8 find jedoch auch iu diesen Ailsnahmefällcn
genan zu bcsolgen.

8 21. Dic Uebersühlung dieser Leiclicn findet nns dem küizesten Wcge untcr
thiuilichster Bernieidung der .vaiiptstiaste zu den in § 17 sestgcsctztci! Zeiten stalt;
dic iinhcrcn Ailordiiuiigen erlästt dic ,TriedhosS-Kommlssiou.

8 22. Lcichcn, ivelchc nus irgcnd einem Grnnde lnnger nls vier Tagc iu dcm
sindtischeu Lciehciihaiise anfbeivahrt werden sollen, miisseii i» eiiiem lnftdicht vcrschlos-
scne» eisernen ^arge beigesevr werden.

HI. Fricdhof-Ordttung.

8 23. Der ,v>iedhv' jst die regelniästigc Begräbnisslätte aller in hiesiger Ge-
meindc Beistorbcneu.

Den Zsraelireu ist gestailel, Leiwe» von Aiigehörige» ihres Bckcniltilisses auf
dem israelilisweii frriedhos zu beerdigeu.

Bezüglich dcs letzrere» und dcr Beerdignng aui demselbcu sindcn dic Bestim-
inniigen diescr Lcichen- uud T-lirdhof-Diduuiig, fiir dic auf dem israelitischen ,Tried-
bof errichtete Leictienhalle iiisbcsoiidere die Bcstimmnngcii der 11, 12, 13, 14,

13 und 16 gleichmästig Anwendiliig

Zur Becrdiguiig auswärts iNestoibener aus dem hiesigen sf-riedhof ist die Gr-
laiibnis der ,Triedhoss-Koiii»iission und, wenn der Tote nicht hicsiger Ginwohncr
bezw. das Kiud eiucs solche» wnr, dic (fiitrichtiing der hiersür vorgeseheiten bcson-
dcren Taxe» erforderlicti.

§ 24. Dic »»niirtelbare Aussichi über de» ,vricdhof sührt der Ariedhofauf-
sehcr, dessc» Aiiordttliugen aus dci» Fricdhos das übrige Lcichettpersoiial unbcdingt
Folgc zu leisteu hal.

8.25. Der Fricdhos ist iu n! lgemei»e Lcicheusclder fiir Grwachselic »iid solche
sür Kinder nach fortlausciideil römische» Znhlen eingetcilt; die Gräbcr werden i»
Rcihen, welche mit forllaiiseiidk» arabischen Znhle» Z» bczeichneu sind, angclegt.

Aiisterdem sind bcstiiiimte Plävc deS FriedhofS für Familicngräber, bisher
soaciianitte Kaiisgrnber, vorgeskhen-, die Pläye si'ud nnch Bnchstabeu uud dic ein-
zeliien Grübcr uach sortlaiiseiide» Zahlen geordnet. AiiSkiiiift über sämtliche Gräber
ertcilt der Fricdhosaiifseher.

8 26. Ueber die allgenieinen Leichenselder, sowie übcr die Familiengräber führt
der Fricdhosaufseher gerrennte Bücher, i» dcreu erstercm die Niimiuer des Leichcii-
feldc«, die Zahl der Grnberreihe, die Niimmer deö Grabes, Naiiien, Geschlecht »nd
Alter dcs lNesioibriien, soivie Tag, Monnt und Fahr der Beerdigung angcgeben ist;
i» dei» Bnch libei die Familicngiäber werden auster dc» obeiigenaiiirten Aufzcich-
niiiigkn der Bnchstnbe der Piäve iind die Niimmer deS Grabes eiiigetrageli.

Diese Bücher iverden doppelt gcführt n»d je ei» (fxcmplar auf dem Bnrea» der
Fricdhosskoiiiiiiissioil, dns nndere bei dcm Friedhofnnsschcr aufbewahrt.

Ginsicht in dilsk Bücher ist jedermaiin gestatlel.

ß 27. Fedes ttnab sür Grivachsene must 2,10ni lnng, 0,75>a breit »ild 1,50m
ticf, sür Kiiider »»ter 10 Fahre» l,50i» lang, 0,60m breit »iid 1,00m tief sei».

Zwischen alle» Gräber» mnst cin Fwischenraiil» von iiiindestens 0,30m bleiben.

8 28. Uninjttclbar nnch der Beeidigung müsfe» die Grnber von dem Toten-
gräber ansgesüllt werden.

Die Hiiilerbliebkiieii müssen, soser» sie das Grnb eiufnsse», bepflniize» oder mit
ciiiklii Grabstei» versehen lnsseu wollen, die Anssührung dieser Arbeiten binnen vicr
Wochen anordiieii.

8 2l>. bleibr dc» .viiilrrblicbciien nnheiiugestellt, die Bepflnnzuiig der Oiräber
jelbst z„ besorgc» oder dnrch eiiie» 0>!nrt»er bcsorge» z» lnsse».

Für dic Handlllnaen der Bcauftragten, soweit sic nicht z» strnfrechtlicher Bersol-
gttng Beranlassirng geben, bleiben die Hintcrbliebeiien mitverailtwoitlich.
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