Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 409
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§ 9. Tic Flirdl,os§-»oin,»issio» lcilt d<i§ ttzesuch »,,'t smntlichcii Belcqc» »iitcr
Beisüguiig iliicr cchciici, ?lciis,cr,iiisi dc»i Bcziiksnriit i»it, wclchcs crsordcrlichcil-
scills rwr Ädgnbc sciiicr lviilscliliclruiig de» 6lrofjl>. Bczirlsarzt dorribcr zu hörcn
hnt, ob inhaltl-ci, der Bclcge dic Todesiirsoche »ls ciiic iiatiirliche vcllkomiiicil klcir-
gcstclll ist.

Bcstche» iiach dcin (>iutachteii dcs Grosch. Bczirksarztes Zweifcl hicriilicr, so
koiiii das Bczirksaiiil dc» Aiigctiörige» des Bcicstorbeiieii ailheiiilgebcn, zur Hcbiiiia
dcr Zwcifcl dic Leickiciii'ftnung durch deii bea»i!.etcil Arzt voiiiehmcll zu lassen uuo

dcn Bcfiind voizulegcu.

Wcrdeu auch durch das (srgcbuis der Tckiion nach Aiisichr des Grosth. Bcziils-
arztcs hicr dic ,'jwcisel i'ibcr dic Todcsursache uicht vollftciudig lieseitigt, so ftt die
Erlaubnis zur Boinabiuc dcr T-eiikrbeslattuiig voiu Bczirksaint zu versageu.

4. Beini Bcslebeu des Bcrdachls ciner gclvaltsaiucu Todesursache (eiuschlics;-
lich Selbstiuoid und lliigluckssällei richtct sich das Wcitcre uach dcu Boischristen
iiber das Bcrsalircn bci gcivaliiaiueii TodcsfaÜeu. Tic Berbreuiiiii g ift m dicseu
Fälleu uiistallbasl.

^ ft. Wird die Geneluiiigiiiig erteilt, so skelll das Bezirksaiut den iiachsuchendtil
Aiigehörigeii eiueu schrislliche» Eleiiclimigiiugsbescheid zu uiid setzt hiivou deu Gros;-
hcrzoglichcu Bczirksarzl uud die Fricdhoss-Kouiinission iu Kenutuis.

H 6. Leichcn vou ausiväris vcrslorbeueu Pcrsoucn, wclche hier zur Verbreuniing
kommeu sollcn, durscii eift dauu hierhcr gebracht iverdeu, weuu die uach i; -r ft-
dieser Borschrifl crsorderliche benrksamtliche Geiiehmigiiiig zur Feiilwbestattuug cr-
teilt ist. , ^ «

Solche Kciche» ,'ind ilumitlelbar uach dcr Aakniift iu die T-cucrbeiiattiingsaiistalt,
bczw. weiin dcreu Eiuäscheruug ausuahiuslveise uicht sofort ersolge» kann, zunachst
in die Lcichcnhallc zu ocrbriiige» und hat dercu Berbreunuiig, weun moglich, uoch
am gleichcn, spätcsteus aber am solgciidcu Tage stattzttfindeu.

8 Tic Eluscgnuiigsscicrlichkeiteu fiir hier Berstorbcnc sindea i» der Regel
iu dcr Keicheiihalle sian, ivoraus dic i.ft'iche im Zug uach der Feucrbeltattuugsanstalt
verbrachk ivird. .

Auf Wunsch der Hirue'.blicbeucu köuncii oie Feierlichkeiteu auch iu der ,z-euer-
bcstattnugsaustalt, wo!>in iu diesem Falle die ileichc vorhcr zu verbrliigeu ist, ab-
gchalleu werden.

8 8. Hmsichtlich der Feutrbeslaltuug selbst wird Folgeudcs beilimiut:

n) Tic Gröfte dcs Sarges, wclcher äus weichciu Holze hergestellt sein »uft; »nd
iiicht uiit iiieialleucn ,'sicrratcii verselicn sein ioll, darf folgendc Diiuensionen nicht
iiberschreiten: Käuge'2.20m, Breite 0,75m, Hohe 0,72m.

b) Nach Ankunft dcr Lcichc iu dcr FeuerbcstattungSaiistalt wird dcr Sarg aus den
dort bcsiudlickieu Sarkovhrg geftcUl uud mil diewin uach Beendiguug der Eliftegnuugs-
fcicrlichkcitcu in den untereu Aaiim der Feiierbestattungsaustalt durch hydraulftche
Vorrichtuug verscukt, währeud sich gleichzeitig die Eiuseukuiigsöffiinug gcraiftchlos
wicdcr schliefft; iui uutcren Naiiiu wird der Sarg von deui Persoiiat c.uf deu efteriien
Berbreuuungswagen vi rdrackil uud sodauu mittels >schie»cu iu dcn Beibrenniiugs-
railiu gkschoben, woraui uuniiltclbar der eigeutlüche Bcrbreuiiilugsakt beginnt.

o) Der Bcrbrcuiittugsakt iimff so gelcitct werdeu, daff wahrcud dcs gauzeu Toi-
gangs weder gefärdtcr Aauch deiu Kam'iii cutskeigt, uoch irgeud welcher Geriich wayr-
nehmbar wird.

8 9. Währeud des Feuerbeffaituugsvorgaugs dürseii sich auffer dcn mit der 8luS-
fiihruug uud llebcrwachiuig beaustragleii Pcrsoueii nur die (uächsten) erwachseilen ,01-
gehörigeu dcs Berstorbcueii im Vorraum dcs Berbrcuuuugsoseus auflmlten.

Die Beobachlung des Berbrenuuugsaktes selbst ist iu der Negcl imr dem obeu-
geiiaiinteu Dienstpcrsoiial imd sür diejeuigcu Fällc, iu wclcheu dic sraguche Beobach-
tung durch l iuen Saultätsbeaiiiteii aus besoudercm Aulaff driugcnd geboten ftt, dem
Äroffh. Bezirksarzt geffallkl. ..... v

Ausnahmsweise kanu die Erlaubuis hierzn twii derF-riedhosskonftUlsffott auch deu
uächsten Leidtragendcn, sowie mit Zustimmuug der letztereu solchen ipersolicil sAeilt
werdcu, welche an der Bkobackuuug eiu wisseift'chaftliches oder tcchrftchcs Futeiesje
habeu.
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