Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

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Vrofchkrnvrdmrrig für die Stadk und Tarif.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 16. Februar 1892, mit Aenderunq dnrch die orts-
polizeilichen Vorschristen voin 18. Mai 1899 nnd 10. Dezember 1896.

Droschken-Ordnung.

8 1. Die AussteUliilu iind Fiibctriebsetzniiq von Droschken zu Iederinanns
Gebranch an ösfeinliclien Orten in lnescher Sladt ist nnr solchen Persouen czestattet,
welche den beabsichtigten Oiewerbebetrieb beim Bczirksanit aiuzeineldet und von diesein
die ersordcrliche Ziilassttncisiirkundc erlmltc» lmben.

Die ZiiIassliiittsiirkiiilde, in welche die ejahl der nach vorheriqer Priisnng zum Be-
trieb zngelasseiien Droschken, sowie die lhnen ziiqeteilten Aiiinniern eingerragen wcrden,
ist aUen denjeiliqeii zu versagen, bezw. wiedcr zn entziehen, in deren Berhalten und
personlichen Vcrballnissen begründele Besorgnis zn fiiiden ist, das; sie diesen Olewerbe-
betrieb zur Gefahidniig der össeiillichcn Sicherheit nnd Ordnnng mistbranchen werden.

Fiir Ergänzung, p,.z>v. Berichtignng der Bulassuiigsurknnde bei eintretenden
Veranderungen hat der Bclriebsiiiiteriiehmer biiinen drei Tagen Sorge zu tragen.

Von den Droschkenbesitzern.

§ 2. Ieder Droschkenbesitzer ist verpflichlet, die in der Bnlassiiiigslirkiliide ver-
zeichiieten Droschken iciglich nach einein vom Bezirksamt (Polizeikommissär) auf-
ziistelleuden Tiirirus in tadellosem .'stlstandc auf dcn gemäst 8 12 bestimmte.l Halte-
pläyen znm (ttebranche des Piiblikiiuw bereit zn halten, und zwar in den Moiiaten
Oktober bis einschliestlich April von Morgens 8 llhr bis Abends 6 Ilhr, in den
iibrigeii Monateir von Morgenö 7 Uhr bis Abcnds 8 Uhr.

Bei Schneesall dürsen anch Schlitten in Betrieb genommeii werde», auf welche
sodann die Besliittiniiirgeil dieser Ordnnng entprechende Anwendniig zu sinden haben.
(Wegen der Taxen fiir Schlillenfahrten vergl. Zisser VII des Tariss.)

Die Troschkenvesiyer diirfcn sich znm Betriebe nnr solcher Droschkeiikutscher
bedicnen, welche einen giltigen Fahrschein besitzen. (Bergl. § 7 der Vorschrift.)

Jede Annahine viid Gntlassuiig eines Droschkenkutschers ist dem Bezirksamt
binnen drei Tagen anziizeigen.

Diejeiiige» Drojchkenbesiver, welche die Leitiing ihrer Fahrzenge in eigener Person
iibernehinen, nilisseii neben der BnlassniigSlirknnde noch einen Fahrschein erwirken und
sind allen hiiisichtlich der Droschkenkntscher erlasseiien Borschristen nnterworfeu.

8 8. Die Droschkeiibesitzer sind dafiir Verantlvorrlich, dast die F-nhrwerke und
Pferde sich stets in vorschristsmästiger Beschaft'eiiheit befinden und dast dic Droschkeu-
kntscher im Dienste stelö die vorgeschriebene Diettstklcidnng tragen. Dieselbe hat zu
bestehen iu diliikelblanem Aock mit rotem lgrageu und zwei Neihen gelber Metall-
knöpfe, dunkler Ltzefte, ebensolcheu iim Sommer auch grancn oder weistleinenen) Hosen
nnd einein niit Mekallkiiöpsen versehenen Mantel, sowie in einem rundeii schivarzen
Lederhut mil der Nuiiliilcr dcr betrefseiiden Droschke iu Nensilber.

Statt des Glanzhutes kanu im Sommcr ein schwarzcr Strohhut mit L,ilber-
borde, im Winter eiue Pelzmiitze getragen werden.

Die Dienftkleidung inust stets in sauberem, nicht zerrissenem und nicht anffällig
geflicktem Zustand erhalten werden.

Bon den Drofchken «nd Gespannen.

8 4. Die Droschken müssen ttlit zwci Pferden bespannt seitt. Die Pferde ttlüffen
hinreichend stark seiu, aiiständig aussehen iind sicher gehen; auch müssen fie gleich
wie das Geschirr reinlich gehalien werden.

8 5. Die auszusteUendeii Wagen müsseii solid gebaut, von gefälligem Aeußern,
von hinreichender Breite nnd Höhe, sowie bequem sein. Die Wagentritte müffen
so beschaffen sein, dast das Ginsteigen niibeschwerlich ist, auch mnst der Wagenschlag
von innen geöffnet werden köniien. Zu beiden Seiten des Bocks sind Laternen
anzubringeii. welche während der Dniikelheit erleuchtet sein müffen. Ferner müffen die
Wagen sanber lackiert, mit gntem, nicht geflicktem Lederzeng, un Jnnern mit reincm
Ausschlag und mit gnter Potfternng versehen scin, anch immer reinlich gehalten werden.
Der Fußboden jeder Droschke iniist mit einer reiiilichen Fußdecke belegt sein.

Zeder Wagen uiuß mit seiner Bespaimiliig iin Verhältnis stehen. Nebrigens
können die Wagen von verschiedener Bauart sein. Es kann jedoch kein Wagen,
deffen Form mit dem Zwecke der Droschkenfuhrwerke nach den hiestgen Ortsver-
hältnissen im Widerfpruch stände, zugelassen werden. o»
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