Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 353
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III. für das Ausbrennen der Kamine:

1) bei einem einstöckiaen Van .... 1 Mk. 05 Pf.

2) bei cincin zweistöckigcn Ban .... 1 Mk. 12 Pf.

3> bei einem drci- oder mchrstöckigen Bau . 1 Mk. 25 Pf.

Für die Ltellung dcs zuiii Aiisbrenilen erfc» derlicheii Matcrials, soweit es nicht
von den Hausbewohnern in ziireicheiider Wcise dargebotcn wird, hal der Kaminsegcr
eine Zuschlagstaxe von 20 Ps. zu bcanspriicheii, einerlci ob das Üamin nur durch
ein oder durch mchrere Stockwerke hindiirch aiisgebraimt wird.

l V. Der Kaniilisegcr hat zu beaiisprncheil für das Neiuigen vou Fabrikkaminen
bci einer Heizfläche des Dampfkesscls bis zu 10gm eine Taxe von 2 Akk.

von 10 bis 20 gm.4 Mk.

von 20 biS 40gm.6 Mk.

übcr 40 gm.8 Mk.

Iii dcr Reinigiing dcr Fabrikkaiiiinc ist die Neiniguug der wagrccht vom Kessel
iiach dem Kamiil sührenden F-euerbeziige uicht inbegriffcii. Für die Prüfuug eines
iieiierbauten und die Unlersuchung cines solchen Fabrikkamiues, desscu Neiuigung
dem Ougentümer überlasseu ist, l>at der Kaiuinseger ohnc Rücksicht aut die Höhe
dcs Kamins cine Taxe von 2 Mk. zu bcansprucheu. Bei Neiniguilg uud Besichti-
guiig (Prüfuiig, Unlcrsuchuug) von Fabrikkamiiicn aufferhalb des Wohnortes des
Kamiufegers erhält dcrselbe, wenn sic nicht gelegcutlich anderer Geschäste vorge-
noiiimeu werden könneii, eine Olauggebühr nach Maszgabc von Ziffcr VI.

V. Für die nach ss 16 der tUamiiifcgerordiiung vorzuiiehnieiide Uiitersuchnng der
außer Gebrauch gcsehten Uamine, mit Alisschliiff der Fabrikkamiue, hat der Kamiu-
feger dic gleichcn Taxen, wie fiir eine Reinigung der bctr. Kamine zu bcanspriicheil.

VI. Der Kaniinfegcr erhält von dcm Bauherru für die Uiitersuchung cincs neu-
erbautcii Kamins bei einstöckigcm ziamin einschliefflich dcs Dachraums 30 Pf.

bei zwci- und dreistöckigeii Kainiucn .... 60 Ps.
bei mehrstöckigen.90 Pf.

inid aufferdem bei einer Besichtigung aufferhalb des Wohnorts dcs Kaminfegcrs, wenn
sie nicht gelegcntlich von Kamiii-Neinigiiiigcii vorgcuommen werden kann, bei einer
Entferiinng bis zu 4 km einschliefflich cinc Ganggcbühr von iiiindestcns 1 Mark, bei
weitercil Entscriiungcii crhöht sich die Ganggebühr siir jeden angefaugeiicn Kilomcter
um 20 Pf. — Unter Entftrnuiig ist die wirkliche räumliche Entseriiuiig des Wohn-
orts vom Srt dcr Bornahme des (ffeschästs, gcmesse» uach oer beide Ortc in kürzcster
Linic vcrbindenden Straffe, vcrstanden, also: dcr cinfache Hiuweg (nicht Hiu- u ii d
Nückwcg). Wcrden mehrere Bcsichtigungcii an einciil Tage vorgciloiniuen, so ist nur
eine Ganggedühr von den Vauherren gemeiiisam zu cntrichteii.

VII. Die Taxc für das Ncinigeii eiuer Hurte oder eines sogcnaiintcn Nauchlochs
bcträgt 6 Pf.

VIII. Hierbei wird noch bemerkt:

s. Oeffneii und Schließen der Klappen nnd Pntzthürchen wird nicht besonders
vergütet.

b. Halbstöcke, Mansarden, Sonterrains oder Kellcr zählen als Stockwerke.
e. Der Kaminfeger hat sämtliche Neinigungsapparate zu stellen und den
Ruff aus dcn Kaminen heranszufchaffen

ll. Das Begehen des Daches durch den Kaminfeger von eineiu Kamin zum
andern ist verboten.

^ 8 6. Dicse Vorschrift tritt mit dem 1. April 1888 für den ganzcn Amtsbezirk —
Stadt Heidelberg und Laildgcmeiildtil — inKraft. Mit diesemTage sind die bezirks-
Polizeilichen Borschriften v. 29. Februar 1872 und 12. Dezember 1874 anfgehoben.

8 7. Zuwiderhaiidluiigen gcgen diese Borschrift werden gcmüff 8 23 der Kamin-
fegerordnung vom 29. Novembcr 1887 und 8 368 Ziffcr 8 R.-St.-G.-B. bestraft.

L. Vauordnung.

(Jst in amtlicher Sonder-Ausgabe erschienen und bei I. Hörning,
UniversitätS-Buchdruckerei, Hauptstraffe 55 a zu haben.)

I'. Die Errichiung ueuer Wohngebäude mrd Vrunnen in der Nätze

des Friedtzofes.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 4. Juni 1891.

Neue Wohngebaude, welche in der Umgebung des städtischen und israelitischen
Friedhofs erbaut werden sollen, dürsen, soweit das nordöstlich des Stcigerwegs und

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