Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1899 — Heidelberg, 1899

Seite: 370
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1) Das Hausieren mit Waren jeder Art, inrbcsonderc daS Feilbieten von B!u-
men, Backwarcn, Obst und dcrglcichcn;

2) Das Tragcn schtvercr Lastcn, als Holz- und GraSbuiidcl;

3) Das Werfcn mit Steinen;

4) DasFahren, auch dasjenige mitSchnblarrcn und Lelocipeden und dasAciteii
(auch auf Escln);

Velocipede dürfcn durch den Schloßgartcn nur gcschobcn werden;

Kutscher und Eseltreiber habcn ihrc Fahr- bczw. Reitgästc aus dc» Haltcpläbcii
bei der Schloszstation dcr Bcrgbahn abzusetzen und ebcnda ihrc Fuhrwcrkc und Ticrc
aufzustellen.

Das hinansfahrcn bczw. Reitcn übcr das östlichc Ende des Halteplatzcs ist vcr-
botcn.

5) Mit Kinderwagen darf während dcr Abhaltung von Konzcrten in der Schloß-
wirtschaft, sowie an Sonn- und Feiertagcn znr großen Tcrrasse nur aus dem Wegc
gcfahren werden, wclchcr hinter dcn Wirtschafrsgebäuden an dcm Weiher vorbei ziim
Scheffeldenkmal führt.

8 2. Verboten ist serner:

1) Das Betreten dcr Rascnplähe und Pflaiizengrlippcn, daS Uebersteigcn und
Durchbrcchcn dcr Eiiifriedigiingcn, das Abpfliicken, Losrcißcn, Abschncidcn odcr Ab-
schlagcn, sowie das Entwcndcn von Gartenfrüchten, Blumen, Pflanzen und Vweigcn.

2) DasVcrnnrciuigcn vonGebüudcn,Gartenanlagcn, Wegen, Brunnen, Tischcn
und Bänken.

3) Daö Erklcttern der Ruincn.

8 3. Auf dem Burgweg darf nicht gcsahrcn werden, dagegen ist das Rcilcu aus
Eseln oder Pferdcn bis dahin, wo der Weg nach der Karlsschanze und nach dem Frie-
senberg stch tcilt, gestattet.

Die leergehenden Tierc sind in langsamem Schritt zu sührcn.

Die von den Ticren herrührenden Vcrunreinigungctt dcs Wegcs müssen soglcich
beseitigt wcrden.

8 4. Hunde sind im ganzcn Schloßbczirk an kurzer Leine zu sührcn.

8 5. Bezüglich dcr Polizeistunde in der Schloßrcstauration, sowic bezüglich des
Mitnehmcns von Hundcn in dicse Wirtschast gelten die allgemeinen polizeilichen
Vorschriften.

8 6. Wer dcn Bestimmuiigcn der 88 1, 3 und 4 zuwiderhandelt, hat nach Maß-
gabe des 8 366 Ziffer 10 deS R.-St.-G.-B. Geldstrafe bis zu 60 Mark oder Haft bis
zu 14 Taaen zu gcwärtigen.

Zuwioerhandlungen gcgen den 8 2 Ziff. 1 ziehen gemäß 8 144 und 145 Ziff. 3
deS P.-St.-G.-B. Geldstrafcn bis zu 50 Mark oder Haft bis zu 8 Tagen, bezw. Geld-
strafen bis zu 20 Mark nach sich.

Zuwiderhandlungen gegen 8 2 Ziff. 2 werden nach 8 129 deS P.-St.-G.-B. mit
Geldstrafen bis zu 60Mark odcr mit Haft bis zu 14Tagen und Zuwlderhandluiigeii
gegen 8 2 Ziffer 3 nach 8 100 des P.-St.-G.-B. mit Geldstrafen bis zu 10 Mark gc-
ahndet.

V. Der Garnison-Urbungsplatz am Neckar.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 26. April 1883.

Das Fahren und Reiten über den Garnison-UebunaSplatz am Neckar ist unter-
sagt. Während der Dauer der militärischen Uebungen ist auch Fußgängern das Be-
treten des Platzes verboten.

Zuwiderhanblungen werden auf Grund des 8 366 Ziffer 10 R.-Str.-G.-B. mit
Geld bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

<2. Die Einräunung der Grnndstücke mit Stacheldrahk.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 5. Juli 1887.

8 1. Einfriedigungen von Grundstücken gegen öffentliche Wege und Plätzc, ins-
besondere solche aus Stacheldraht dürsen nicht auf eine Weise hergestellt werden, daß
die Sicherheit und Bequemlichkeit des Verkehrs gefährdet ist.

ß 2. Zuwiderhandlungen werden an Geld bis zu 60 Mark oder mit Haft bis zu
14 Tagen vestraft.
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