Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 357
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zu beantragen. Der betr. Kontrolbeamte wird diese Prüfung in thunlichster Kürze
vornehmen und den Privatinstallateur von dem Termine in Kenntnis sctzen. Die
Leitung muß den vorlicgenden Uestimmnngen entspiechen nnd sich, falls sie air die
Wolfsbrttnncnleitnng angeschlossen werden soll, fiir einen Drnck von zehn Atmo-
sphären, bei der Rombachleitung abcr, je nach Lage, fnr einen solchen bis zu siinfund-
zwanzig Atmosphären völlig dicht erwcisen.

(Vergl. 8 22 der gemeinschaftlichen Bestimmungen.)

Gemeinschaflliche Bestim m unge n
fiir die an die städtischen Gas- nnd Wasserleitungen augeschlossenen Privatleitungen.

8 21. Dic HersteUnng und Ilntcrhaltung der Gas- und Wasser-Zuleitnngen vom
Hauptrohr bis zum Gas- bezw. Wassermesser geschieht ausschließlich durch Ziistalla-
teure der städtischen Werke.

Den Privat-Installateilreii ist es untersagt, irgend welche Arbeiten an den Zu-
leitnngen oder den Gas- nnd Wassermesseru vorziluehmen, sie mit der Leitung zu ver-
binde», abziischraiil'cn, aufziifiillen, zn entleercii, die Straßenschachte zu öffucn und
die aiu Straßenrohr besindlichcu Hauptabspcrrhahnen der Wasserzuleitiiligeii zu stel-
len, zu öff'ucu oder zn schließeu. Letzteres ist ausiiahmsweise uiir daun gestattet, wcnn
Gefahr im Verzuge ist, doch inuß in diesem Falte der Direktion der städtischeu Gas-
und Wasserwerkc unniikkclbar darnach schriftliche Mitteiluug vou dem Vorgange ge-
macht werdeu

8 22. Nur die crstmalige Prüfuug der Gas- und Wasseileikiiugcn, wclche in ihrer
ganzcu Ailsdehiiung sichrbar seiu müsse», ersolgt kostenfrei, für die zweite und jede
wciter notwendig werdcnde Probe ist der Betrag von 1 Mk. 50 Pf. au die Kasse der
städtischen Gas- und LLasscriverke z» entrichteu. Dcr die Probe abnchmende Beamte
hat nicht die Verpflichrung — falls eiu Zurückgehen des Manomcters einen Fehler
markierl — dicsen Fehler aus.zusucheii, vielmehr geuügt die einsache Thatsache, daß
dcr Mauomcter nicht unvcräiidert seiuen Stand innehält, eine zwcite und folgende
Leituugsprobe zu vcrlange». Alle zur Abnahme der Probe erforderlichcn Apparate,
Werkzcuge u. s. w., wie Koiupressiouspumpe, Manometer, Perbiiidungsschlättche u.s.w.
hat der Piivatinstallateur zu bcsorgeu und alles zur Probe Nötige derart vorzu-
bereiten, daß dieselbc zur vorher vereiubarten Stunde ohnc wcitercs erfolgen kann,
widrigenfallö die Probe als mißglückt augesehen und eiue weitere mit 1 Mk. 50 Pf.
zu vergüteudc Prüfung augeorduet werdcii muß.

8 23. Tie Piivatiustallateure sind verpflichtet, die Olas- und Wasserleituiigen
im Ncbrigen in Ilebereiustiuiiuuiig mit deu zur Zeit der Anfertiguiig der Leitung gil-
tigen Uertragsbestimmuugeu über die Abgabe von Gas und Wasser au Privat-Abon-
neutcn anszuführen nud sind ferner vcrpflichiet, vou allen größereu Aenderungcn und
Grwcilcrunaen bestehender Gas- und Wasserleitungcn der Direktiou der städtischen
Olas- nnd Wasscrwerke sofort nach ihrer Ferligstellung schriftlich Anzeige zu erstatteu.
Ties bezieht sich namentlich auch aus Badeeiurichtiiugen, Closets, Pissoirspülungen
nnd alle soiisrigen Apparate u»d C'inrichtungeii, welche von der Wafserleitung versorgt
werden, wie Ventilatoren, Ziiiimerfontaiileii, Aguarien, Wassermotoren und der-
gleichen mehr.

8 24. Gas- und Wasserleitiingen, die iiberdeckt werdeu sollen, müssen städtischer-
scits geprüft sein, bevor die Ueberdcckung erfolgt, widrigeusalls die Entfernuug der
letzteren vcrlangl wcrdeu kann, was besonders dann geschehen soll, wenn die betref-
fende Leitung sich nicht votlkommen dicht erweist.

8 25. Die Direklion der städtischen Gas- und Wasserwerke hat jederzcit das Necht,
die Arbeit der Privatinstallatcurc zn kontrollieren und bei etwa vorgefuildenen Feh-
lern in der Ausführung sosort Abhilfe zu verlangen.

8 26. GaS- und Wasserleituugen, wclche den vorstehcuden Bestimmungen nicht
entsprechen oder sonstige grobe Mängel aufweiseu, dürfen nicht in Gebrauch gcnom-
men werden. Bereits iu Gebrauch genommene Leitttngen kanu die Direktion der städ-
tischeu Gas- und Wasserwerke, falls nach ergangener Aufforderung die Abstellung der
betreffcnden Mängel nicht sofort erfolgt, ohne weiteres abschließen lassen.

Privatgas- und Wasserlcitungen, welche zur Zeit des Jnkrafttretens vorstehen-
der Bestimmttngen sich bereits im Gebrauch bcsinden, müsfen, besonders wenn sich
gefahrdrohende Mängel an denselben ergeben, nach Vorschrift geändert oder dürfen
nicht weiter henützt werden.
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