Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 347
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Von Kaminbränden im Stadtteile Schlierbach stnd nur der Kaminfeger und
der Hauptniann der Schlierbacher Feuerwehr telephonisch zu verständigen und ist
anßerdem der Polizeistelle Schlierbach telephonisch Kenntnis zu geben, falls die
Meldung nicht von dieser erstattet wurde.

8) Prüfung der Leitung.

Täglich um !2'/2 mittags ist die Alarmleitung auf ihre Fähigkeit zu prüfen.
Dies geschieht dadurch, daß unter Benützung des bei der Knrbel befindlichen Drückers
mit dem Läutewerk drei kurze Schläge gegeben werden. Tönt in solchen Fällen
die oberhalb des Apparates befindliche Glocke nicht mit, so ist sofort dem Rats-
diener Anzeige zu erstatten.

Soll eine Prüfung der Leitung zu anderer Zeit vorgenommen werdeii, so müssen
jeweils drei kurze Schläge abgegeben werden, damit sofort ersichtlich wird, daß es
sich nicht um einen Alarm handclt.

Wöchenrlich eimual und zwar Samstags um 12 Uhr Mittags ist das Glocken-
signal auf dem Turme der Heiliggeistkirche mit eiurgen Schlägen zu prüfen.

L. Polizeiftation Bismarckplatz.

1) Auf der Polizeistation Bismarckplatz bcsinden sich zwei getrennte Alarmlei-
tungen, von deneu die eine — Leitung II — zur Alarmierung der Chargierten und
Signalisteu der Westkompagnie (ll. Feuerwehrkompagnie), die andere — Leitung lll
— zur Alarmierung der Chargierteu und Signalisten der Neuenhcimer Feuerivehr
(Hl. Feuerwehrkompagnie) dient. Beide Alarmleitungen werden in der Weise in
Thätigkeit gesetzt, daß die Kurbeln der an dcr südlichen Wand angcbrachten Kasten

uiuer gleichzeitiger Nicderdrückung des danebeii befindlicben Knopfes — etwa
40mal rasch gedrehl werden. Die Koutrole darüber, daß die Leitungen richtig sunk-
tionieren, geben zwei oberhalb der Kasten an der Wand angebrachte Glocken, welche
jeweils initklingen müssen, wenn die Lcitungcn in Orduung sind.

(Durch das Anjcklagen der Glocken der Leitung II werden sämtliche Chargierte
und Signalisten der II. Feuerwehrkompagnie uud der städt. Brunneiiineister gleich-
zeitig geweckt, sowie die Kaseruenlvache beuachrichtigt; durch das Anschlagen der
Glocken der Leitung III werden in gleichcr Weise ein Chargicrter und mehrere Sig-
nalisten dcr Neueuheimcr Feuerwehr (III. Feucrwehrkompägnie) geweckt.)

2) Sobald an dem Klappenschranke eine Klappe niederfällt, hat der dienstthuende
Schutzinann naä, Maßgabe der sür die Telephonleitungen bestehendeu Vorschriften
die einlaufende Meldung abzunehmen, und wenn er über deren Juhalt keinen Zweifel
mehr hat, mit dem Worte „Verstanden" zu bcstätigen.

3) Betrisst die Meldung einen Brand innerhalb der städtischen Gemarkung oder
wird durch die Meldung von eiuer zuständigen Behörde die Alarmierung der frei-
willigen Feuerwehr verlangt, so sind alsbald nach Bestätigung dcr empfangeneil
Melduug nacheinander die Alarmleitungen II und III in Thätigkeit zu setzen; bei
Meldungen über Brände im Stadtteil Neuenheim ist zuerst die Leitung III und
sodann die Leitung 1l in Thätigkeit zu setzen.

Gleichzeitig ist — falls cs sich um einen Brand innerhalb der stüdtischen Ge-
markung handelt — durch Einschalten eines Hebels, welcher sich an eiuem an der
nämlichen Wand angebrachtcn Kästchen besindet, das Glockensignal auf dem Turm
der St. Annakirche eiwa sünf Minuten lang in Bewegung zu setzcn. Endlich ist
der Oktroierheber herbeizurufen.

4) Hierauf wird die Meldung weitergcgeben an:

Polizeistation Nathans,

Städtisches Gaswerk.

Der dieilstthiiendc Schutzmann hat sodann den Klappenschrank ailfmerksam zu
beobachten, um weitere Meldungen, die alsbald von den Chargierten der Feuer-
wehr w. einlaufen werden, abzunchmen und zu erledigeu. Hierbei ist derselbe von
dem Oktroierheber zu unterstützen.

Jnsbesondere ist darauf zu achten, daß das Turmglockensignal nach Ablauf
von etwa fünf Minuten abgcstellt wird.

5) Besonderes Augenmerk ist zu richten auf die mit „Telegraphenamt" bezeich-
nete Klappe, weil hier sämtliche Meldungen einlaufen von denjenigen Häusern,
welche eine besondere Meldestelle nicht besitzen nnd durch Vermittlung des Haupt-
meldeamts sprechen.
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