Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1899 — Heidelberg, 1899

Seite: 444
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0. Friedhofs-Taxen.

1. Die in § .81 dcr Leichen- nnd Friedliof-Trdnunsi bezeichnelcn Gräbcr wcrden
unter folgenden Bcdingungen abgegcden:

L. Die Fläche eincs Familiengrabs miht 2.40m in der Länge und 1,20m in der
Breiie; werden zwci oder mehrerc Gräber nebcneinnnder obgcgebcn, fo fäUt der m
8 27 der Lcichen- nud Friedliof-Lrdnung vorsieschriebene Zwijchenrmuii wcg; wcrdcn
jedoch zwei odcr mebrere bintcr einander liesicndc Gräber ubsiesiebcn. so muß der vor-
geschriebcnc Zwischenrauin dazu sienommen wcrden und wird desondcrs derechnet.

b. Das Recht auf ein solchcs Grab daucrt 40 Iabrc vom Tag dcr Ucbcrnahmc;
nach Ablauf dicser Frist fallen dic Grüber der Sttrdt anbeim, wenn nicht dic Aort-
dauer des Rechrs anf weitcre 40 Zabre durch scweiligc Erlcgunsi der fcstsicseylcn Taxc
erworben wird.

e. Dcr Stadtrat kann die Verlängerung des Rechts versagen, ivcnn eine andei-
weite Verwendung dcs PlatzeS für angeinessen erachtct wird.

ä. Diese Gräber diirsen nnr fiir die Glicder der Familic dcs llebtriicbmerS odcr
desfen Abköminlinsic, sowic deren nächlte Verivandlc benttNt wcrdcn; Abgabc ooer
Tausch eineS unbelesitcn Grabes an aiidcrc darf nur mit ansdriicklicher GencbmiMng
der Friedboss-Kommission crfolsicn, in wclchcm Fall sich dic Bcnüllrliisiodaiicr vom
Tag der crsten Uebcrnalnnc bcrcchnet; wird dic Gcnebmisiiinsi nicht ciiisiebolt, so hat
der ncue Ueberncbmcr dic volle Taxc nachzuzahlcn.

0. Werdcn dic Olräbcr odcr Gruftcn, sowic dercn Dciikmalc, Einfassiliisitn mid
Anpflanzunsien nicht vrdnnnsiSsicmäsz niitcrhnlicn. so fallen diese samt Fndchör eiii
Jabr nach dcr den Ansiebörisicn odcr dcren Bcvolliiiächrisiwi! odcr, wenn dicsc nicht
zu ermitteln sind, anf öffcntlichcm Wegc ziisicstcllten Mahniinsi an dic Sradl zuriick,
wcnn dic Ansiebörisien nicht inncrbalb dieses Iahrcs ihren Vcrpflichtmisicn iiachkom-
mcn und dic inzwischcn von dcr Friedbofs-Kommissioii für die Untcrbaltiiiisi anssie-
wendctcn Kosten crsctzen.

k. Bci Heimfall der Gräbcr vcrfügt dcr Siudtrat übcr dic vorbaiidcnen Grab-
denkmale und Einsassnnsicn, sowcit dicsclbeu anf öffcntlichc Auffordcriiiisi von dcn
Erwcrbern dicser Grabstättcn odcr dercn Rcchtsnachfolsicrn nicht cntfcrnt wcrdcn.

ss. Die Abgabc erfolgt siegen Erlesiuiisi der fcstsicsctztcn Taxe und unter Fustcl-
limg einer vom Stadtrat siefertigten Urkunde.

Es sind folgende Taxen bcstimmt:

a. in erster Rcihe ein Grab.125^5

jedes weitere Grab.100 „

li. in zweiter und dritter Ncihc ein Grab . 00 „ .

jedes weitere Grab.70 „

Kleinere Geländcabschnittc werdcn nach dem Flächcnsiehalt und nach dcr sür cin-
zelne Gräber ausgcworfcnen Taxc bcrcchnet.

Für Verlänflerung dcs Benützuiisisrcchtcs auf wcitcre 40 Jahre ist für je cin
Grab die Hälftc der crstmaliflcn Taxe zu cntrichtcn.

b. Zur Aufnahme von Aschenresten wcrden Familicnsirabstätten abgegcbcn von
1,20m Länge und 0,80m Brcite gcgen solgendc Taxcn:

a. in crster und zweiter Reihc ein Grab . . 50-^l

jedes weitere Grab.40 „

d. in den übrigen Reihen ciu Grab . - 40 „

jedes weitere Grab.30

Jm Ucbrigcn geltcn für die Ascheiisiräbcr die Bcstiiiimunsien » bis b.

1. Jn je eine Fainiliengrabftättc b dürfen innerhalb der 40Jahrc unlcr dcn in
ä benanntcn Bedingungen 4Aschcnreste beigesctzt werden, in einc Familicngrabstättc
» deren 10.

Jn je eincm schou bclegten Familiengrab a dürsen in demselbcn Zcitraum noch
8 Aschenrcste beigesctzt werdcn, die Benützung zu eincr zweiten Erdbestattuug wird
dadurch nicht aufgchoben.

Auch für die Aschcngräber in Falniliengrabstüttcn gilt die Dauer der Umgra-
bungsperiode von 15 Jahren.

2. Benützung des Friedhofcs

a. Zur Beerdigung Auswärüger (sichc 8 23 Abs. 3 der Leichcn- und
Friedhof-Ordnung)
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