Adreßbuch der Stadt Heidelberg nebst den Stadtteilen Neuenheim und Schlierbach für das Jahr 1901 — Heidelberg, 1901

Seite: 398
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§ 2. Jst das Fuhrwerk cmf die Brücke eingefahren, so hat der Kutscher bezw.
Fuhrmann bom Fuhrwerk abzusteigen, seine Zugtiere so lange Zu halten, bis die
Fähre jenseits angelandet ift.

Z 3. Jst am Fuhrwerk eine Sperrvorrichtung angebracht, so ist diese bei dem
vordersten und hintersten Ftchrwerk, so lange dieselben aus der Fähre stehen, an-
zuwenden, andernfalls sind die hinteren Räder des letzten und die vorderen Räder
des vordersten Fuhrwerks mit einem nicht rollenden Stücke Holz oder Steiu Zu
unterschlagen.

§ 4. Bei Nachtzeit müssen aus jeder Fähre an beiden Enden an eigens an den
Seiten derselben errichteten Stäben Laternen angebracht werden.

Z 5. Die Führleute sind sür die Beobachtung dieser Vorschrist verantwortlich,
bei Uebertretung derselbcn werden die Fährleute an Geld bis zu 50 Mark oder mit
Hast bis zu acht Tagen bestrast.

V. Mhrordnung für die Nrberfahrk über den Neckar ;wiftkxerr
Schlierbach und Ziegelhaufrn.

Ortspolizeiliche Vorschrift vom 6. März 1885 mit Abänderung vom l2. Juni1900.

§ 1. Die obengenannte Fähre ist zum Verkehr von Personen, Fuhrwerken aller
Art, sowie zur Ueberfahrt von Viehheerden bestimmt.

§ 2. Es dürfen auf den Fähren nur soviele Fuhrwerke hinter einander ausge-
stellt werden, daß das Zugvieh des vorderen und die Näder des hinteren Fuhrwerks
nicht auf die sogenannte Landungsbrücke zu stehen kommen.

Die Fahrzeuge dürsen nicht über ihre Tragsähigkeit belastet werden und müssen
mit einer deutlich erkennbaren und dauerhaften Bezeichnung des sogen. Freibords in
einer Breite von 15 em von dem oberen Bordrand nach dem Wasserspiegel gemessen
auf beiden Außenseiten versehen sein

Betrunkene Personen dars der Fährmcmn nicht übersetzen.

tz 3. Jst das Fuhrwerk aus die Brücke eingefahren, so hat der Kutscher bezw.
Fuhrmann abzusteigen und seine Zugtiere so lange Zu halten, bis die Fähre jenseits
angelangt ist.

8 4. Das vorderste und hintersteFuhrwerk sind, so lange dieselben auf der Fähre
stehen, zu sperren oder gehörig zu unterschlagen.

8 5. Heerden und Fuhrwerke dürsen nicht gleichzeitig übergesetzt werden.

Einzelne Stücke Vieh müssen während des Uebersetzens angebunden sein.

8 6. Die Unternehmer der Fähre haben für die gute Jnstandhaltung derselben
Sorge zu tragen.

Die Fahre samt Zubehör sind bezüglich ihrer Ladungsfähigkeit, Tauglichkeit
und Vollstünd'gkeit 2mal jährlich — im März und Oktober — aus Kosten der Unter-
nehmer durch die Großh. Rheinbauinspektion zu untersuchen.

8 7. Die Fährleute werden vom Stadtrat bestellt und vom Bezirksamt ver-
pflichtet. Es dürsen hiezu nur zuverlässige, des Fahrens kundige, krästige, erwachsene,
männliche Personen verwendet werden.

8 8. Die Uebersahrtszeit wird wie folgt sestgesetzt:

Vom 15. März bis 15. Oktober von morgens 4 bis abends 11 Uhr.

Jn der ubrigen Zeit: von morgens 5 bis abends 8 Uhr.

8 9. Bei Hochwasser, Eisgängen und ungünstigem Wetter soll die Ueberfahrt,
sofern dieselbe mit Gefahr verbunden ist, ganz eingestellt werden. Besugt zur Ein-
stellung und verantwortlich für dieselbe ist das Großh. Bezirksamt als Polizei-
behörde.

8 10. Wird die Fähre bei Nacht betrieben oder muß dieselbe wegen besonderer
Umstande während der Nacht am Leinpfadufer beigelegt werden, so daß dadurch der
Leinzug gehindert wird, oder die Fähre in den Bergweg hineinragt, so ist die Fähre
mit einer ununterbrochen hellleuchtendenLaterne von weißem Glas 5m hoch über dem
Wasser zu versehen.

8 11. Der Fähre soll ein Nettungsnachen mit vollständiger Fahreinrichtung so-
wie ein Rettungsring (Korkring) mit Leinen beigehängt werden.

8 12. Ehe die Fähre in Bewegung gesetzt wird, muß ein weithin hörbaresZeichen
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