Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1900 — Heidelberg, 1900

Seite: 457
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den daselbst betriebcnen Gcwerben, sowie mit ihren Äehalts-, Pensions- nnd Warte-
steldbezütten nus einer badisehen Staatskasse.

4. Aktiengcsellschaftcn nnd Kommanditsicsellschasten anf Aktien, Konsnmvereitte
mit offcncm Ladcn, eiiisictrasicne lstcnossenschastcn mit bankähiilichcm Betricb und
anf Gc^enseitiakcit qeflrnndcie, nntcr Verwendnng von Agenten betriebene Versiche-
rnngsgcsellschasten: mit deinjenisicn Tcil ibres steiierbaren ss'iiikommetts, welcher dem
Ilmfang ihrcs (lleschäftsbctriebs innerhalb des throschcrzogtnms cntspricht.

Personcn, deren tsinkommcn <nach Abzng dcr znm Erwcrb nnd znr Erhaltuna
desselben zn bcstreitenden Anslaaen, der anf dem Einkommcn rnhcnden Lasten nnd
dcr von ibnen etwa zn cntrichtende» Schnldzinsen) den Betrag von 500 Mk. säkrlich
nicht crreicht, unterlicsien der Eiiikoiiimensteuer nicht. Anch sind Gehalte, Pensionen
iind Wartesicldcr, welche a»s cincr nichibadischen Staatskasse bezosien werden, ferner
dic Dieiistbeziisie teinschliesilich der Militärpcrsonen) der Militärpcrsoncn auS der
Masse der Unterofsizierc nnd Eemcine», die Diciislbeziisie der aktivcnGcndarmen vom
Oberwachtmeisicr abivärlS, sowie alle Slcrbquartalbezüsie stenerfrei.

Einc Eiiikoinincnstkiiercrklärniisi haben alle Perionen einznreichen, welche am
1. April des bctr. Zahrcs sich im Beiip eincs stcncrbarcn Einkommens besandcn, für
welchcs die Sienerpflichl in hiesiqer Gemarkniisi besiründet war. Die Stenerpflicht ist
in derjenisien Gemarknnsi tSienerdistrikt) besiründet, in wclcher der Michtige seinc
Hauptniederlassuiisi hat vder, bcim Maiisicl cincs Wohnsibes im Grosinerzositnm, dcn
sirößten Teil seincs stencrbaren Eiiikominens bczicht. Iedoch sind diejenisien Steuer-
pflichtisicn vo» Absiabe einer Erklärnnsi cnlbnnden, welche in dcm Stenerdistrikt, in
wclchem am 1. April ihre Llcnerpslicht bcsiründcl war, bereils znr Einkommensteiler
veranlasit nnd iiach dem Siande ilner Einkommensvl rhältiiisse am siciiannlcn Tage
mit kcincm höheren Steneranschlasi als dcm ansicsevlen, zn bestenern sind.

lV. Z ni A llge m e i n e n : Gewerb- oder Einkomnicnsteiierpflichtisie, welche zur
Absiabc einer Slenercrkläriiiisi keine Berpfliclitnng haben, sind gleichwohl bcfnsit, eine
solche abziisieben, ivenn sie eine Stettcrniindernnsi ansprechc» zn können silanbcn oder
an« irsicnd einem besonderen tstrnnde einc Berichlisiiiiisi ihrcr Stcneranlage bewirken
wollen. Ebenso sind die <stes"che nm siänzliche Entscrnnnsi ans dcm KacaHer, des-
gleichen um Berel.chnni>si von Slenerabsiängen nnd Stenerrüchversiütnngen nnter cnt-
sprechendcr Bcsirüiiduiisi vorznbrinsien.

Drttchsormnlare zn den Gcwerb- ivic zn dcnEinkommciisteiicr-Erkläruiisien nebst
Aiileitttiisicn zn dcn lei.ucreii werdcn bcim SchaszniisiSrat iinentsieltlich verabrcicht.

Wer die ihm oblicgenden Stencrerklärniisien nicht rechtzeitisi oder in Ivahrheits-
widrigcr Wcise erstattei, nnlerliesit dcr siesciilichen Strafc.

>i Für die Einrkichniisi der K apitalrcnl c n slenererklä r» n g e n wird all-
jährlich vom Sctmhnnsisrat einc Frist bestimmt, Ivclche in der Nesitl mil der Zeit zu-
sainmentrifft, i» der das Ab- und Znschreibcn der Grimd-, Hä»ser-,Gcwcrb- nnd Ein-
koinmcnstcner stattfindct, nnd die jeweiis in dcn Lokalblättcrn besonderS bekannt
siemacht wird. Znbeznsi anf dic Feststellniisi dcr Kapilalreiitensteiier ist zu bemcrken:

t. Dic Abgabe der Stcncrerklärnnsie» hat beini Schatzniisisrate zn ersolacn.

2. Dic Anfstelliiiisi der Slenercrklärnnsieii sieschieht nach dcm Standc der Ver-
mösienSverhällnisse vom l. April.

E Zii der festgesevten Frist haben alle jene Pflichtigen Steuercrklärunsien einzn-
reichcn:

n) welchc nach dem Slande ihrer Vermösicnsverhältnissc vom 1. April des be-
treffendc» Iahrcs ein in hiesiaer Gcmeindc zn veranlasiendes Zinsen- und Nenten-
einkoininen von mehr als M Mark jährlich bcziehen nnd hicr noch »icht zur Kapital-
rentensteuer veranlagt sind;

5) Welche hier znrNenienstener zwar veranlagt sind, aber nach dem Stande ihrer
BerinögeiiSverhällntsse vom 1. April ein stenerbares Zinsen- und Rcnteneinkoimnen
beztehen, welcheS den veranlasiten Zahresbetrag um mehr als 60 Mark übersteigt.

4. Steucrpflichtig sind:

») Landeö- nnd sonstige Ncichsangchörige, wenn sic im Sinne des
NeichSgesctzes vom 13. Mai 1870, die Beseitigunsi der Doppelbesteuerttiig betr., ihrcn
Wohnsitz (Aufenthalt) im Großherzogtum haben, dcsgleichcn Neichsauslänoer,
welchc dcs Erwcrbes wegen ihren Wohnsitz im Großhcrzogtllm habcn: mit dem gan-
zen Betrag ihrcs nach Art. 2 des Gesetzes steuerbaren Ztnsen- und Ncntenbezuges,
ohne Nücksicht daranf, ob das gcdachte Einkommcii von im Jiiland- im übrigen
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