Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 354
Zitierlink: i
http://digi.ub.uni-heidelberg.de/diglit/AdressbuchHD1900/0394
Lizenz: Creative Commons - Namensnennung - Weitergabe unter gleichen Bedingungen
facsimile
364

üdlich des sogenannten HasenbühlerwegS gelegene Gelände ln Betracht kommt, nur
n ciner Entfernung von mindestens 50 m, im übrigen, mit AuSnahme der schon
n den Baubezirk einbezogenen Ecke der Rohrbacher und Schwetzinger Straste, i»ir
n einer solchen von mindestens 90 m von der nächstliegendcn Grenze dcs Fried-
iofgebietes errichtet werden.

Brunnen dürfen nur auf der Nückseite der in der bezeichneten Nmgebnng dcs
Friedhoses zur Errichtung gelangenden Gebäude nnd mindestcnS 10m hinter der
bestimmten Bauflucht derselben ersctilossen werden.

Ausnahmen von obiger Borschrift kann in besonders dringenden Fällen die
Bauvolizeibehörde mit Zustiinmung des Stadtratcö nnd nach Arihörung dcS
Großh. Bezirksarztes bewilligen.

S. Die Nbgrsn;ung von unbobauten Grundstürlren in dor Stadi

Hetdelderg.

OrtSpolizeiliche Borschrift voni 17. August 1899.

Unüberbaute Grnndstücke an öffcntlichen Wegcn, welche eine freie Aussicht
bieten, dürfen nur in solcher Weise eingefriedigt werden, daß dnrch die Art der
Einfriedignng daS landschaftliche Bild der Gegend nicht gcschädigt und insbesondcrc
die freie Aussicht nicht beeinträchtigt wird.

N. Delästigung dnrch Rauch. Nuss und üble Nnsdttnstnngei,.

OrtSpolizeiliche Borschrist vom 14. November 1890.

tz 1. Die Besitzer gewerblichcr Anlaaen, die bei ihrcm Geschäftsbelricbe nach saä>-
verständigcr Feststcllung dnrch starken Rauch, Dainpf odcr üble Gerüche die Lust in
einer dieGcsundheit gefährdenden oder in crheblichem Gradc belästigcndcn Wcise vcr-
unreinigen, sind gehalten, auf Anfordern dcrPolizeibehörde diejenigenBorkehruiigcn
zu treffen. die znr Bescitignng dicser Bcrunreinigung als dicnlich erscheinen, und
sind strafbar, wenn sie den hierauf bczüglichen Anordnungen der Polizeibehörde
nicht odcr nicht vollständig innerhalb der bestiinmten Frift nachkommen.

2. Zuwiderhandlungen werden gcmäb 366R.-L>t.-G.-B. an Geld bis zn
M Mark, cventuell mit Haft bis zu 14 Tagen bcstraft.

ck. Linrichlnng von Gas- und Wasterleilungrn.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 17. Zanuar 1889.
Gasleitungen.

8 1. Zu den Gasleitungen dürsen künstighin nur noch eiscrne Röhren benützt
werden. Die Verwendung von Bleirohr ist nur znlässig, wenn es sich uni Nepa-
raturen oder um kleine Erweiterungen und Berändernngen bereits bestehendcr
Bleirohrleitnngen handelt.

8 2. DieRöhren und VerbindungSstiicke sind vor dem Verlegen in dem Zustande,
wie sie zur Verwendung koinmen sollen, aus ihreLnftdichiigkeit zu prüfcn und oürfen
nur dann benützt werden, wenn sie sich vollkomiuen dicht erwicsen haben. Es ist nn-
statthast, etwa gefundene Febler an eisernen Nöhren nnd BerbindungSstücken durch
Verstreichen mit Mtt oder Äerhämincrn, odcr durch Schne!!-Lot zu reparieren.

Vcrstreichen init Kitt odcr Verhäinmern undichter Stellen ist auch bei Blei-
rohrleitungen untersagt, dagegen bei diescn das Berlöten znlässig.

tz 3. Die Verbindnngen und Berschlüsse der Nöhren müssen auf daucrhaste und
soltde Weise luftdicht hergestellt werden, bei Eisenröhren durch Muffen, Metall-
stopfen und Flanschen oder Kappen, bei Bleiröhren, wo diese nach 8 1 überhaupt
zulässig sind, durch Verlöten.

Wo Bleirohrleitungen durch Mauerwerk odcr Gebälke gehen, nitlß ein schmied-
eisernes Futterrohr über dieftlben geschoben werden, welchc« ctwa 1 om weiter al«
der äußere Durchmesser des Äleirohrs ist und auf jeder Seite der Mauer oder dcs
Gebälkes mindestens 1cm vorstcht.

8 4. Wo Eisenrohr an bestehcnde Bleirohrleitung angeschlossen werden soll,
darf die Verbindung von Eisen und Blei nicht durch unmittelbarcs Anlötcn er-
folgen, vielmehr muß dieselbe mittelst messingcner Verbindungsschrauben, welche
an das Bleirohr anzulöten sind, ausgeführt werdcn.

8 5. Bei Bestimmung der Rohrweiten ist für gewöhnliche Verhältnisse die
folgende Tabelle maßgebend, während in außergewöhnlichen Fällen der betref-
fenve Jnstallateur mit der Direktion des Gaswerks über die zu wählenden Rohr-
vimenstonen re. sich zu verständtgen hat.
loading ...