Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1899 — Heidelberg, 1899

Seite: 407
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1. Den Milchhändlern unbeschränkt,

2. Den Bäckern

3. Den Zuckerbäckern (Konditoren)

4. Den Obsthändlern

5. Den Kunst- und Handelsflärtnern

6. Denjcnigen Personen, welche gewerbsmäßig Mineralwasser
zu unmittelbarem Genuß an das Publikum abgeben

7. Den Mctzgern und Wurstlern von 6—12 Uhr vormittags und von 6
nachmittags,

8. Denjeniaen Personcn, welche ausschließlich oder doch
wcit überwiegend mit Cigarren nnd Tabak handeln,
der Verkauf dieser Waren

b) Die nnter a Ziffer 1—7 verzcichneten Gewerbetreibenden
dcn drei höchsten Feiertagen (Ostersonntag, Pfingstsonntag, Christ
ta g) Gehilsen, Lehrlinge und Arbeiter beschäftigen bezw. ihre Verkaufsstellen offen
haltcn, aber nur während der Stunden von 6—9 Uhr Vormittags.

unbeschränkt
mit Ausnahme
der Stunden des
vormittägigen
Hauptgottes-
dienstes.

8 Uhr

ivon 11 Uhr vor-
mittags bis
1 5 Uhr nachmitt.
dürfen auch an

Handelsgewerbe der Barbiere und Friseure.

Auf Grund von 8 105 b, 41a der Gewerbeordnung nnd gemäß Art. III Ziff. 2
dcr Vollzugsvcrordnuiig hicrzu wird bezirksamtlich verfiigt:

Dic fünf Stunden. währcnd welcher in dcnVerkaufsgcschäftender
Barbicrc und Friseurc Gehilfcn, Lchrlingc und Arbeitcr beschäftigt
wcrdcn dürfen nnd ein Verkchr in offencn Vcrknufsstellen stattfinden darf,
wird für die StadtHeidclberg für das ganze Jahr anf 7 bis 9 Uhr
Vormittags nnd 11 bis 2 Uhr festgefetzt.

8.

Die sämtlichen untcr III -4 vcrzeichneten Ausnahmen werden an die Bedingung
gcknüpft, daß im handelsgewerblichcn Teil der betr. Bctriebe Gehilfen, Lehrlinge
und Arbeiter über dic in 1 ^ oben festgesetzten Stunden tzinaus nur dann beschäf-
tigt werden dürfen, wenn jeder derselben

1. entwedcr an jedem zweiten Sonntag von morgens 8 Uhr bis abcnds 8 Uhr,

2. oder in jeder zweiten Woche an einem Werktag volle 24 Stunden von der
Arbeit freigelassen wird.

IV.

Am Oster- und Pfingstsonntagc, sowie am ersten Weihnachtsfeiertage dürfen,
abgesehcn von den Ausnahmen unter II L Ziff. 2 und III 4. b Gehilfen, Lehrlinge
uiid Arbcitcr im Handelsgewerbe überhaupt nicht beschäftigt werden.

Jnsoweit cine Beschäftigung von Gehrlsen, Lehrlingen und
Nrbeitcrn im Handelsgewerbe nicht znlässig ist, darf ein Gewcrbe-
bctrieb in offenen Verkaufsstellen überhaupt nicht stattfinden.

Die Läden und sonstigen Vcrkaufsstellen sind außer der zuge-
lassencn Vcrkaufszeit gcschlossen zu halten.

V.

Festtage im Sinne obiger Anordnungen sind: Neujahr, Ostermontag, Himmel-
fahrtstag, Psingstmontag, Christtag und Stcphanstag, ferner in Gemeinden, in
welchen die katholischc Koiifcssiou Pfarrrcchte hat, der Fronleichnamstag und in
Gcmcindeu, in wclchen die evangelische Konfession Pfarrrcchte hat, der Charfreitag.

R.. Die Sonnkagsruffr in der Hndustr're.

Bezirksamtliche Anordnungeii vom 23. März 1895.

Es dnrfen, soweit nicht Ausnahmen vom Verbote der Sonntagsarbeit ausdrück-
lich zugelassen sind, vom 1. April 1896 an nach 8 105 b Abs. 1 Gewerbe-Ordnung im
Betriebe von Bergwerken, Salinen, Aufbereitungsanstalten, Brüchen und Gruben,
von Hüttcnwerken, Fabriken und Werkstattcn, von Zimmerplätzen und anderen Bau-
hofen, von Werften und Ziegeleien, sowie bei Bauten aller Art Arbeiter an Sonn-
und Fcsttagen nicht beschäftigt werdcn. ^

Die den Arbeitern zu gewährende Ruhe hat mindestens für jeden Sonn- und
Festtag viernndzwanzig, für zwei aufeinander folgende Sonn- und Festtage sechsund-
dreitzig, für das Weihnachts-, Oster- und Pfingstfest achtundvierzig Stunden zu
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