Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 341
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1900/0381
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen Nutzung / Bestellung
facsimile
341

Wenn besondere Gründe vorliegen, welche es als erforderlich erscheinen lassen,
daß die Tonnen öfter als zu den durch das Stadtbauamt sestgesetzten Zeiten abgeholt
werden, wcnn z. B. in einem Hause eine ansteckende Krankheit ausgebrochen ist, so ist
der Unteruehmer, bezw. dessen Vertreter auf Begehren des Tonnenbesitzers, sowie auch
falls die Polizeibehörde dies verlangt, zur häufigeren Abholung der Tonnenverpflichtet.

8 5. An Sonntagen, sowie an den dem Sonntag verordmmgsmäßig gleichstehen-
den Feiertagen ist die Abholung der Tonuen — vorbehaltlich besonderen polizeilichen
Dispenses in dringenden Fällen — nnr bis morgens 9 Uhr zulässig.

8 6. Die Neinigung der Tonnen muß anßerhalb der Stadt geschehen und die
gereinigte Tonne bei der nächstfolgenden Abholung dem Besitzer wieder zurückge-
geben werden.

8 7. Jeder Tonnenbefitzer, welcher nicht die in 8 2 dieser Vorschrift vorge-
sehene Erlaubnis erhalten hat, ist, bevor er seine Toimeu-Einrichtung in Gebranch
iiimmt, verpflichtet, zum Zweck der Abholung der Tonnen dem Stadtbauamt schrift-
liche Anzeige zu machen.

8 8. Diejenigen Toimenbesitzer, wclche die in Z 2 dieser Vorschrift vorgesehene
Erlaubnis erhalten haben, sind für die rechtzeitige Auswechslung ihrer Tonnen ver-
antwortlich. Für die Frage der Nechtzeitigkeit sind die in 8 4 Abs. 2 dieser Vor-
schrift aufgestellten Grundsatze maßgebend.

Auch haben die iu Rede stehenden Tonnenbesitzer den 8 5 dieser Vorschrift zu
beachten, jede Verunreinigung der Straße, welche bei der Abholung der Tonnen
stattfindct, sofort wieder zu beseitigen, die Neinigung der Tonnen außerhalb der
Stadt vorzunehmen uud ctwaige besoudere Wersnngen, welche ih.ten die Polizeibe-
hörde aus Anlaß der Besorgung des fraglichen Geschäfts crteilen wird, zu befolgen.

2. Bezüglich der Entleerung der Nbtrittgruben.

8 9. Die Eutlceruug dcr Abtrittgruben hat miitelst der Saugpumpe zu ge-
schehe». Letztere nmß stets in eincm sölchcn Zustande scin, daß die Arbeit in ge-
ruchloscr LLeisc und ohne Vcrunrcinigung dcr Umgegeud vollzogen werden kann.

8 10. Dic Hauseigentümer, bczw. deren Bevollmächtigte sind verpflichtet, die
Abtrittgrubcu entlceren zu lassen, sobald solcke über zwci Drittel angcfüllt sind.

Zu dicseni Zwcck isi dem Ilnternehmer, bezw. dessen Vertreter bei einer der hier-
für einzurichtcnden MeldcsteUen Anzeige zu crstattcn, welche auf Verlangen zu be-
schciuigen isi, uud es hat hierauf die Eutleerung binnen vier Tagen zu erfolgen.

8 11. Die Entleerung der Gruben darf iu der Regel uur an Werktagen und
in dcr Zeit vom 1. Mai bis 1. Dktobcr iu der Haupt-, Plöck- und Leopöldstraße
nur von 5 bis 9 Uhr morgens und von 7 bis 11 llhr abends vorgenommen wer-
den. Zn den übrigen Staotteilen und allgenieiir in der Zeit vom 1. Oktober bis
1. Mai kaun die Entleerung von 5 llhr mörgens bis 11 Uhr abends stattfiuden.

8 12. Den in den Gruben zurückgebliebcnen Bodensatz, sowie Scherben, Schutt
uud dergl. hat der Unternehmcr, bezw. dessen Vertreter alsbald nach der Vornahmc
dcr Entlecrung gegcn bcsonderc Vergütuiig zu entferuen.

Der Bodensatz ist vor setuer Entfermmg zu desinfiziercn.

Vorgefundene Mängel der Grube hat derjenige, wolcher die Entleeruug der
Grube besorgt, dcr Baupolizeibehörde anzuzeigen.

8 13. Zur Abfuhr des Grubeninhaltes dürfen nur vollständig wasserdichte und
luftdicht abgeschlossene Fässer verweudet werden, welche samt den dazu gehörigen
Wagen mit Oelfarbe angestricheu und stets sauber gehalten sein müssen.

8 14. Diejenigen Hausbesitzer, welche die iu 8 2 dieser Vorschrift vorgesehene
Erlaubnis erhalten haben, sind für die rechtzeitige Eutleeruug ihrer Gruben ver-
antwortlich. Dieselben habeu ferner die 88 17,18, 18a und 20 der ortspolizeilichen
Vorschrift vom 22. Dezember 1865, die Straßenpolizei betr., zn beachten, jede Ver-
uureinigung der Straße, welche bei der Entleerung der Grube stattfindet, sofort
zu beseitigen und etwaige besondere Weisungen, welche ihnen dic Polizeibehörde
aud Anlaß der Besorguug des fraglichen Geschäfts erteilen wird, zu befolgen.

III. lleberflangsbestimmrrrtgen.

sß 15. Alle diejeuigen, welche z. Zt. im Besitze einer Erlaubnis sind, wie sie der
8 2 dieser Vorschrift vorsieht, haben solche bis zum 1. Juli 1881 erneuern zu lassen,
widrigenfalls die betr. Erlaubnis von diesem Zeitpunkt an ihre Giltigkeit verliertZ
loading ...