Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1901 — Heidelberg, 1901

Seite: 362
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8 17. Uebertretungen dteser Feuerlösch-Orduuug werden auf Grund des 8 114
Z. 4 P.-St.-G.-B. on Geld bis zu 60 Mark oder an Haft bis zu 14 Tagen bestraft.

§ 18. Der Stadtrat ist berechtigt, sobald das Bedürfnis hervortritt, die nicht
iu der sreiwilligen Feuerwehr stehenden männlichen staats- und reichsbürgerlichen
Einwohner im Alter von 20 bis 45 Jahren — die aktiven Militärpersonen aus-
genommen — als Hilfsmannschaft zu organisieren und unter das Kommando der
freiwittigen Feuerwehr zu stellen.

Inslrnktim siir die Kediemmg der Feiiemeide- md AtlirimniMii.

4. Polizeistation Nathaus.

1) Sobald an dem Klappenschrank im Nebenzimmer der Wachtstube eine Klappe
nicderfällt, hat der dienstthuende Schutzmann nach Maßgabe der für die Telephonlei-
tungen bestehenden Vorschriften die einlaufende Meldung abzunehmen und, wenn er
über den Jnhalt keinen Zweifel mehr hat, mit dem Worte „Verstanden" zu bestätigen.

2) Betrifft die Meldung eiuen Brand innerhalb der städtischen Gemarkung oder
wird durch die Meldung von einer zuständigen Behörde die Alarmierung der freiwil-
ligen Feuerwehr verlangt, fo ist alsbald nach Bestätigung der empfangenen Meldung
die Alarmleitung in Thätigkeit zu setzen. Dies geschieht, indem die Kurbel des an der
östlichen Wand angebrachten Kastens — unter gleichzeitiger Niederdrückung des da-
neben befindlichen Knopses — etwa 40 mal rasch gedreht wird. Die Kontrole dar-
über, daß dieLeitung richtig sunktioniert, gibt eine oberhalb des Kastens an derWand
angebrachte Glocke, welche mitklingen muß, wenn die Leitung in Ordnung ist. (Durch
das Anschlagen der Glocken werden sämtliche Chargierte und Signalisten der I.Feuer-
wehrkompagnie gleichzeitig geweckt, sowie die Kaftrnenwache benachrichtigt.)

Gleichzeitig ist — salls es sich um einen Brand innerhalb der städtischen Ge-
markung handelt — durch Einschalten eines Hebels, welcher sich in einem an der
nämlichen Wand angebrachten Kästchen befindet, das Glockensignal auf dem Turme
der HeUiggeistkirche etwa sünf Minuten lang in Bewegung zu setzen.

Endlich ist mittelst der über dem Kasten der Alarmleitung befindlichen elektri-
schen Schelle der Ratsdiener herbeizurufen.

3) Hierauf wird die Meldung weitergegeben an:

Polizeistation Bismcirckplatz,

Städtisches Gaswerk.

Meldungen über Brandfülle im Stadtteil Schlierbach sind nicht weiterzugeben.

Der dienstthuende Schutzmann hat sodann den Klappenschmnk aufmerksam zu
beobachtcn, um weitere Meldungen, die alsbald von den Chargierten der Feuerwehr rc.
einlaufen werden, abzunehmen und zu erledigen. Hierbei ist derselbe von dem Rats-
diener zu unterstützen.

Jnsbesondere ist darauf zu achten, daß das Turmglockensignal nach Ablauf
von etwa fünf Minuten abgestellt wird.

4) Besonderes Angenmerk ist zu richten auf die mit „Telegraphenamt" bezeich-
ncte Klappe, weil hier sämtliche Meldungen einlaufen von denjenigen Häusern,
welche eine besondere Meldestelle nicht besitzen und durch Vermittlung des Haupt-
meldeamts sprechen.

5) Mcldungen über Brände im westlichen Stadtteil, welche von
der Polizeistation Bismarckplatz einlaufen und wegen deren dort bereits alarmiert ist:
Kommt cine solche Meldung von der Polizeistaüon Bismarckplatz ein, so ist ebenfalls
die Kurbel zu drehen und auch das Turmglockensignal in Bewegung zu setzen.

6) Meldnngen über Brände im Stadtteil Schlierbach: Kommt
eine solche Meldung ein, so ist zunächst die Polizeistelle Schlierbach tclephonisch in
Kenntnis zu setzen, falls die Meldung nicht von dieser ausgeht; sodann ist die Kurbcl
zn drehen und ebenfalls das Turmglockensignal in Bewegung zu setzen.

7) Kaminbrand.

Wird nur der Ausbruch eines Kaminbrandes gemeldet, so hat die Alarmierung
mittelst der K'nrbel und des Glockensignals zu unterbleiben. Jn diesem Falle sind
nnr folgende Personen telephonisch zu vecständigen:

1. der I. Kommandant,

2. der II. Kommandant der freiwilligen Feuerwehr,

3. der Kaminfegcrmeister,

4. der städtische Brnnnenmeifter.
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