Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1899 — Heidelberg, 1899

Seite: 392
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ck. Droschkenordnung fjsr die Stadt und Larif.

Ortspolizciliche Vorschrift vom 16. Februar 1892, mit Aenderung durch dic orts-
polizeilicheu Vorschrifteu vom 13. Mai 1893 uud 10. Dezember 1896.

Droschken-Ordnung.

8 I. Dic Aufstelluug uud Iubctriebsetzunfl vou Droschkeu zu Iedermanus
Kebrauch au offcutlicheu Orteu iu hiesifler Stadff ist uur solcheu Persoucu flestaltct,
welche deu beabsichtiflten Gewerbcbetrieb beim Bezirksamt auflemcldet uud vou dieseiu
die ersorderliche Zulaffungsurkuude erbalteu haben.

Die Zulaffuugsurkttttde, iu welche die Zahl der uach vorhcriger Priisuug zum Vc-
tricb zugelasseneu Droschken, sowie die ihueu zugeteilteu tltummern eiugetrageu werden,
ist alleu dciijeuigen zu versageu, bezw. wieder zu eutzichen, iu dereu Veihalteu und
persöulicheu Lerliäituisseii begriiudete Besorgnis zu siudeu ist, dast sie dieseu Gewerbc-
betrieb zur Gefährduug der öffeutlichen Sicherheit uud Orduung mistbrancheu wcrdeu.

Firr Ergäuzuug, bezw. Berichtiguug der ZulassuugSurkttnde bei eiutreteuden
Lerändernngeu hat der Betriebsuttleruehmer biuuen drei Tageu Sorge zu trageii.

Non den Droschkenbejihern.

ds 2. Jedcr Droschkeubesiper ist verpflichtet, die itt der Zulaffiingsurkttnde ver-
zeichueteu Droschkeu täglich uach eiuem vom Bezirksamt (Polizeikommiffär) auf-
zustelleudeu Turnus iu tadellosem Zustande auf den gemäst tz 12 bcstimmten Halte-
plätzen zum Gebrauche des Publikuins bereit zu halteu, und zwar iu deu Mouateu
Oktober bis eiuschliestlich April vou Atorgeus 8 lihr bis Abends 6 Uhr, iu den
iibrigen Mouateu vou Morgeus 7 Uhr bis Abends 8 Uhr.

Bei ^chneefall dürfeu auch cschlitteu in Betrieb geuomineu werdeu, aus welche
sodann die Bestiiilmungeu dieser Lrduung entprechende Anwenduug zu fiuden habeu.
(Wegeu der Taxeu fiir Schlitteusahrteu vcrgl. Zifser VII des Tarifs.)

Die Droschkenbesitzer diirfen sich zum Betriebe uur solcher Droschkeukutscher
bedienen, welche eineu giltigeu F-ahrscheiu bcsitzeu. (Vergl. sj 7 der Vorschrifl.)

Jede Auuahme uud Eutlaffuug eiues Droschkeukiltjchers ist dem BezirkSamt
binueu drei Tagcu auzuzcigeu.

Diejcnigen Droschkenbesitzer, welche die Leituug ihrer Fahrzeuge iu cigcner Pcrsou
übcruehmeu, müffen ueben der Zttlassungsttrkuiide noch eineu Fahrschein crwirkcu uud
sind allcn hiusichtlich der Droschkenkutscher erlasseuen Vorschristen tiuterworseu.

3. Tie Droschkeubesitzer siud dasür verantwortlich, dast die Fuhrwcrke und
Pferde sich stcts iu vorschristsiuästiger Beschaffenheit befinden und dast die Droschkeu-
kutscher iin Dienste stets dic vorgeschriebeue Dienstkleidiing tragcu. Dicselbc hat zu
besteheu in dunkelblaueni Rock mit rotem Kragen und zwei Neiheu gelber Mctall-
knöpfe, duuklcr Westc, cbensolchen sim Sommer auch grauen oder weistleincneu) Hoseu
und eiuem mit Metallkuöpfcu versehencu Mantel, sowie in eiuem ruuden schwarzen
Lederhut mit der Numiner dcr betreffeudeu Droschke in Neusilber.

Statt des Glauzhutes kanu im Sommer cin schwarzcr Strohhut mit Silber-
borde, iiu Winter eine Pclzmütze getrageu werdeu.

Die Dienstkleiduug must stets in sauberenr, uicht zerrisseuem und uicht auffällig
gcflicktem Zustaud erhaltcu werdeu.

Von den Droschken und Gespannen.

8 4. Die Droschkeu müsseu mit zwei Pferdeu bespauut seiu. Die Pferde iniisseu
lunreicheud stark seiu, auständig ausschen und sichcr gehcn; auch müssen sie gleich
wie das Geschirr reiulich gehalteu iverdcu.

8 5. Die aufzustellcndeu Wageu niüsseu solid gebaut, von gefälligem Aeusteru,
von hinrcichender Breite uud Höhc, sowie beguem seiu. Dic Wagcutritte uiüsseu
so beschaffeu seiu, dast das Eiustcigen unbeschwerlich ist, auch must der Wagenschlag
vou inneii geöffnct werdeu können. Zu beideu Seiten dcs Bocks sind Laternen
aiizubriiigeu, welche während der Duukelheit crlcuchtet seiu müssen. Fcrner müsseu die
Wagen sauber lackiert, mit gutem, uicht gcflicktem Lederzeug, im Jnnern mit reinem
Ausschlag nud mit guter Polsterung verseheu seiu, auch immcr reinlich gehalten werdeu.
Dcr Fustboden jeder Droschke must mit eiuer reinlichen Fußdecke belegt sein.

Feder Wagcn mnst mit seiuer Bespannuufl im Verhältnis stehen. Uebrigeus
könueu die Wagcn von verschiedener Bauart sein. Es kauu jedoch kcin Wagen,
dessen Form mit dem Zwecke der Droschkensuhrwerke uach den hiesigeu Ortsver-
hältnissen im Widerspruch stände, zugelassen werdeu.
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