Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1897 — Heidelberg, 1897

Seite: 418
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5. Kapitalrenteiisteuerpflichtigc, welche Hi>r Abaabe einer Stenererklärung keiue
Verpflichtung haben. sind gletchwohl befngt, eme solche innerhalb der bestimmtcn Zrist
abzngeben, wenn sie eine Steneroermindermig beansprnchen zn können glanben oder
ans irgend einem Grnnd ei»e Berichtignng ihrer Steueranlage bewirken wollen.
Ebenso sind Gesnche nm Strich im Stenerregisler, desgleichen niü Berechin»ig rwn
Stenerabgängen nnd Stenerrückvergntungen nnter cntsprecheiider Begrüiidnng innrr-
halb jener Frtst vorznbringen.

6. Formnlare z» de» Stenererklärniigeil samt Anleitnng zu dere» Aufstellnng
werden auf dem Geschästszimmer deS SchapniigsrateS niieiugeitlich verabreicht.

7. Wer die ilnn obliegenden Steiiererklärnngen nicht rerlitzeitig oder in wahrheiis-
widriger Weise erstattet, nnterliegt der geschllchen Strafe.

Die unter nnd k erwähnten Vorgänge bezwerken znnächst nnr die Ansstellniig
nnd Berichkigung der stnatlichen Stencrkataster. Dic lepleren bilden aber auch
die Grundlage der Gemeindebesteucrnng, weshalb behnfs Beiznges zn den Ge-
meindestenern kein besonderes Peranlagnngsversahren stattfindet.

Nachtrag.

Die Errichtmig geU'erl'vmäsiifler Geflliiaeltiichtereien u»rd
Wlistervien und das Halkrn vsn Gestiigel.

Ortspolizeiliche Vorschrtft oom 23. Okiaber 1896.

8 1. Znr Errichtung gewerbsmäßiger G e s l ii g e l z ü ch t e re i e n n n d
Mästereien ist polizeiliche Genehmignng crfarderlich; dieselbe wird nnr erteilt.
wenn die örtltche Lage es gestattet unb begriindete Eiiiwendnngkii seitenS der Varh-
barschast nicht erhoben werden.

8 2. Jn gewerbsmäßigen Geflngelzüchtcreie» müfsen die Ställe mit
Verwendung von festem Materinl (Backflein, Stein oder Beloni nnd mit wasser-
dichtem Bodenbelag versehen nnd so hergestellt setn, daß gründltche Lüstniig, !)!ei»i-
gung und Desinfektion leicht nnd sicher erfolgen kann.

Außerdem müssen genügend große n»d sreigeleaene Lnfthöfe vorhande» sein,
welche stetS rein nnd trocken zn halten, sowie von Zeit zn Zeit i»il Sand z» über-
werfen sind.

Jn gewerbsmäßigen Mästereien sowie i n Geflügelhandlnngen
müssen die Behäiter, Käfige n. f. w., welche znr Ansnahme des lebenden Geflügels
dienen, in einem verschlchsenen, g»t ventilierten Ranme nntergebrachl sein, dessen
Boden vollkommen wasierdicht tmit ASphalt, Eement oder dergl.j hergcstellt ist.
Ebenso müssen die Wände bis z»m abere» Aande der Käsige »nd wnsligen Behälter
wasserdicht sein. Der Dünger ist ans den Kasigen n»d Ställen täglich zn rntferin'n
und find diese Ränme sesbst gründlich zn reinigen »nd ansznspiile».

8 8. Umgestandeue Tiere sind anf de»i städtischen Wasenplab z» verbringen
oder verbringen zn lassen.

8 4. DaS Halten vo» Geflügel innerhalb der Stadt — auch durch Pri-
vatversonen — kanu eingeschräukt oder ganz verboteu werden. weii» die vorhaiidene»
Einrtchtungen, dte Mvnge der gelialtenen Tiero oder die Art und Weise der Haltnng
derfelbeu eine gesnndhkitliche Benachteilignng der llmgebnng befürchten lassen.
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