Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 333
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6. Trichinenschaugebiihren
(an den Trichinenschauer direkt zu entrichten):

1. siir die mikroskopische Untersuchung eiues Stücks

Schtveinefleisch auf Trichinen.25 ^

2. für die mikroskopische Untersuchung eines ganzcn

Schweins auf Trichinen.50 ^

2. Kühlhausordnung. Ortspolizeiliche Vorschrift vom 30. Oktober 1893.

ß 1. Bezüglich der Benützung des Kühlhauses, bezw. der Zcit des Zutrittes zu
demselben ist 8 6 der ortspolizeilichen Vorschrift vom 19. Juli d. I. maßgebend.
Zweckentsprecheude Aeuderungeu iu der Benütziingszeit bleiben vorbehalten.

tz 2. Während des Winters kann das Kühlhaus auf einige Zeit geschlossen wer-
den, und sind dann die Zellcn mit allen darin enthaltcn gewesenen Jnventarstücken
der Verwaltung zu übcrgeben. Schlus; und Wiedereröffnung wird jeweils 8 Tage
vorher bckannt gegeben.

8 3. Jeder Jnhaber von Zellen ist verpflichtet, der Verwaltung einen Schlüssel
zu übergcben. Vermieten der Zellen, oder Mitbenützeu durch Andere ist verboten.

8 4. Die im Schlacht- und Viehhofe geschlachtetcn Tiere dürfen in das Kühl-
haus nur in abgehäutetem Zustande verbracht tverden; ausgenommen hievon sind
die Kälber, wenn deren Fell nicht schmutzig ist.

Sülze, Gekröse, Kalbsköpfe und Kalbsfüße dürfeu nur gebrüht und gereinigt*
Blut nur in vcrschlossenen Gefäßeu eingebracht werden. Andere Eingeweideteile,
übelriechendes, von Fäulnis angegangeneS Fleisch, Häute, Felle, Haare, Borsten,
Klanen, Hörner, Unschlitt uud ungcreinigte Därme dürfen nicht in das Kühlhaus
verbracht werden; desgleichen nicht schmutzige Tücher, Schuhwerk, Stricke, Kübel
und sonstiae Gerätschaften. Vorgefundene Gegenstände dieser Art hat der Zellen-
inhaber alsbald zn entfernen, widrigenfalls die Verwaltung berechtigt ist, solche
auf Kosten und Gefahr der Jnhaber fortnehmen zu lassen.

tz 5. Die Zelleninhaber haften der Stadtgemeinde gegenüber für jede durch sie
oder ihre Arbeiter verursachteu Beschädigungen. Veränderungen köunen nur auf
Veranlassuug dcr Verwaltung vorgeiiommen werden.

tz 6. Das Salzcn uud Pöckelii von Fleisch ist nur im Salzkeller an Werktagen
gestattet.

Hackklötze und Tische sind stets rein zu halten. Znm Zerteilen von Knochen
dürfen außcr Sägen nur Hackmesser verwendet werdcn.

8 7. Behufs Erleichterung des Reinigens der Salzzellen sind die Pöckelfässer
u. s. w. auf 20cm hohe Untcrlagen so zu stellen, daß die Reiniguug bequem vor-
genommen werden und das Wasser ablaufcn kann.

Das Reinigen der Fässer und Gefäße darf nur außerhalb des Kühlhauses bei
der Kaldaunenwäsche oder an eincm sonst von der Verwaltung für geeignet er-
achteten Orte geschehen.

8 8. Jn jeder Zelle muß die größtinöglichste Sauberkeit herrschen. Die Haftbar-
keit hrerfür hat der Znhaber. Zweimal wöchentlich, Dienstags und Freitags von 5—6
Uhr ist eine allgemeine gründliche Reinigung des Kühlhanses nach Anordnung der Ver-
waltung vorzunehmen. Anßerhalb dieser Zeiten ist die Reinigung der Kühlräume
mit Wasser nur mit besondercr Erlaubnis der Verwaltung gestattet. Die Reinigung
der Zugänge und Gänge geschieht durch die Bediensteten der Verwaltung.

Dte Rcinigung schmutziger Zellen wird von der Verwaltung auf Kosten der Jn-
haber angeordnet und ist hierfür an der Kasse eine Gebühr von 1 Mark zu entrichten.

tz 9. Die Zugänge und Gänge des Kühlhauses sind für den Verkehr stets frei
zu halteu, insbesondere dürfen keinerlei Arbeiten oder Verrichtungen in denselben
vorgenommen werden. Das Einfahren mit Karren ist untersagt.

8 10. Nichtbeschäftigte dürfen nur mit Erlaubnis der Verwaltung die Kühlräume
betreten.

811. Der Vorstand des Schlacht- und Viehhofes oder dessen Vertreter ist berech-
tigt, jederzeit eine Revision der Zellen und deren Jnhalt vorzunehmen und die nötig
scheinenden Anordnungen zu treffen.

8 12. Zuwiderhandlungen werden gemäß 8 95 P.-St.-G.-B. an Geld bis zu
20 Mark bestraft.
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