Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 359
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8 8. Aufgraben und sonstige Arbeiten an öfsentlichen Wegen.
<xs ist untersagt, ohne vorgängige Genehmigung dcr znständigen Behörde an öffent-
lichen Wegen Ansgrabnngen und sonstige, den Strahenkörper oder dessen Zube-
börden bcrnhrcndc Arbeitcn vorziinehnien odcr den Bedingiingeii der in dieser Hin-
sicht erteilten Keiiehiiiignng zuwiderznhandeln.

Die iHenchiiiigung ist anch dann einzuholeri, weiin die Aufgrabringeii und son-
stigcn Arbeiten znm Zwecke der Herstellung und Unlerhaltnng von Znsahrten,
Dohlcn n»d anderen Lorrichtuiigen geschehen sollen, wclche den Anstößern oder
soiistigcii Personcn an dcni ossenklicheii Wege krafl Dnldung oder eines in Anspruch
geiiolirnicnen NechtStitels znstehcn.

8 9. Breite dcr L a d u n g. Lastwagen diirfen bei dcr Fahrt aus öffentlichen
Wegcn nicht so breit geladen sein, daff sie den doppelten Ranm der Radspur ein-
iiehmen. AiiSiiahuien könncii siir bestlmmte Wegstrecken durch die zuständige Be-
hörde allgemein oder in einzelncn F-ällen gcstattet werdc».

810. Schwere der Ladnrig. (ffs ist iiiltersagt, öffentliche Brncken mit
Lasten, wclche mil der Tragsähigkeit der Briicke nicht mehr inr VerhältniS stehen, zu
bcsahren, oder dcn von den zustäiidigen Behörden hinsichtlich der Befahrung öffcnt-
licher Brncken mit schwcren Lasten festgesetzten Bedingungen znwider zn handeln.

Sollen öffcntliche Briicken mit Lasten bctahren werden, welche 10000 Kilo-
gramui iiberstcigeii, so bedarf es dazn dcr vorgängigen Gcnehinigung der zustän-
digen Behörde, welche aUgemein siir cine bestimmte Briicke oder in den einzelnen
Fallen dcr Benümiiig ertcilt werdcn kann.

8 10a. Beschaffenheit der L a d u n g. Es ist untersagt, auf öffentlichen
Wegcn mit cincm Fnhrwerk zn fahren, dessen Ladung derart lose aufliegt, daß durch
ein^änzlicheö odcr teilwcises Herab- oder Hcrauchallen der gcladenen Gegenstände
die Sichcrheit nnd Begiiemlichkcit des Vcrkehrs gcfährdet, bezw. beeinträchtigt werden
kann, oder ans desscn Ladnng spitze oder scharfe (ffegenslände (wie Sensen, Gabeln,
Sägen und dergl.) in gcsährlicher Weise hervor- oder herausragen.

§ 10b. Beschaffenheit des Fnhrwerks. Es ist untersagt, auf öffent-
lichcn Wegen mit Fnhrwerken zn fahren, an deren Seite ein hervorstehendes Sitz-
brctt tsagen. F-anllenzcr) angebracht ist.

Lastwagcn, wclche anf öffentlichen Wegen mit stärkerem Gefäll fahren, müssen
mit ciner ansreichciiden Brems-(Vperr-)Lorrichtnng versehen oder mit einem Rad-
schnh ansgestattct sein.

ß lOo. Beschafsenheit der Zngtiere. Es ist untersagt, beim Fahren
anf össentlichen Wegen bissigc Zngtierc, söfern sie nicht mit einem vollständig siche-
ren Maulkorb versehen sind, sowie als Schläger bekannte, kollerige oder fallsüchtige
Zngtiere zu vcrwenden.

8 10 <1. Lerhalten der dasFnhrwerk leitcnden oder benützenden
Personcn. Es ist untersagt, beim Fahren anf öffentlichen Wegen

1) Wagen, wclchc so höch beladen sind, daß dadurch die sichere Leitnng vom
Fuhrwerk aus gefährdet wird tiilsbcsoildere Heu-, Frucht-, istroh- und Laubwagen)
vom Wagen aus zu leiten odcr Zugtiere überhaupt ohne Leitseil vom Wagen aus
lediglich mit Zurnf und Peitiche zn lenken.

2) Anf der Deichsel des Fnhrwerks, anf einem nach 8 10b verbotenen Seiten-
brett odcr bci Lastwagen derart auf dem Lorderteil des Wagens zu sitzen, daß die
Beine in der Luft schwebe» oder anf die Wagendeichsel zu stehen kommen.

810e. Tragen von isensen auf öffentlichen Wegen. Wer beim
Gehen oder Fahren anf öffeutlichen Wegen eine Sense mit sich sührt, hat die
Spitze der Sense uach oben oder an den Schaft angelegt zu tragen.

8 11. Anein »iiderhängen von Wagen. Beim Fahren dürfen nie mehr
als zwei Wagen aneinandergehängt scin.

Das Zusamnienhüttgcu von zwei Wagcn ist nur gestattet, wenn der hintere
Wagcn nicht stärkcr beladen, uicht größer und nicht stärker ist als der vordere Wagen,
und wenn anßerdem durch eine feste Lerbiiidung beider Wagen (insbesondere durch
Unterschiebiing der hinteren Deichsel untcr den vordereu Wagen) für eine sichere
Steucruug des hinteren Wageus gesorgt ist.

Durch die zuständige Behörde kaun für öffentliche Wege oder Strecken derselben,
bei denen das Fahren mit zusammengehüngten Wagen wegen der Größe des Gefälls,
der Scharfe der Krümmungen oder der Schmalheit der Fahrbahn die Lerkehrssicher-
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