Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 445
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§ 27. Jtdes Grab sür (f-rivachseiit nms; 2,10 m sang, 0,75m breit und 1,50m
tits, siir Kiuder nmer 10 Zabreii !/><im lting, »,60m breil und I/X)m rief sein.

Zwischkn tillen täräbern nins; ein Zwischenraum von inindestcns 0,80m bleiben.

ß 'ch>. Uniiiiilclbar noch der Beerdignng miisseii dic (dräbcr von dcin Toren-
gräbcr tiuSgefuUl werdcn.

Tie Hinkerbliebeiicii diirieii cin Olrob ersi dlinii, weiin dic Neihe, in ivclcher dos
Gnib liegi, iind die solgende belcgi iü, cikiilisseii, bepsllinzcii nnd mil eiiiem Grab-
stkiii verseben: dic Zeil der Boriilibinc dieser Arbeilei! ist dein Friedhofanfseher vorher
schrifllich tiiiznzeigen.

8 29. Es bleibl den Hiiilcrbliebencn aiihciiiigcstelli, dic Bepfltiiiznng dcr Gräbcr
selbsl zu besorgen odcr dnrch einen (äärincr besorgen zn lasscn.

Fiir die Handliiiigcii der Beanftragten, soweil sie nicht zu slrafrcchtlicher Ber-
folgniig Beranlassnng geben, blciben dic Hinkcrbliebeiien niitverantwortlich.

TieGrübcr aus dcn allgemeiiieilr.'cichenfklde.n dür cn iinr niit iiicdrigciiBllirnen
und Gestränchen, uelchc bie Höhe von I m uicht überschrciten und die Grimdfläche
des GrabeS uicht überhänecn, bepslanzt werden; dasselbe gilt für die Fainilie»-
gräber in deu vordcren Rcihen: in den hinteren Neihen, nnd >vo nur eine Neihe
vorhanden ist, dürsen mit Genehmigiiiig dcr FriedhostKonimisstoil anch höhcre
Pflanzcii eingeseht werden.

Die Anpflanziing von Bänmen oder Gestrnnchen, welche genieschare Frllchte
tragen, jst untcrsagl u»d es ist fcrner unlersagt, ohne schriftlich eingeholte ErlanbniS
dcr Friedhof-.(iommission Bänmc oder Sträncher anszerhalb der Grabstätten zu
pflanzen, zu versepen und zn tiltferneii.

Bänke oder Süihle dürfen dauernd niir ans dem zu Familiengräbern gehörigcn
Gelände aufgestellt werdcn.

8 80. Gs ist gcstaltct, die Gräbcr anf den allgemeinen i8eicheiifeldern mrt hölzer-
ne,i Krklizen, deren Breite jedoch diejenige des Grabcd nicht überfchreiten darf, zu
verschen: dieselben müssen durch den Friedhosanfseher gegen dic hierfür vorgesehcue
Gebühr gesetzt werden.

Einfassnngeu dürfen »ur and Steiiien und uiir innerhalb der Grundfläche des
Grabed gcsetzt werden.

Ebendaselbst dürfen mtt Genchmiguiig dcr Fiiedhof-Kommissiou — siehe 8 33
— Denkmale von Stcin oder Mctall gcgcn Entrichtung eincr be'onderen Taxe auf-
gestcUt werdeii; die Breite dcrsclben daif jedoch die Grundfläche des Grabcs elwnfalls
nicht libcrschreitcn. JedeS Denkmal muf; e ne Unterlage von starkui Schtvellen aus
Eichcnholz und einer Steinplattc erhalten; gemanerte Fundamente stud untersagt.

Die Zeit dcr Vornahnie diescr Arbeiten ist dcm Fricdhofaufsehcr vorher anzu-
zeigen. Sechs Wocheu vor Jlirngriffnahmc der Umgrabung cines Leichenseldes
werden dic Eigcntümer der dort befindlichcn Grabsteine wiederholt öffentlich aufge-
sordert, dieselben zu cntferlleii; Grabsteinc, welche innerhalb dieser Frist nicht ent-
fernt sind, fallen der Stadt anheim.

8 91. Aii dcn von der Friedhof-Kominissiou bestimmten Plätzen werden sowohl
einzeliie ald auch Familiengrabstätten, bisher sogen. Kaufgräber, gegeu die festge-
setztc Taxe und nnter dcn in dec Anlage cnthaltcnen Bedingungeu abgegcben.

Die Fläche einer solchen Grabstätte ist 2,40m lang und 1,20m breit.

Der Friedhofaufseher liat über die Grabstätteu jedc Anskunft zu crteilen, uiiter
thunlichster Rückstchtiiahme anf dic Wünsche dcr Beteiligten die Plätze aiizuiveistn,
die Aufträge entgegenzunehmcil und dieselben bchufs weiterer Behandlung der Fried-
Hof-Komiiltsfion zu iücrmitteln.

8 32. Die Familiengräber dürfeu ausiiahmsweise auch als Gruften hergerichtet
werden Bczüglich derselben wird bestimmt:

1. Sie bürfen nur mit Geilehmlgiing der Friedhof-Kommission nach Anhörung
ded Stadtbauamtes errichtet werden.

Die ersorterlichen Plänc sind zur Gcnehmigung vor Jnallgriffuahme der Arbeit
der FriedhostKommtssion vorzulegeii.

Die Umfassllugswände der Gruftcn sind ans hartgebrannten Backsteinen in der
Stärke von mindesteiis 1 'st Normalsteinen — 38 cm und mit Cemcnt gemauert her-
zustellen.

Das abschließcndc Gewölbe ist ebenfalls aus hartgebrannten Backsteinen in der
Stärkc eincs gestreckten Steines —26 cm mit Cement auszuführen.
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