Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1898 — Heidelberg, 1898

Seite: 310
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s. Fletschbeschatt.

Orispolizciliche Borschrift vom 14. Juni 1882 in der Fassiing pom 30. Iuli 1891
mit Abänderung durch die ortspolizeiliche Vorschrift voni 18. Iuli 1893 und oom
7. Dczember 1894.

8 1. Der Vcrkauf dcs nicht bankwürdigc», aber als gciiicßdar erklärtrn Flcischcs,
nämltch dcs Fleiiche«:

1) von vernnglücktcn Tieren, welche nicht unvcrzüglich nach dem Unsall gcschlach-

2) von allen und oon abgemagerlcu Pferdcn,

3) von Kälbern, die nichl 14 Tage alt sind,

4) von kranken Tieren. soweil solchcs Flciich übcrhaupt verkautt Iverdcn dark,
in Fleischdänken bezeichnet wird,

ist nur lttis der Frcibank gestattet und dark nur zu dcr vom Fleijchbcschauer fest-
gesetzieu Tape statlfinden.

i Ter Lcsitzer des vom Flcischbcichaucr als^nicht bankwürdig aber als ^cnicsibar

dcres Fleisch nicht zum Vcrkaus ausgcsctzt ist und Ivclche durch cntlprcchcnden augen-
fälligen Anschlag:

„Pferdefleisch und Pferdeslelschwareu"

alr solche kenntlich gemacht sind.

8 2. Flcisch von auswäns ge'chlachtetcn Tieren darf nur dann in die hiesigc Stadl
cingcführt werdcn, wcnn dassclbc vou dem Flcischbcschaucr der Gcmeinde, wo dic
Schlachlung statlkatle, nntersucht und ennvcdcr als bankwürdig beiuilden,
oder wenn nicht sür bankwürdig, doch für genietzbar erklärt wor-
den i st.

8 3. Ieder derartige Flcischlransport muß niit eincm vom Fleiichbeschaucr dcs
SchlachtungSortcs ausgestcllten, dic genanc Bczeichnung der Fleiichcr uach Arl, Gc-
wicht und Stückzahl enthaltendeii und von der Orlspolizcibehörde uiiter Bcidrückung
dcS Orl-siegels bcglaubiglen Gesuudheilsscheine bcglciter sein. Das auf diesem
Schcinc au^eprägte Lrtssicgcl mnß auch aus dcm Flcisch sclbst odcr auf ciuer dem-

dic OrtSpolizeibchörde sälll weg.

Dcr Geiundheitsschcin hat nnr für einen Tag Gilrigkcit.

8 4. Jst das Fleisch für Blctzger, Wurstlcr, Wirle odcr Kostgebcr oder zuni Ler-
ka^ auf dem Markl bestimmt, jo dars es nur in Vierkclii oder einzclnen ganzen Stückeu,

werden.

Vcrstüinmelung einzclrier Flcischstücke ist ocrboient die Lenden mllssen auf mindc-
stens zwei Rippcn abgestochen und der bctresfendc Teil dcs Brustsclles unversehrt vor-
handen sein.

8 5. Allcs in hiesige Stadt cingeführtc Flcisch von auswärts gcschlachteleu Tie-
ren untkrlicgt, bevor dasselbe^zuin^ Le^rkaus^ gcbracht^dcr von Metzg^^ Wurstlern^

Für Herbciführung diefer nochmaligen Beschau ist dcrjenige vcrantwortlich, wel-
cher das Fleisch in hiesige Sladt einführl, außerdem dcr Mctzger, Wurstler, Wirt und
Kostgeber, wclcher dasselbe verkauft, verwendet odcr irgend welche Veränderung an
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