Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 410
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H 10. Die Aschenreste, »velche den Hinterbliebenen nnch ihrei» Wimsch emwcder
in fleschlosscnen Holzkistchcn odcr Gesnstcn von gcbraniitein Tlion odcr in zunelöthcicii
Blc'chbüchsen übcrgeben wcrdcn, köniien eiUwcder auf dein Fricdhos bccrdigt odcr cbcu,
daselbst oberirdisch ausbewahrt oder anch von dcn Hmterbliebencn in cigcne Bcrwah-°
riing genoiniiien werden.

Matzgebend ist in dieser Hinsicht in crster Linie der Wunsch odcr die Aiiordmnig
des Verstorbencn, in Erinaiigelung solcher der Wnnsch dcrjenigcii Personen, wclchc siir
die Bestattnng sorgcn.

Sämtliche Arten bon Behältern iin Sinne dcs Absatzcs 1 dieseS Paragraphcn
werden in vorschriftsmätziger Beschaffenhcit von der Friedhofskoiiiinissioii slclS vorrntig
gehalten.

8 11. Iin Eüizclnen gelten hinsichtlich der Verwahrnng dcr Aschciircstc solgcudc
Bestimiiluiigei!:

1. Soweit dnrch den Bclstorbcncn oder desscn Hintcrblicbcuc nichts audcrcs bc-
stiinint ist, wcrdcn die Aschenreste auf dem hiesigen Friedhof in den hiezn vom Sladi-
rat besonders zn btstiminenden Lcichcnfeldcrn 0,60m ticf untcr dcr Bodcuflächc bci-
gcsetzt nild zlvar mit einer Nnhezeit von 15 Fahren.

Jeder Grabplatz ist 70cm lang und 60cm breit.

J»i Uebrigen fiiiden bczüglich derartiger Gräbcr dic 88 26, 20, 30 dcr Friedhof-
ordnung sinngeinästc Aiiwendung.

2. Auf Wunsch können nntcr dcn vom Stadtrat festznsctzeudcn näheren Ledin-
gungen bcsondere Familiengrabstätten fiir Bcisetznng von Aschcnrcstcn abgegcbcn
werden.

Die Beisetzung der Asche in eincr solchcn Fainilieiigrabstätte, dcrcn Flüchc 1,20m
lang nnd 0,80m breit sein soll, kann anch in der Wcise crfolgcn, datz unterirdischc
geinauerte Grnften dafiir hergestcllt werdcn, anf welche iiidesscn 8 32 der Leichcu-
und Friedhofordnung kcinc Anweiidnng findet.

Für die oberirdischc Aufstellung vonAfchenbchältcrn <Uincn) in solchcn Fa-
miliengrabstätten bedarf es der bcsoiideren Orenehiniguiig der Friedhofs-Koillinission,
welcher vorher Zeichnungen init genauer Maßangabe einznrcichcn sind.

3. Jn Fainiliengrabstätten, welche bereits für die Bestattniig von Lcichen iu
Gebrauch genommen sind, ist die Beisetznng von Aschenrcsten ebenfalls gcstaltct; zu
diesem Zweck darf die Oeffnung des Grabes auch schon vor Ablauf von 25 Zahren,
jcdoch nur bis zu ciner Tiefc von 60 Ceiltiiiicter stattflildeii.

4. Endlich kann die Beisetzung der Aschenreste in besonders dazn bestiiliiiltcu und
von der Friedhofs-Koinmission stets vorratig gehaltenen Gefäßen von gebraiinteiil
Thon (Urncn) auch in der Halle der Feucrbestattuugsanstalt stattfindcn, soweit
dortselbst Nischen zn diesem Zwecke vorhandeii sind.

Dic näheren Bestimmungcn üb!. die sür Abgabe dieser Nischcn zu erhcbendcn
Taxen und über die Art der Urneiibeisetzung in denselben trifft der Stadtrat.

tz 12. Die Aufsicht über die Feuerbcstattungsanstalt liegt dem Fricdhofaiissehcr
ob, dessen Anordnnngeu sich das übrige Personal nach Matzgabe dcr vom Stadtrat zu
crlassenden besonderen Dienstweisnng zu fügen hat.

8 13. Ueber die zur Ausnahmc der Aschenreste besliiiimten Leichenfelder, sowie
über die in Familicngräbern und Nischen beigcsctzten und die an die Angehörigen ab-
aegebenen hat der Friedhofaufseher getrennte Bücher zu führen. Anf diese

Bücher findet der 8 26 der Friedhofordllniig iuit der Matzgabe Anwendung, datz in
dieselben auster den dort vorgeschriebcnen Angabeu noch für jeden einzelnen Aschen-
rest Tag, Monat und Jahr der Verbrennnng cilizutragen ist.

8 14. Soweit diese Vorschrift nichts andercs bestiiiimt, ist die Leichen- nnd Fried-
hofordnung für die Stadt Heidelberg vom 15. Novernber 1880 anch für die Vornahme
der Feiierbestattlingen matzgebend.

Jm Falle dcr Fenerbestattuttg kann die zlveite Besichtigung der Leichc durch
den Leichenschaner (8 6 ff. dcr Verordnung vom 16. Dczembcr 1875, Ges.- u. V.-Blatt

S. 369) unterbleiben uud finden die 88H st- der genailnten Vcrordiliing cntsprechcnde
Anwendnng.
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