Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 407
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3. Bci jeder Wicdcreröft'minq cincr (Yrrist ist eine Neiingmig mid Dcsiilfizie-

rmig der ^uft nach Sinleitung dcs Bezirtt-arztcs vorziinehnien. ehc sich icliiand
hinciii dcgicbti zn diescin Zwcck ist vorhcr stctS rcchtzeitige Nnzcigc an das Grob-
hcrzoaliche Bczirksaint zu niachcin ..

4. Iii Grusren dürscn ^eichen »iir in lusldicht vcrichlofteilin eiiernen Ucber-

särgcn eingesevk wervc».

5. Dunströhren oder sonstige BeiiiilatioiiSvorrichtiittgeir dimcn an oniittcii

nichl anacbracht sei» . .

ü. eiuc Grult zur noriualcn Bkerdigiiiigszcil einer ^eiche noch uichl tcrtig-
gcstellt, so dars die iteiche vorert'i i» dein ^eicheiihaiis jcdoch iiur in dcin vorge-
tchritbeiien eiscriicn Sarg ansbcivahrl iverdeii .....

Diesc Niisbcivalirung dart' aber dic Frist von vier Woäieii »icht übertteigen.

(rine Wikdereröftnuiig des ciscriieii Dargcs »ach Aiisiiahine der Leiche dars mcht
stausinde». .... ...

8 33. Dic Grnchtuiig von türabdenknialeii saint Jnschristen sowic Grabeiii-
sassniigen, ivelch leiiiere aus Dtein oder Metall hergcitcllt scin niüssei!, bcdars der
Gcnehmigiiiig der ,vriedhots-.üoiili»ission. ,'ju dein B'veck ist derselben vor deni Lchcn
cincs Grabsieins Beichnnng. Mas; nebst Bnclistaben, Nnninier dcs Grabes und ^n-
schrisl des SteineS cinzureiclie». .

Die Grabdcnknialc ani sraniilieilgrabern niüssen snndanienticrt scin; he iiiid auf
die Grabstäikc zn iebeii und mns; das Fnndanieiit derselben iiiindeskens 1,öO m uiiter
inid 0,30 m über der Bodcnsläche in (^einent hergestellt wcrdcn.

Fst das Grabdc»kinal von solchcr (ftröste, das; dasselbe anf Pfeilcr gesctzi werden
.iiust, so sind diesc nur ciseinen Schielien von geniigcicher Slärkc zn überdeckcii.

Grabtinsassungen von kleinen »»bchauciicii Steinen bkdur'cil cincr rV"nda-
iilciitierung nichl; sür solche aus behaiienen Steine» oder Meral! sind die Fuildainente
l,-ü01„ net ans Backsteiucn nül (seinciil oder aus (seineiitbetoii herzustellen.

Das Ansgrabcii aller Fiindaincnte wird gegen die vorgcseheue Tare dnrch den
Toiciigräbcr besorgi.

(mabsteine sind in der :>iegel ans ch'ollwagen an ihreu Bcstiiiiinungsort zn vcr-
bringen: bei Sttinea. welche libcr 500 schwcr sind, ist anch di-Benntzung eines
bespannten Wagens gestaitci. ... ^ c

Fn jedein F-all ist der llnternehiiier sür jede Bcschädigmig in deni rz-rledhos
haskbar.

8 34. Die Faniiliengräber sowie deren Dcittniale, C'infassungeil uild Anpslaii-
ziingcn niüsskil von den Angehörigen in guteni Stand gehalten werden.

8 35. Blunien odcr »tränzc diirsen ans alleii Gräbern niedergelegt werden, smd
jedoch von deni Fricdhof zu enlserneil, sobald sie in Zersetzmig überzchen und dadurch
cinen uiiangenehnien Anblick gcwähren. , . ^ - ., . „.

Bon den allgeniciiieii Lcichciifeldern emsenit diese Aeste dcr Friedhofaiifschcr,
während die Inhäbcr von Faniiliciigräbern gchaltcn sind, sie cntferneit zu lassen;
geschicht letzteres nicht reänzeitig, so ersolgt dic Abräuiililiig durch den Friedhofaiifsehcr
aus jkosten der Fnhabcr. . . ^ .

8 36. Gräber von Grwachsenen dürfen nicht vor Abflns; von Fahren, Grabcr
von Kinderu nichi vor Abflns; von 15 Fahren geöftnet werden. BchnfS Ilebertraguiig
einer Leiche in ein Fainiliengrab oder nach aiiswärts kaiin anf Antrag dcr Frledhofs-
Xoinnüssioit nnter Begntachtiing des Bezirksarztes voin Bczirfsaiiit eine chusnahme
gestattct werden. '

Gin Faiuilicngrab darf anch vor der lliilgrablingsfrlst znr Anfiiahine der j.ciche
cines Zrindes von nicht über 1 Jahr geöftnet iverden.

8 37. F-ür den Bcsuch des Friedhofs gelten solgende Borschrifteiu

1) Dcr nntere Gingang deS Fricdhofs am Steigcrweg ist iiu L-oininer bon ü Uhr
»wrgens, iui Lüinter von Sonnciiaufgaiig bis zum Soiineniliitcrgailg geoftnct.

Gine Biertclstiinde vor dem Schliesten desThores wird einZeicl)cii nut der Glocke
gegebc». woranf dann jedermaim den Fricdhof zu verlassen hat.

2) Feder Besiuüer hat cin anständigcs, rnhigeS, derWürde des Urts angeiilesseiies

Benehiiieii zu beivaliren. ^ .

3) Das Beircten der Ceicheiiseldcr ist nnr den Beamten des ,vrieiihoss, der r^cicheii-
begleitung, den Ailgebörigcil der dort Auhkildkii odcr den iiüt der Bflcge der Graber
Bcauslragiea gestatiel.
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