Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1901 — Heidelberg, 1901

Seite: 345
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§ 4. Das Mitüringen von Hunden auf den Friedhof, iu die Neckarbadeanstalten,
in den Stadt- und Neptunsgarten, in die Gartenanlagen des Bismarckplatzes, Mönch-
hofplatzes und um die Peterskirche, sowie iu offentliche Wirtschaften ist, eüenso wie
das Herumlaufenlassen von Hunden an diesen Orten, verboten.

8 5. Zuwiderhandlungen werden gemüß ZZ103, 58 Z. 1 P.-St.-G.-B. mit Geld-
strafen bis AU 10 üezw. üis zn 20 Mark bestraft.

Z 6. Die ortspolizeiliche Vorschrift vom 2. Januar 1891 (ehemals üezirkspoli-
zeiliche Vorschrift vom 26. Feüruar 1878) in oüigem Betreff wird aufgehoben.

II. Gesundheitspolizei.

L. Schlacht- und Vrehhofordnung.

1. Ortspolizeiliche Vorschrift vom 19. Iuli 1893 auf Grund des Z 87 a, 85, Ziffer 2

P.-St.-G.-B.

§ 1. Jnnerhalb der Gemarkung Heidelüerg hat die Schlachtung von Großvieh
und Kleinvieh jeder Art, sowie von Pferden, welche zmn menschlichen Gcnusse be-
stimmt sind, ausschließlich im städtischen Schlachthofe zu geschehen.

Ferner müssen alle zum gewerbsmäßigen Schlachten von auswärts eingebrachte
Tiere in den dazu bestinunten Schlachthofftallungen eingestellt werden.

§ 2. Dem Schlachthofzwang unterliegt nicht:

1. Die Schlachtung von selbstgezogenen Schweinen und Ziegen, deren Fleisch
nicht zum Verkauf bestimmt ist, bezw. verwendet wird.

2. Die Notschlachtung solcher Tiere, die ohne Quälerei nicht transportiert wer-
den können. Jedoch ist von derartigen Notschlachtungen vor deren Vornahme oder,
wenn dies der Dringlichkeit halber nicht möglich wär, wenigstens sofort nach der-
selben der Schlachthofverwaltung Anzeige zu erstatten. Jn jedem Falle dürfen
dabei nur die Baucheingeweide herausgenommen und etwa noch die Vauchhöhle ge-
öffnet werden; doch durfen die Baucheingeweide vom Orte der Schlachtung nicht
entfernt und die Brustorgane nicht aus dem Zusammenhange mit dem geschlachte-
ten Tiere gelöft werden.

§ 3. Schlachtviehtransporte, welche mit der Eisenbahn hier eintreffen, dürfen,
insoweit ganze Wagenladungen in Frage kommen, im Sommerhalbjahr in der Zeit
von morgens 6 Uhr bis abends 8ffs Uhr und im Winterhalbjahr von morgens 7 Uhr
bis abends 7 Uhr nur auf dem Gelände des städtischen Schlacht- und Viehhofes, ein-
zeln per Bahn eintreffende Schlachttiere auch am Hanptbahnhofe ausgeladen werden.

Der Durchtrieb von Schlachtvieh durch die Stadt ist jedenfalls nur insoweit
gestattet, als dasselbe nicht ermüdet ist und sich leicht führen läßt. Beim Durchtrieb
rst die Hauptstraße, soweit irgend thunlich, zu vermeiden.

Zum Straßen-Transport vou Großvieh, welches ans irgcnd einem Grunde nicht
getrieben werden kann oder darf, ist der im Schlachthofe aufgestellte Transportwagen
zu verwenden.

tz 4. Auf Milchnahrung angewiesene Tiere, also Kälber, Lämmer und Kitzlein,
müssen unbedingt am Tage des Einbringens in den Schlachthof auch gescylachtet
werden.

Unterbleibt dies von Seiten der Eigentümer, so wird die Schlachtung von der
Verwaltung auf Kosten der Besitzer angeordnet.

Ueber 12 Stunden eingestellte Tiere werden aufKosten der Eigentümer gefiittert.

Die VerwalUing ist befugt, in besonderen Fällen Nachsicht in Bezug auf die
vorstchenden Bestimmungen eintreten zu lassen.

§ 5. Für einzelne, sehr entfernt wohnende Personen kann auf Ansuchen das
Schlachten im eigenen Gehöfte nach Anhörung des Stadtrates von derPolizeibchörde
gestattet werden; doch haben sich diese dann neben piinktlicher Einhaltung der bc-
stehenden Vorschriften den im einzelnen Falle ctwa noch besonderS ergehendeic An-
ordnungen unweigerlich zu fügen.

8 6. Der Schlachthof ist geöffnet:

1. An Sonntagen ::nd gesetzlichen Feiertagcn zum Abholen und Niictbringen
von Fleisch in der Zeit vom t. April bis 1. Oktober von 5 bis 8 Uhr niorgens nnd
von 11 bis 1 Uhr mittags,
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