Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1899 — Heidelberg, 1899

Seite: 418
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1899/0452
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
418

Z 8. Arbeiter der i» § 2 qcdacliten Nrt löiineri voi» Kewerbrschiilrat ans der
Kewerbeschnle ausaewiesen, bezw. der Foribildnnasschnle iiberwiesen werdcii, weii» sich
inr Lairfe iliresSchnIbcsnches heransstellt, das; sie die ersorderlichen Porkeimiinsse nicht
bcsitze».

8 4. Solchen Arbeilern, welebe nicht i» einein b'lewerbebetriebe nach K 2 beschäs-
tich, aber aus der Volksschnle eiillasse» sind »nd das Idi. Lebensjabr noch »icht erreicht
haben, sowie allen fortbildnngöschnlpflichtige» Schiilern stcbt, sosern diese Arbeiter,
bezw. Schnler dic z»in Besnche der Gewerbeschrile erforderliche», diirch eine Priisimg
nachznwtisenden Lorkeiintnisse besitze», der Eintritt in die Gewerveschnle bei», Be-
ainn eines Seinesters frei. Sie haben den Stiiiidenplan der Anstalt püiiktlich z»
veachte».

Der Anötritt vor Vollendimg des jeweilige» IahresknrseS ist »icht gestattet.

8 li. Solange ein Arbeiter die 6tewerbeschiile besncht, isr er voi» Besiiche des
gesetzlichen Fortbtldnngsililterrichtö eiitbnnden.

8 t». I» aiistcrordentlicheii Fälleii kaiiii der (itewerbeschnlrat ans ei» giit begriin-
deteö schriftlicheö tllesnch vom Besnche der Äewcrbeschule oder einzelner Mcher der-
selben dispensiercn.

8 7. Alle Schüler der (hewerbeschnle haben die durch den Äewerbeschnlrat aiif-
ziistellende Schillordnnilg piinkllich z» beobachien.

8 8. Jeder Schnler hat für jedeö Jahr deö Besncheö der ttiewerbeschnle 7 Mark
Schulgeld zn bezahlen.

Daö Schulgeld wird tn HalbiahreSrate» jewcils anr Anfang des Sciiiestcrö oder
trn Falle des Eintrills i» die Schnle während des Semesters sosort beim Ciiilrill z»>»
vorans erhoben.

8 9. Ist ein Schiiler diirstig n»d wiirdig, so ka»n ihm der Gcwcrbeschiilrat a»s
entsprechenden Nachweiö daö Schntgeld »achlasse». tt'benso wcrden ihin erforderliche»-
sallö die nötigen Schilluiittel anö der .tiasse der Anstalt oder eincr Slistnng a»gc-
schafft.

8 10. Die Arbeitgeber und Lehrnieister sind verpflichtet, ihren in die l'Iiistalt
--- ivenn anch freiivillig — eiiigctreieiie» Arbeitern den Besnch der Schnle nach Mas>-
gabe dieses Statnts zn gestatte» n»d ihne» die hiez» nölige Zeit zn gewähre».

8 11. Zilwiderhandliinge» gegen das Statut seitenö der Arbeitgeber oder dcr
Gewerbeschiiler werde», soweit nicht gegen letztere anf Ärund der landesherrlicheii Ber-
ordnnng vonr 1«i. Inli 18(>0 diseiplinär eingeschritteii wird, nach Mastgabe der be-
stehenden Gesetzesbestininiliiige» >8 t47' Ctz.-O. 8 71» P.-Str.-G.-B.) geahiidet.

Dieseö Statnt trat uiit Ostern 1880 in.ttrast. Der dnrch dasselbe eiiigefiihrte
Zwang znm Besnche der Otewerbeschnle erstreckt sich jedoch blos anf diejenige» j»»ge»
Lente, welche an Ostern d. I. oder i» der Folge ans der Bolksschnle enttasse» werdc»,
niid nicht a»f diejeiiige», ivelche bereit» in de» letzten Iahre» anö der Bolksschnle ent-
lassen wnrden, znr Zeit aber das 18. Lebensjahr noch nicht erreicht haben.

8. Nechkoverlzättniffe der DienlUntten.

Otesetz vom 8. Febrnar 1808 mit Abänheriiiigen nnd Znsätzen voin

20. Angttst 1808.

8 1. Der Bertrag zwischen dem Dienftboteii »nd der Dienstherrschaft, wodurch
der kine Teit znr Leistrriig häuslicher oder landwirtschafllicher Dienste während eiiies
länaereir Zeitrannis, dcr aiidcre Teil znr Zahlnng eines bestinimten Lohnes, sowic zur
Leistniig eiiikö angeniesseiien llnterhalis sich vcrpftichtet, ist verbindlich abgeschlosse», so-
bald iiber die Art der zn nberiiehmeiide» Dienste im allgemeineii nnd iiber den Betrag
deö Dienstlohneö C'iiiignng ersolgt ist. Insosern der Inhalt des abgkschlossencii Ber-
trageö nicht abweichende Bestimmniigen festsetzt, richten stch die stiechte n»d Berbindlich-
keiten der Bertragtzpersonen »ach den folgeiide» Borschriften.

8 3. Die Cinhändigung und Annahme eineö Haftgeldeö gilt alö ein Beweis des
abgeschlossenen Bertrages. Einseitige Zuriickgabe oder lleberlassnng deS Haftaeideö löst
dkn Bertrag nicht aus. Daö den Dieiistboten etwa gegebene Haftgeld wird ans de»
Lohn abgerechnet.

8 8. Fitr die zn hänslichen Diensten gewieteten Dtenstboten beginnt die Dienstzeit
am 1. Tage der Monate Ianuar, Apri), Inli und Oktober nnd dauert drei Monate.

Bei der Miete zn Dienstleistttngen in der Landwirt chaft gilt der Bertrag für ei»
Jahr abgeschlossen und beginnt am 1. Ianuar. Dasselbe gtlt bei Dienstbote», welche
sowohl -u tandwirtschaftlichrn als -u hausltchen Dtenstrn gemietet werden.
loading ...