Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1899 — Heidelberg, 1899

Seite: 377
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1899/0411
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
377

ß 6. Jeder Schiffsführer hat ein Exemplar dieser Taxordnung steis bei sich
zu führen und aus Verlangen den Fahrgästen vorzuzeigen.

8 7. Zuwiderhandlungen werden an Geld bis zn 150 -F bestraft.

v. Mlrrordnung für die Nacheniiberfahrr zwischen der alkrn nnd

nenrn Rrückr.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 28. Juli 1881.

8 1. Die Fahrtaxen betragen:

für erwachsene Personm.5 Pfg.

für Kinder unter 6 Jahren allein .... 3 Pfg.

in Begleitung ihrer Eltern.frei

für einen Hund.2Pfg.

Das Wasserbau-Personal, sowie die Geudarmcn und Schutzmanuschaft im
Dienste habeu die Berechtiguug zu unentgeltlicher Ueberfahrt.

8 2. Die Fahrt dauert im Sommer von morgens 6 Uhr und im Wiuter von
7 Uhr bis zur Dunkelhcit.

8 3. Bei Nacht, Nebel, Sturm, Eisgang, bei starkem Negen und wenn das
rechtseitige Neckarufer ganz uiitcr Wasser steht, wird die Ueberfahrt eiugestellt.

8 4. Das Ueberfährts-Unternehmen erstreckt sich ausschlieszlich auf die Bcför-
deruug von Pcrsonen, Huiiden, Handgepäck, Arbeitsgeschirr ec.

8 5. Iede einzelue Person hat das Recht auf sofortiges Uebersetzen vou einem
Ufer auf das andere. Die Passagiere habeu sich wahrend der Fahrt ruhig zu ver-
halten. Betrunkene dürfen uicht aufgenoiniiien werden.

8 6. Dic höchft zulässige Zahl der Passagiere ist nach Genehmigung Groß-
herzoglicher Rhcittbauinspektion an dem Nachcn ersichtlich anzubringen. Die Nachen
sind in giitem Stand zu halten und vor Iiibetriebnehmcn sowie periodisch zu unter-
suchen. Zur Bedienung dürsen nur erwachsene und dcs Geschäfts hinreichend kundige
Pcrsouen verwcndet werdcn.

8 Zuwiderhattdluitgen wcrden an Geld bis zu 150 Mark eventuell mit Haft
bis zu 8 Tagen bestraft.

L. Das Vrlreken von Eisflächen.

Bezirkspolizeiliche Vorschrift vom 13. Februar 1875.

8 1. Wer öffeutlich durch die Zeitungen, durch Anschläge oder durch Aufstelleil
von Bänkeu, Fegen der Eisfläche uud ähnliche Veranstaltungen das Publikum zum
Besuche von Eisbahnen veranlaßt, hat spätestens am vorhergehenden Tage dies bei
dem Bezirksamte anzuzeigeii und auf Verlangen dieser Behörde durch ein schriftliches
Zeugnis des zu diesem Zwccke bestellten Sachverständigen über die Tragfähigkeit des
Eises sich auszuwcisen.

8 2. Ein solches Zcugnis kann auch außerdein jederzeit vou dem Bezirksamte ver-
langt wcrden.

8 3. Diese Verbindlichkeiten licgen ebensowohl Privatpersonen (Unternehmern)
als den Vorständen von Vcreinen lSchlittschuhklubs w.) ob.

8 4. Die Ernennung des Snchverständigen und seines etwaigen Stellvertreters,
sowie die Bestimmiing der Gcbühr, welche er für die Untersuchung und Ausstellung
des Zcugnisses zu verlangen hat, geschieht durch das Bezirksamt.

8 5. Das Bezirksamt kaun, sobald die Gefahr cines Einbruchs vorliegt, jcderzeit
das Betreten der Eisfläche iind die Erlassnng voii Einladungen hiezu untersagen.

8 6. Wcr, nachdem das in 8 5 erwähnte Verbot bekannt gemacht ist, die Eis-
flache noch ferner betritt, wird an Geld bis zu 10 Mk. bestraft (8 100 P.-St.-G.-V.).

Alle sonstigen Uebertretnngen dieser Vorschrift werden mit Geldstrafe bis zn
150 Mark oder mit Haft bestraft (8 108 Z. 5 P.-St.-G.-B.).

I'. Vas Retreten gefährlicher Orke.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 13. November 1865.

Das Begehen der am Neckarufer dahier liegenden Flöße wird allen denjenigen,
welche hierzu nicht durch die Eigentiimer die Erlaubnis erbalten haben, bei Verniei-
den einer Geldstrafe bis zu 10 Mark auf Grnnd des 8 100 P.-St.-G.-B. verboten.
loading ...